(openPR) Günter Spiesberger hat zur eigenen Branche eine durchaus kritische Distanz aufgebaut: „Coaching ist für viele Manager zur Droge geworden“, befindet er. Dass ausgerechnet der Mentalcoach von Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister Derartiges von sich gibt, mag vorerst einmal durchaus verwundern.
(Dornbirn/Vaduz, 16.03.2006) – Coaching boomt. Coaching ist trendy. Was früher einmal unter der Rubrik „esoterisches Experiment“ abgehandelt wurde, hat heute in den Vorstandsetagen der meisten Unternehmen einen fixen Platz in den Terminkalendern der Manager. Nach einer Umfrage der Wiener Privatuniversität für Management (PEF) wurden in 81 Prozent der von der PEF untersuchten österreichischen Unternehmen Coachings durch einen externen Berater durchgeführt. 70 Prozent dieser Coachings wurden mit dem Ziel veranstaltet, Führungskompetenz zu verbessern, 58 Prozent, um Krisen bei der Umstrukturierung eines Unternehmens zu bewältigen. Die meisten der befragten Unternehmen zeigten sich mit den Ergebnissen des Coachings recht zufrieden. Ähnliche Befragungen in Deutschland und der Schweiz untermauern das durchwegs positive Ergebnis in Österreich.
Dass Coaching voll im Trend liegt, hat auch der gebürtige Oberösterreicher und nunmehr im liechtensteinischen Vaduz arbeitende Günter Spiesberger registriert: der Management-Coach konnte einen rasanten Anstieg der Auftragslage verzeichnen – nicht zuletzt wegen olympischen Goldes, das er für Österreich zu erkämpfen mithalf. Michaela Dorfmeister, die Doppel-Olympiasiegerin von Turin, ging durch Spiesbergers Training.
Dennoch hat sich Coach Spiesberger eine kritische Distanz zur eigenen Profession bewahrt: „Die meisten Coachings gehen über Wochen oder Monate, aber Coaching muss auch wirken, wenn man es nur kurz, aber intensiv genießt. Ansonsten laufen die Methoden des Coachings Gefahr, zur Droge für den Klienten zu werden“, so Spiesberger. An Michaela Dorfmeister etwa praktizierte er insgesamt nur drei Tage lang im Sommer 2005 – offensichtlich reichte die mentale Indikation über Monate aus, um im Februar 2006 Olympia-Medaillen zu sammeln. „Dabei sind die Anforderungen bei der mentalen Konditionierung einer Schifahrerin beinahe noch höher als bei einem Manager: Schirennläufer haben meist nur Bruchteile von Sekunden für die richtige Entscheidung auf der Piste, Manager können sich den Luxus leisten, sich einige Tage oder Wochen Zeit mit ihrer Entscheidung zu lassen“, so Spiesberger. Dennoch muss das Ziel jedes Coachings sein, binnen weniger Tage Ergebnisse zu zeitigen und letztlich den Klientel zu befähigen, auch ohne Anwesenheit des Coaches die vermittelten mentalen Stärken jederzeit abzurufen. „Ansonsten wird der Coach samt seiner Methodik zum bloßen Placebo“, sagt Günter Spiesberger. Auch deshalb hat sich der Oberösterreicher darauf spezialisiert, Coachings in wenige Tage zu verpacken, die eine solide Grundlage für Management-Erfolg schaffen und nicht über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden müssen. „Letztlich ist der Management-Coach auch nichts anderes als ein Arzt, der kein Interesse daran haben kann, wenn der Patient lange Zeit kränkelt, nur um ihn länger behandeln zu können“, so Spiesberger.












