(openPR) Kostengünstig und einfach in einen Index investieren
Die Anzahl der Finanzprodukte nimmt täglich zu und wird insbesondere für Privatinvestoren zunehmend unübersichtlicher. Sehr beliebt unter Investoren sind Zertifikate. Häufig sind deren Strukturen so komplex, dass die wenigsten Anleger tatsächlich verstehen, wie diese Investments funktionieren.
Eine einfache und sehr leicht verständliche Möglichkeit an der Börse zu investieren, sind börsengehandelte Indexfonds (englisch Exchange Traded Funds - ETFs). Bereits in den 70er Jahren wurde in den USA der erste börsengehandelte Indexfonds aufgelegt. Zur Jahrtausendwende erfolgte dann mit der Zulassung der ersten ETFs auch der Durchbruch in Deutschland.
Mittlerweile steht Anlegern ein Universum von mehreren hundert ETFs zur Auswahl. Die Praxis zeigt jedoch, dass bei vielen Privatinvestoren ETFs nach wie vor ein Schattendasein genießen.
ETFs kaufen den Index
Für den „kleineren“ Geldbeutel bieten ETFs eine hervorragende Möglichkeit mit nur einer Depotposition eine breite Streuung im Depot zu erzielen. Ein ETF bildet in der Regel einen Index ab, wie z.B. den deutschen Aktienindex DAX. Die Zusammensetzung des ETFs spiegelt nahezu vollständig die Zusammensetzung des zugrundeliegenden Indexes wider.
Mit ETFs haben Anleger nicht nur die Möglichkeit in etablierte Märkte wie Deutschland oder die USA zu investieren, sondern auch in „exotische“ Märkte wie z.B. Bangladesch oder Pakistan.
Passives versus aktives Management
Während „klassische“ Investmentfonds durch ein aktives Management verwaltet werden, ist das Management von ETFs passiv. Ersteres bedeutet, dass das Management versucht durch kontinuierliche Analyse und Anpassung des Portfolios einen Mehrwert für die Anleger zu erzielen gegenüber einem Indexinvestment. Bei ETFs erfolgt hingegen kein aktives Management, hier dient die Fondskonstruktion als „Vehikel“ zur Abbildung des Index.
An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass ein ETF nicht zwangsläufig einen bekannten Index abbilden muss wie z.B. DAX, Euro STOXX 50 etc. Es sind auch individuell zusammengestellte Indizes oder „Wertpapierkörbe“ möglich. Für Investoren ist es entscheidend zu wissen, dass der ETF keinem aktiven Management unterliegt. Das Anlageuniversum kann neben Aktien auch Anleihen oder Rohstoffe enthalten. Analog zu aktiv gemanagten Investmentfonds sind dem Emittenten hier fast keine Grenzen gesetzt.
Geringe Managementvergütung und jederzeit veräußerbar
Im Gegensatz zu einem aktiv gemanagten Investmentfonds zeichnen sich Indexfonds durch ihre geringe Gebührenbelastung aus. Während aktive gemanagte Indexfonds häufig eine Gesamtkostenquote von 1,5 bis 2 Prozent oder mehr haben, liegt die Gesamtkostenquote bei einem ETF im Bereich zwischen 0,2 und 0,6 Prozent. Übrigens: Transaktionskosten, die bei einem aktiv gemanagten Investmentfonds anfallen, werden in der Gesamtkostenquote nicht berücksichtigt.
Repliziert oder Derivatekonstruktion
Zur Abbildung eines Index verwenden ETF-Emittenten zwei Konstruktionsformen. Bei einem replizierten ETF bildet der Emittent durch Direkterwerb der im Index enthaltenen Aktien den Index nahezu identisch ab. In einem „liquiden“ Index wie dem DAX oder dem US-Index Dow Jones Industries ist diese Vorgehensweise ohne weiteres möglich. Kleinere bzw. weniger liquide Märkte werden i.d.R. über eine Derivatekonstruktion mittels so genannter „Swaps“ nachgebildet. Der ETF investiert das Anlagevolumen in liquide Aktien, die nicht zwingend im Zielindex enthalten sind. Zudem schließt der ETF-Emittent ein Swap-Geschäft ab. Ein Swap ist ein Tauchgeschäft (engl. to swap = tauschen). Der ETF-Emittent liefert die Performance der im ETF enthaltenen Aktien und erhält im Gegenzug die Entwicklung des dem ETF zugrundliegenden Zielindex aus dem Swap-Geschäft. Der Swap-Anteil darf einen Wert von 10 Prozent am ETF-Vermögen nicht überschreiten.
Gehandelt werden ETFs über die Börse. Somit ist jederzeit, analog zu Aktien, ein Kauf bzw. Verkauf einer Position möglich.
Fazit:
ETFs sind eine einfache, kostengünstige und leicht verständliche Anlagemöglichkeit, Indizes nachzubilden bzw. an der Börse zu investieren. Im Gegensatz zu Indexzertifikaten, die ebenfalls einen Index nachbilden, unterliegen ETFs keinem Emittentenrisiko. ETFs sind Sondervermögen und werden daher im Konkursfall des Emittenten nicht der Konkursmasse zugeschlagen sondern bleiben Eigentum der Anleger.











