(openPR) Kaum ein Thema in der Arbeitswelt erhitzt die Gemüter in den Unternehmen stärker als Zeitarbeit. Dabei beträgt der Anteil der Zeitarbeiter an den Erwerbstätigen gerade mal 2% oder in absoluten Zahlen nur rd. 800.000 Zeitarbeiter. Ulrich Ritter (Vertrieb) und Robert Simon (Fachspezialist), beide Partner von Expense Reduction Analysts (ERA) und mit dem Thema intensiv vertraut, halten den negativen Ruf von Zeitarbeit für unberechtigt und finden auch die politische Diskussion teilweise für ziemlich unsachlich: „Zeitarbeit hat leider kaum eine Lobby. In weiten Teilen wird Zeitarbeit auch negativ besetzt als Leiharbeit bezeichnet. Die Vorteile von Zeitarbeit werden kaum wahrgenommen. Zeitarbeit ist besser als ihr Ruf.“
Experte Simon von ERA hält den schlechten Ruf von Zeitarbeitern in den Vorurteilen Niedriglohn, Krankheit, Ausbeutung und Kurzzeitarbeit begründet. „Dabei ist die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns für die Zeitarbeitsbranche unbedeutend, da der Einstiegslohn von 8,50 EUR schon vorher von den Tarifparteien fest vereinbart wurde. Akademisch gebildete Zeitarbeiter, bspw. Informatiker oder Ingenieure, kommen auch in der Zeitarbeit auf Löhne von über 35 EUR pro Stunde.“
Der aktuelle Gesundheitsreport der Technikerkrankenkasse zeigt in ihren Zahlen zwar eine überdurchschnittliche Krankheitshäufigkeit von Zeitarbeitern. Neue Beschäftigte haben grundsätzlich ein höheres Unfallrisiko, unabhängig ob Zeitarbeiter oder nicht, weil sie mit den Gefahren im Betrieb noch nicht vertraut sind. Der Krankenstand generell im Norden und Osten Deutschlands ist messbar höher als im Süden. Robert Simon von ERA hält das u.a. für ein deutliches Zeichen, dass Arbeit für alle Erwerbstätigen einen hohen gesellschaftlichen Wert für den Einzelnen und damit auch einen sehr hohen Motivationsfaktor darstellt. Heute ist Zeitarbeit auch keine Hintertür mehr für billige, vorher eigene Arbeitskräfte. Bekannt geworden ist diese Modell – eigene Arbeitskräfte erst entlassen und dann über Zeitarbeit wieder einstellen – durch die Drogeriemarktkette Schlecker. Das Ergebnis ist bekannt. Dennoch wurde dieses Modell nach Beobachtung von Simon oft in defizitären Unternehmenssituationen eingesetzt, manchmal als letzter Versuch des Managements, ein Unternehmen zu retten. Der Experte bewertet es positiv, dass der Gesetzgeber diese Möglichkeit geschlossen hat.
Leider führt Zeitarbeit oft nicht zur festen Übernahme des Arbeitnehmers. Die Gründe liegen gem. einer Studie des Arbeitsministeriums NRW aus dem Dezember 2013 zu 44,5% beim Einsatzbetrieb und zu 43,7% beim Zeitarbeitnehmer und nur zu 9,2 % beim vermittelndem Personaldienstleister. Robert Simon von ERA sieht insgesamt beim richtigen Umgang mit Zeitarbeit enormes Einsparpotential:
„In der Praxis stelle ich immer wieder fest, dass eine höhere Übernahmequote von Zeitarbeitern zu einem besseren Betriebsklima führt. Nicht zu vergessen die Betriebsräte, die einem solchen Vorgehen meiner Erfahrung nach positiv gegenüberstehen. Trotzdem bedeutet Zeitarbeit im Sinne von Flexibilität einen großen Vorteil fürs Unternehmen und ist somit für die Stammbelegschaft von Vorteil. Wir empfehlen Unternehmen den Einsatz externer Experten in diesem Kostenbereich, u.a. um die Gebühren von Zeitarbeit untersuchen zu lassen damit Unternehmen sich auf Ihr Kerngeschäft und Ihren Umsatz konzentrieren können.“









