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Revision der ISO 9001: Prozessorientierung ist angesagt

(openPR) Frankfurt am Main, 21. Juli 2014 – Die Überarbeitung der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 geht auf die Zielgerade: Die International Organization for Standardization (ISO) hat den „Draft International Standard“ (DIS) an das zuständige deutsche Normungsgremium DIN übermittelt. „Nach Lage der Dinge wird die Norm praxisnäher, das heißt reduzierter – nach dem Motto ´Weniger ist mehr`. Vor allem sollen die Prozessorientierung und das Thema Risikomanagement gestärkt werden, etwa nach dem Vorbild der Automobilindustrie“, ist Michael Weubel überzeugt, Leiter der Landesgeschäftsstelle Mitte bei der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ).



Als Mitglied des Normungsausschusses NA 147 liegt der DGQ der „Draft International Standard“ (DIS) für die neue ISO 9001 seit Juli in deutscher Sprache vor. Sie soll im Herbst 2015 in Kraft treten. Der DIS biete jetzt die letzte Möglichkeit für Einsprüche. Diese sollen bis März 2015 eingearbeitet sein, sodass es danach nur noch redaktionelle Änderungen geben wird. „Wir gehen davon aus, dass die Grundzüge der Neuerungen nun nicht mehr verändert werden. Lediglich die Ausprägung einzelner Punkte könnte sich noch geringfügig ändern“, so Weubel weiter.

Norm mit mehr Praxisnähe
Die Änderungen seien deshalb notwendig, weil es seit der letzten großen Revision im Jahr 2000 im Qualitätsmanagement einige grundlegende Veränderungen gegeben habe, auf die die Norm nun Antworten finden müsse. Auch soll die Norm für die Jahre bis zur nächsten Revision fitgemacht werden „Die Unternehmen erwarten heute mehr als nur Konformität mit Normen und einem Zertifikat. Der Nutzen des QM-Systems für das Unternehmen muss stärker fokussiert werden.“ Wir erkennen, dass dies im Entwurf für die ISO 9001: 2015 gelungen ist.“
Als Beispiel nennt Weubel die Umsetzung des risikobasierten Ansatzes. Damit wird kein Risikomanagementsystem gefordert, es geht vielmehr darum, die vorbeugende Wirkung eines Qualitätsmanagementsystems zu stärken. Der Blick richtet sich deshalb auf ergebnisorientierte, wirtschaftliche und fähige Prozesse. Anwender sind aufgefordert, sich in allen Phasen von Planung, Umsetzung und Bewertung mit den Risiken für die Zielerreichung in ihrem Tagesgeschäft auseinanderzusetzen. Dazu Weubel: „Wir erkennen im Entwurf immer wieder das Bild des „Automotive Turtle“, in dem wir sehr genau im Blick behalten, welche Ziele wir mit einem Prozess verfolgen und welche Faktoren hierauf Einfluss nehmen“.

Die zunehmende Praxisnähe der Norm zeigt sich nach Ansicht von Weubel darin, dass ein formales QM-Handbuch nicht mehr gefordert ist. „Die Norm denkt unternehmerisch“, bringt es der DGQ-Experte auf den Punkt. Es gehe nun vielmehr um den Kontext der Organisation, etwa in welchem Umfeld ein Unternehmen aktiv ist. „Das QM-System soll den Unternehmen helfen, ihre wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Die Wirksamkeit des QM-Systems wird also verstärkt in den Fokus gerückt. Die Norm orientiert sich damit an der Praxis.“ Dass auch die Rolle des Beauftragten der Leitung entfallen werde, sorge natürlich für Aufruhr, weiß Weubel, „vor allem bei denjenigen, die diese Position derzeit bekleiden“. Doch gibt er Entwarnung: Zum einen wird in der Praxis oft nicht zwischen dem Beauftragten der Leitung und der Rolle eines QMB unterschieden, zum anderen bleiben aber alle Aufgaben auch weiterhin bestehen, die Unternehmen seien künftig aber freier in ihrer Entscheidung, wie sie diese Aufgaben organisieren. Dazu Weubel: „Die neue Norm rückt das Thema Qualitätsmanagement wieder näher an den Vorstand und die Geschäftsführung heran“.

ISO 9001-zertifizierung im laufenden Betrieb umstellen
Auch die zunehmende Prozessorientierung in der neuen Version wertet er positiv: „Als das Thema mit der Version aus dem Jahr 2000 erstmals aufgegriffen wurde, haben manche Unternehmen einfach ihre Verfahrensanweisungen in Prozessbeschreibungen umbenannt. Das kann es natürlich nicht sein. Im Grunde wurden damit Zeit und Geld verschwendet“. Der neue Entwurf formuliere ein umfassendes und sinnvolles Prozessmanagement mit Verantwortungen und Zielen, die mit Indikatoren und Kennzahlen sauber gesteuert werden.

Den Unternehmen empfiehlt Weubel, vor Frühjahr 2015 – bis es den letzten finalen Entwurf gibt – keine internen Aktivitäten zu starten. Zwar sollten sie sich möglichst auf dem Laufenden halten, jedoch nicht in Hektik verfallen. Denn große Überraschungen blieben aus.
Wie bei der letzten Revision, gehe man auch 2015 von einer Übergangsfrist von drei Jahren aus. „Das heißt, noch drei Jahre nach dem Start der neuen Version wird es möglich sein, sich nach der heutigen ISO 9001 zertifizieren zu lassen. Ich rechne daher damit, dass viele Unternehmen im laufenden Betrieb umstellen werden.“

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