(openPR) Eine Wärmedämmung an Gebäuden erhöht den Wohnkomfort, schützt das Bauwerk, senkt die Energiekosten und ist zudem auch gut fürs Klima.
Dennoch erscheinen in der Presse bisweilen falsche, verdrehte oder negative Berichte über die Energetische Sanierung von Gebäuden. Doch was ist dran an so stereotyp vorgebrachten Argumenten wie Wärmedämmung bringe nichts, gefährde die Gesundheit oder erhöhe die Brandgefahr? Der Leiter des Deutschen Kompetenzzentrums für Ausbau und Fassade, Dr. Roland Falk gibt anhand von sechs Beispielen die Antwort.
Wärmedämmung vermeidet Schimmel
Wie entsteht Schimmel? Kühlt sich warme, feuchtigkeitsreiche Raumluft an einer kühlen Wandoberfläche ab, steigt an dieser Stelle die relative Luftfeuchtigkeit - im Extremfall kann sich Tauwasser bilden. Hier können sich Schimmelsporen, die überall in der Luft vorhanden sind, leicht vermehren und wachsen. Eine Wärmedämmung erhöht dagegen die Raumtemperatur an der inneren Seite der Außenwände und senkt damit maßgeblich das Schimmelrisiko. Wird die Wärmedämmung allerdings unterbrochen, kann sich hier wiederum Tauwasser bilden. Solche so genannte Wärmebrücken können an der Fensterlaibung, an Anschlüssen zur Fassadendämmung oder an Balkonplatten entstehen. „Mit Hilfe vieler geprüfter und bewährter Lösungsvorschläge können Stuckateurmeister als Fachleute solche Schwachstellen im Vorfeld erkennen und vermeiden“, erläutert Falk. Und da es in einem energetisch sanierten Gebäude keinen unkontrollierten Luftwechsel mehr gibt, sei regelmäßiges Stoßlüften mit Durchzug unerlässlich: Zum einen für die Luftqualität, zum anderen, um die Feuchte aus der Wohnung abzutransportieren. So hat der Schimmel keine Chance.
Wände können nicht atmen
Es war schlicht ein Messfehler, der Max von Pettenkofer vor rund 150 Jahren unterlief: Vermutlich vergaß er in seinem Experiment, den Kamin abzudichten und kam dadurch zu der falschen Erkenntnis, dass verputzte Hauswände zu einem Luftaustausch fähig seien. Das ist mitnichten der Fall: Wenn es zieht, dann durch undichte Stellen von Fenstern, Türen oder anderen Bauteilen. Ein nennenswerter Luftaustausch durch Außenwände findet nicht statt. Physikalisch nachgewiesen wurde dies bereits vor fast 100 Jahren.
Wie also findet der Luftaustausch statt? In Altbauten entweicht Raumluft häufig unkontrolliert durch Ritzen und Fugen, oft auch durch den Kamin. Die Raumluft nimmt Feuchtigkeit auf, die durch Schwitzen, beim Kochen, über Verdunstung von Grünpflanzen, trocknende Wäsche oder beim Duschen entsteht. Ein kleiner Anteil dieses Wasserdampfs diffundiert beispielsweise durch Außenwände. Allerdings müsste die Menge rund 100-mal größer sein, damit die gesamte in der Wohnung entstehende Feuchtigkeit auf diese Weise entweichen könnte. Wände können also nicht atmen, konnten es noch nie und müssen es auch nicht. Aber gelüftet werden sollte bewusst, regelmäßig und gezielt.
Der Energieaufwand für Dämmstoffherstellung ist schnell eingespart.
Viele glauben, die Herstellung eines hochwertigen Dämmmaterials verbrauche mehr Energie, als die Wärmedämmung während ihrer Lebensdauer einspare. Experte Falk, der sich auch in der Prüfungskommission der Gebäudeenergieberater engagiert, hat dazu Zahlen parat: „Im ungünstigsten Fall spart die Dämmung den Energiebedarf, der für ihre Herstellung benötigt wurde, nach fünf Jahren ein. Meist tritt eine Amortisation aber schon nach zwei Jahren ein. Wer nachwachsende Rohstoffe, etwa aus Hanf oder Zellulose wählt, kommt sogar bereits nach wenigen Monaten energetisch betrachtet null auf null heraus".
Viele Dämmmaterialien sind schwer entflammbar.
Wie andere Baustoffe auch werden viele Dämmmaterialien so hergestellt, dass sie als ,,schwer entflammbar" gelten. Die Einstufung regelt die jeweilige Bauordnung. Hohe Gebäude dürfen ohnehin nur mit nicht brennbaren Baustoffen gedämmt werden. Zudem müssen rund um Türen und Fenster Barrieren aus nicht brennbaren Stoffen eingebaut werden. Welcher Dämmstoff für welches Gebäude geeignet ist, prüft der Stuckateurmeister schon vor oder während der Beratung seiner Bauherren.
Die meisten Reportagen über Brandschäden, die angeblich auf Dämmmaterialien zurückzuführen sind, beziehen sich auf wenige Unfälle in der Bauphase. Das System war also auch hinsichtlich des Brandschutzes noch nicht fertiggestellt. Übrigens: Fachleute bewerten eine Außenverkleidung mit Holz in Bezug auf die Entflammbarkeit um ein vielfaches kritischer als Wärmedämmsysteme auf Polystyrolbasis.
Auch dicke, alte Wände dämmen nicht ausreichend.
Eine 60 Zentimeter dicke Wand eines älteren Hauses dämmt nicht gut genug. Aller Wahrscheinlichkeit nach besteht sie aus Vollziegeln oder Bruchsteinen. „Dicke Wände speichern zwar die Wärme gut, leiten sie aber auch sehr gut weiter", erklärt Dr. Falk, und „eine Wärmedämmung kann diese Wärmeverluste um 80 bis 90 Prozent senken."
Von Dämmstoffen gehen keine gesundheitlichen Risiken aus.
Bevor ein Hauseigentümer sich für Baustoffe entscheidet, sollte er sich grundsätzlich nicht nur bei Dämmstoffen über potenzielle Gesundheitsgefahren erkundigen. Werden die Materialien fachgerecht verarbeitet und angebracht, bestehen in der Regel keine Gesundheitsrisiken. So dürfen Mineralfasern per Gesetz seit Jahren keine lungenschädlichen Fasern freisetzen. Viele Dämmstoffe werden aus Brandschutzgründen oder gegen Schädlingsbefall chemisch behandelt. Alle Dämmstoffe müssen daher so montiert werden, dass sie gegenüber der Raumluft abgeschlossen sind.
Weiterführende Informationen zum Thema Wärmedämmung und Energetischer Sanierung finden interessierte Hauseigentümer auf dem Endverbraucherportal www.mehr-als-rauputz.de. Hier kommen auch Bauherren zu Wort, indem sie über ihre eigenen Erfahrungen mit Wärmedämmungen berichten.












