(openPR) Am Freitag, den 23. Mai, beginnt die 63. Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra mit einer Rarität: Der Wiederentdeckung des Nürnberger Komponisten Johann Staden
(1581–1634). In St. Lorenz, einer der Wirkungsstätten des berühmten Organisten, eröffnet die ION um 20.00 Uhr mit seinen selten gehörten „Kirchenmusiken“ (1625/26). Sie zählen zu den wichtigsten Kompositionen des Meisters und sind markante Beispiele für die Pflege der Musica Sacra zu Beginn des 17. Jahrhunderts. So ist das Eröffnungskonzert eine einmalige Gelegenheit, Johann Staden als Komponist von Instrumentalmusik kennenzulernen und einen unmittelbaren Eindruck von der kirchenmusikalischen Praxis im alten Nürnberg zu gewinnen. Der Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Martin Lehmann, zwei hochkarätige Spezialensembles für Alte Musik, Concerto Palatino und Capella de la Torre, und vier international renommierte Solisten heben diesen musikalischen Schatz. Das Eröffnungs-Konzert wird live auf BR-Klassik übertragen. Darüber hinaus werden zahlreiche Konzerte durch den Bayerischen Rundfunk – Studio Franken aufgezeichnet.
Mit mehr als 40 Veranstaltungen lotet das von Folkert Uhde geleitete Festival vom 23. Mai bis 1. Juni das diesjährige Motto „Rausch“ aus. Ein vielfältiges Kaleidoskop, in dem ekstatische-musikalische Marien-Verehrung mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und der Barockgeigerin Midori Seiler (25.05.) ebenso ihren Platz findet wie Meditatives mit Messiaens Zyklus „Vingt regards sur l’enfant-Jésus“, gespielt von dem renommierten Pianisten Martin Helmchen (26.05.), Sinnliches mit der belgisch-deutsch-tunesischen Spurensuche „Über das Verlangen“ (28.05.) oder eine prominent besetzte „Musikalische Bildbeschreibung“ mit u.a. Dorothee Mields, Petra Müllejans, Hille Perl und Lee Santana (29.05.).
Mit mehr als 200 Mitwirkenden wartet die IONacht am 24. Mai als größte und vielfältigste Veranstaltung des Festivals auf. Eine außergewöhnliche Premiere verspricht das Mitsingkonzert der Damen des Chores des Bayerischen Rundfunks gemeinsam mit Laiensängern. Auf dem Programm stehen Werke von Mozart und Haydn. Wegen des großen Publikumszuspruchs im letzten Jahr wurde die IONacht 2014 erweitert und bezieht die St. Elisabeth-Kirche mit ihrer frisch renovierten Orgel als neuen Veranstaltungsort mit ein.
Einen weiteren Akzent setzt ein vierteiliger Zyklus mit Transkriptionen von Mahler-Sinfonien des britischen Organisten David Briggs vom 27. Mai bis 1. Juni. Die Chorpartien der Auftaktveranstaltung mit Mahlers Sinfonie Nr. 2 c-Moll übernimmt ein eigens dafür gegründeter ION-Projektchor unter der prominenten Leitung von Karl-Friedrich Beringer.
Keinesfalls fehlen dürfen im Programm der ION 2014 Orgel-Klassiker wie die ION-Mittagskonzerte, die Preisträgern des ION-Orgelwettbewerbs um den „Johann-Pachelbel-Preis“ und anderer internationaler Wettbewerbe eine Plattform bieten. Auch erfolgreiche Pilotprojekte des letzten Jahres wie die „Fünf Klangproben – 20 Minuten ION gratis“ und die ION-Party (28.05.) erleben eine Neuauflage. Speziell auf Familien ausgerichtete Angebote wie ein Renaissance-Fest, das die damalige Lebens- und Feierkultur in die Gegenwart holt (25.05.), Gottesdienste und experimentelle Formate wie das „Gregorianik-Projekt“ (31.05.) oder „Yoga & Orgel“ (01.06.) runden das Programm ab.
Die dramaturgische Klammer schließt sich am 1. Juni: Im „Heimspiel“ bestreitet die Staatsphilharmonie Nürnberg unter ihrem GMD Marcus Bosch den Schlussakkord. Bruckners Sinfonie Nr. 5 B-Dur wird in einen Klangraum für Perkussionsinstrumente eingebettet, für die die ION das Genfer Perkussionsensemble um den Komponisten und Schlagwerker Alexandre Babel eingeladen hat.
Auch die 63. ION 2014 wird möglich durch eine außergewöhnliche und einzigartige Partnerschaft, in der private, öffentliche und kirchliche Geldgeber die Arbeit der ION finanziell unterstützen. Neben den beiden Hauptsponsoren – der Sparkasse Nürnberg und der (im Februar verstorbenen) Henriette Schmidt-Burkhardt – engagieren sich die Mitglieder im Patronat des Freundeskreises der ION, Dr. Elisabeth Birkner und das Augustinum Roth in herausgehobener Weise. Einen bedeutenden Beitrag leisten darüber hinaus die Stadt Nürnberg, der Bezirk Mittelfranken und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Einzelne Projekte, an denen unter anderem das RADIALSYSTEM V als Co-Produzent beteiligt ist, werden zusätzlich vom Hauptstadtkulturfonds unterstützt. Medienpartner der 63. ION ist der Bayerische Rundfunk.
Die Internationale Orgelwoche Nürnberg – Musica Sacra (ION) ist das wohl älteste Festival für Geistliche Musik in Europa, wenn nicht sogar weltweit. Sie gehört zu den kulturellen Highlights der Metropolregion Nürnberg und strahlt weit über ihre Grenzen hinaus. 2013 hat Folkert Uhde, Berliner Konzertdramaturg, Produzent, Kulturmanager und Gründer des Berliner Kultur- und Veranstaltungshauses RADIALSYSTEM V – die Künstlerische Leitung der ION übernommen. Sein Aufbruch beinhaltet, die Marke „ION“ neu aufzuladen und das Verständnis und die Ausdeutung dessen, was „Geistliche Musik“ ist, zu erweitern und zeitgemäß zu beleben: Mit neuen Konzertformaten, im Dialog mit der großartigen Architektur der historischen Spielorte und mit Angeboten, die auch ein Publikum jenseits von Musikspezialisten zum Besuch der ION verführen sollen. www.ion-musica-sacra.de und www.facebook.com/ion.nurnberg
Für alle Veranstaltungen der ION sind noch Karten an den bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.reservix.de erhältlich.










