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Korruption in der Wissenschaft: eine überwiegend erfolgreiche Strategie

Bild: Korruption in der Wissenschaft: eine überwiegend erfolgreiche Strategie
Thomas Kliche, Stephanie Thiel (Hrsg.) Korruption - Forschungsstand, Prävention, Probleme
Thomas Kliche, Stephanie Thiel (Hrsg.) Korruption - Forschungsstand, Prävention, Probleme

(openPR) Korruption in der Wissenschaft: Erneut wird ein deutscher Psychologe der Datenmanipulation bezichtigt; Professor Dr. Jens F. soll in mindestens drei Studien die meisten angegebenen Mittelwerte extrem nahe an einem linearen Trend angegeben haben; die statistische Wahrscheinlichkeit für derartige Werte liegt bei etwa eins zu 500 Billionen, grenzt also an Unmöglichkeit. Der Wissenschaftler bestreitet jede Form von Manipulation. Ob er korrekt gearbeitet hat oder auch nicht: Korruption nimmt im Wissenschaftsbetrieb zu, nicht nur in Einzelfällen, sondern im System, analysiert Professor Dr. Thomas Kliche (Hochschule Stendal) in seinem Handbuch "Korruption".



Die Manipulation von Daten dient meist dazu, möglichst signifikante bzw. sensationelle "Befunde" zu erzielen, diese in führenden Zeitschriften zu publizieren und sich selbst damit maximal zu vermarkten. Da die Universitäten bei den Wissenschaftlern einen weltweiten Wettbewerb um derartige Publikationserfolge stimulieren, bleibt ein hoher Level an subtilen bis massiven Manipulationen gesichert.

Thomas Kliche belegt: "Fehlverhalten stellt eine überwiegend erfolgreiche Strategie dar; denn die entsprechenden Texte werden meist nicht entdeckt und berichtigt. Selbst international preisgekrönte und im vollen Licht der Kritik stehende Koryphäen können jahrelang unangefochten gefälschte Daten veröffentlichen und werden dafür womöglich noch gefeiert. Zahlreiche Fallbeispiele belegen konsequenzfreie Plagiate, geistigen Diebstahl, kleine Fälschungen in Biographieen und Daten, die selektive Veröffentlichung von Ergebnissen, die Vertuschung des Fehlverhaltens wichtiger Exponenten seitens der Fachgesellschaften, Universitätsverwaltungen und Kollegien einerseits - und andererseits vernichtende informelle Konsequenzen für die aufdeckenden Personen. Das wissenschaftliche Rekrutierungs- und Reputationssystem reagiert also eingeschränkt und oft garnicht auf Fehlverhalten, sondern personalisiert nur spektakuläre Fälle als ´bad apples´.

Aus der pharmafinanzierten Forschung mit ökonomischem Hintergrund und gezielter Nicht-Veröffentlichung skizziert Thomas Kliche: "Medizinische Evidenz (etwa zum Wirkungsnachweis neuer Medikamente) beruht auf der Zusammenfassung aller international erhältlichen Daten. Erfolge in der Manipulation dieser Datenlagen sind bislang exemplarisch der Pharmaindustrie nachgewiesen. Herausgegriffen sei das Beispiel Antidepressiva: Ein Viertel der diesbezüglichen Wirkungsstudien in den USA mit einem Viertel der Probanden blieb unveröffentlicht; wurden sie dennoch metaanalytisch in die internationalen Datenlagen einbezogen, verschwanden viele der vermeintlichen Medikamentenwirkungen: Statt 94% fanden nur noch 51% der Studien Wirkungen der Antidepressiva, verbunden mit Übertreibungen der Effektstärken." Zudem: Wieviele therapeutische Wirkungen dem Placebo-Effekt zuzuordnen sind, bleibt ungeklärt.

Thomas Kliche und KollegInnen bieten in ihrem Handbuch "Korruption" fundierte Hintergrundinformationen, die den öffentlichen breiten Diskurs nur gelegentlich und nur in der Form verzerrender Sensationsstories erreichen.

>> Thomas Kliche, Stephanie Thiel (Hrsg.) Korruption - Forschungsstand, Prävention, Probleme. Pabst, 540 Seiten, ISBN 978-3-89967-691-4

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