(openPR) Vor allem die stark überbewertete YTL schwächt derzeit die türkische Textilindustrie auf internationalen Absatzmärkten. Wir schätzen nach wie vor, dass mittelfristig die Türkei weitere erhebliche Martanteile an China verlieren wird, vorausgesetzt China entwickelt sich zu einer ernsthaften Alternative bei hochwertigen Textilprodukten. China ist für die Bundesrepublik inzwischen die Nummer eins als Textil-Lieferant noch vor der Türkei, und bei den Einfuhren insgesamt der sechstgrößte Handelspartner Deutschlands. Über die Folgen der chinesischen Exportorientierung haben wir bereits letztes Jahr ausführlich berichtet. Die Türkei würde jeden Preiskampf mit der fernöstlichen Konkurrenz verlieren. Eine von Türkeianalyse getätigte Befragung vor Ort ergab, dass Mittelständische Betriebe ihre Produktion zurückfahren, und kleine Betriebe bereits um ihre Existenz fürchten. Der einzige Weg aus der Krise kann mittelfristig nur die Markenbildung sein. Wie das gehen kann, zeigt der Exportverlauf der türkischen Jeansindustrie. Gegenüber 2003 hat der türkische Export von Jeans einen Zuwachs von mehr als 100% auf 1,4 Mrd USD im letzten Jahr erreicht. Besonders hervorzuheben ist hier der Jeanshersteller Mavi. Das türkische Familienunternehmen vermittelt Lifestyle pur, und unterhält Geschäfte unter anderem in New York, Vancouver, Montreal, Berlin, Frankfurt und Istanbul; weitere Showrooms findet man in Istanbul, New York, Mailand, Los Angeles, Vancouver, Montreal, London, Frankfurt, Kopenhagen und Sydney. Allerdings läßt auch der türkische Marktführer in Asien und Indonesien herstellen. Wir werden in Zukunft beobachten, dass der chinesische Konsument auch auf Qualität setzen wird; die Alternative hierzu kann sein "Qualität made in Türkiye" and "sold in China". Ein Billiglohnland ist die Türkei schon lange nicht mehr. Die türkische Großindustrie unterhält heute schon Produktionsstätten unter anderem in Ländern wie Bulgarien, Rumänien und Russland.
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