(openPR) Im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz hat das LINK Institut für Markt- und Sozialforschung die Wahrnehmung von elektromagnetischer Strahlung als Risikofaktor im Vergleich zu anderen gesundheitlichen Risikofaktoren untersucht. Dazu wurde im Rahmen der Studie „Differenzierte Betrachtung der Nutzung und der Wahrnehmung des Mobilfunks“ im Jahr 2013 eine bevölkerungsrepräsentative, telefonische Befragung unter insgesamt 2.500 Personen in Deutschland durchgeführt, darunter insbesondere auch Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die Stichprobe berücksichtigte sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern, so dass auch sehr mobile Personen und solche ohne Festnetzanschluss berücksichtigt wurden.
Lebensmittelbereich wird als besonders besorgniserregend wahrgenommen
Vor allem gentechnisch veränderte Lebensmittel sowie Fleisch aus unbekannter Herkunft werden als risikoreich eingeschätzt. Es folgen Luftverschmutzung, Nebenwirkung von Medikamenten, UV-Strahlung und starkes Zigarettenrauchen (jeweils über 30% ziemliche oder starke Besorgnis).
28% der Befragten machen sich ziemliche oder starke Sorgen im Hinblick auf Mobilfunk-Sendeanlagen – alle weiteren Faktoren, die elektromagnetische Felder betreffen, befinden sich eher in der unteren Hälfte der Rangordnung wahrgenommener Risikofaktoren und sind damit weniger präsent. 23% sehen der Strahlung von elektrischen Geräten mit Sorge entgegen, 20% sind hinsichtlich Hochspannungsleitungen besorgt und 18% hinsichtlich der Benutzung von Handys. Die Faktoren Benutzung schnurloser Festnetztelefone und Radio- und Fernsehanlagen liegen mit 13% bzw. 10% auf den letzten beiden Plätzen in der Rangreihe.
Die Befragungen wurden bereits in den Jahren 2003 bis 2006 und 2009 durchgeführt – im Vergleich zu den Daten von damals ist die größte Veränderung beim Faktor „starkes Zigarettenrauchen“ zu beobachten, der aktuell bei 37% liegt und 2009 noch bei 45% lag. Eine weitere größere Veränderung zeigt sich beim Faktor Luftverschmutzung – hier ist die Besorgtheit ebenfalls gesunken, von 56% in 2009 auf aktuell 50%. Faktoren aus dem Bereich elektromagnetische Felder sind im Wellenvergleich als stabil einzustufen.
Jugendliche deutlich weniger besorgt über Mobilfunksendeanlagen als Erwachsene
Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren machen sich insbesondere Sorgen um Luftverschmutzung, Verzehr von Fleisch aus unbekannter Herkunft, gentechnisch veränderte Lebensmittel und starkes Zigarettenrauchen. Auch hier tauchen erst in der unteren Hälfte der Rangreihe Punkte auf, die im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern stehen. 20% der Jugendlichen äußern Sorgen im Hinblick auf die Benutzung von Handys, 12% im Hinblick auf Mobilfunksendeanlagen. Auf dem letzten Platz findet sich das Telefonieren mit schnurlosen Festnetztelefonen. Lediglich 3% äußern diesbezüglich Sorgen.
Zwischen jugendlichen Mädchen und Jungen sind einige deutliche Unterschiede zu erkennen. Bezüglich der Strahlungsfaktoren machen sich Mädchen mehr Sorgen wegen UV-Strahlung, Hochspannungsleitungen und der Benutzung von Handys als Jungen. Jungen hingegen machen sich im Vergleich zu den Mädchen mehr Sorgen in Hinblick auf die Strahlung elektrischer Geräte, Mobilfunksendeanlagen und Radio- und Fernsehanlagen.
Im Vergleich mit der Gesamtstichprobe zeigt sich lediglich ein deutlicher Unterschied und zwar hinsichtlich Mobilfunksendeanlagen: Hier sind nur 12% der Jugendlichen besorgt, in der Gesamtbevölkerung sind es hingegen 28%.
Das Ergebnis zeigt, dass Strahlung durch elektromagnetische Felder weder in der Gesamtbevölkerung noch unter Jugendlichen ein zentrales Thema ist. Es verursacht keine bzw. nur marginal Sorgen.
Geringe Besorgnis geht einher mit geringer Beschäftigung mit dem Thema und niedrigem Informationsstand
Insgesamt liegt der Anteil der Personen, die sich schon viel mit dem Thema elektromagnetische Felder des Mobilfunks beschäftigt haben, im Jahresvergleich 2013 zu 2009 stabil bei 11%. 2013 hat sich die Mehrheit etwas oder ein wenig damit beschäftigt (54%). 36% haben sich noch nie mit elektromagnetischen Felders des Mobilfunks beschäftigt. Letzteres trifft in soziodemographischer Hinsicht überdurchschnittlich auf Frauen, Personen aus Ostdeutschland, Personen mit niedriger Bildung und Jugendliche zwischen 16 und 17 Jahren sowie Personen ab 65 Jahren zu.
Hinsichtlich der Informiertheit über elektromagnetische Felder des Mobilfunks beschreiben sich in der aktuellen Befragung 5% als sehr gut informiert, 19% fühlen sich gut informiert. Gut die Hälfte der Befragten fühlt sich ein bisschen informiert, gar nicht informiert fühlen sich immerhin 26%. Würden sich die Befragten über elektromagnetische Felder informieren wollen, so würden knapp 70% auf Medien zurückgreifen und zwar hauptsächlich auf das Internet, 10% würden einen Arzt und 9% Bekannte, Freunde oder Kollegen ansprechen.
Unter Jugendlichen ist der Informationsgrad noch geringer – 14% halten sich für sehr gut oder gut informiert, 86% fühlen sich ein bisschen oder gar nicht aufgeklärt. Insbesondere die Bekanntheit des SAR-Werts, der über die Strahlenbelastung eines Handys Auskunft gibt, ist bei Jugendlichen mit 18% im Vergleich zu allen befragten (29%) unterdurchschnittlich.
Sowohl das niedrige Level der Besorgtheit als auch die seltene Auseinandersetzung mit der Materie und der geringe Informationsgrad deuten auf einen Rückgang der Präsenz des Themas elektromagnetische Felder des Mobilfunks in Deutschland hin.
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, die persönliche Belastung mit elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks so gering wie möglich zu halten. Tipps dazu finden Sie unter http://www.bfs.de/handytipps
Zur Studie:
Den ausführlichen Ergebnisbericht finden Sie auf: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-2014022811170
Bei Abdruck / Veröffentlichung bitten wir um Benachrichtigung, vielen Dank.









