(openPR) Nachdem die von Hephaistos, dem Gott des Feuers und der Schmiede aus Lehm geschaffene erste Frau, Pandora, entgegen der Anweisung des Zeus neugierig die Büchse mit allen Übeln der Welt geöffnet hatte, entwichen diese. Seitdem verheerten Laster und Untugenden, Krankheit und Tod die Welt. Die Büchse enthielt zwar auch die Hoffnung. Diese konnte aber nicht aus der Büchse gelangen, weil sie nach dem Öffnen rasch wieder geschlossen wurde. Man kann sich ja die Aufregung unter den Göttern über das unbotmäßige Verhalten der Pandora vorstellen. Einige Zeit später, als sie unbeobachtet war, öffnete die neugierige Frau die Büchse nochmals. Dabei gelangte auch die Hoffnung in die Welt. So kommt es, daß sich die Menschen trotz allen Elends, das sie fortlaufend erzeugen und erleiden, immer wieder auch daranmachen, ihre Welt zu bessern. So die griechische Mythologie.
Vielleicht ahnten die Schöpfer dieses Mythos schon, daß das Menschentier ein Gefangener seiner Gene ist, und – wenn überhaupt – sich nur sehr, sehr langfristig zum Menschen wandeln konnte, den die Philosophen der damaligen Zeit sich offensichtlich als möglich schon vorstellen konnten. Wissenschaftliche Erkenntnisse über Genetik und Evolution gab es zu ihrer Zeit ja noch nicht.
Was aus dem Griechenland der Antike geworden ist, in dem die Herrschenden bereits mit demokratischen Regeln und Verfahren experimentierten, die heute immer noch nicht zufriedenstellend sicher und wirksam funktionieren und oft nicht mehr sind als ein Feigenblatt für Parteien- und Lobbyherrschaft, sehen wir heute. Das mahnt uns, daran zu denken, daß rund zweieinhalb tausend Jahre Evolution bei weitem nicht ausreichen, um aus einem räuberischen Rudeltier einen Menschen mit natürlichem Gemeinsinn, Achtung der Menschenwürde sowie Respekt vor den Rechten seinen Artgenossen und den Existenzbedingungen seiner Umwelt zu machen. Immerhin hat sich der Mensch ja schon vor rund 7,5 Millionen Jahren vom Affen getrennt. Und heute noch stimmt er zu 99,4% genetisch noch mit dem Schimpansen überein.
Wir müssen uns also wohl oder übel weiterhin damit abfinden, daß der Mensch – das räuberische Rudeltier, das er nun einmal immer noch ist – lügt und betrügt, seinesgleichen ausbeutet, manipuliert, beraubt drangsaliert und tötet, daß er die Umwelt zu seinem eigenen Nachteil schädigt – und dies alles mit immer weiter entwickelten Techniken und Methoden. Natürlich handeln nicht alle Menschentiere so, die meisten sind sogar überwiegend Opfer. Aber „um eine Hochkultur zu vernichten, genügt es daß, Mehrheiten sich bieten lassen, was Minderheiten ihnen zumuten.“ (Prof. Querulix)
Die von unfähigen und skrupellosen Politikern leichtfertig ermöglichte und von geldgierigen Bankstern und Gangstern verursachte weltweite Finanzkrise zeigt, wie gefährdet das Menschentier durch sich selbst ist und es immer war. Als Folge der technologischen Entwicklung und der globalen Vernetzung der menschlichen Großgesellschaften wirken sich die Egozentrismen und Gleichgültigkeit ihrer Machteliten gegenüber dem allgemeinen Wohl der von ihnen beherrschten Völker aber viel stärker aus und haben erheblich gravierendere Folgen. Der Umgang der Politiker mit der Ukraine-Krise wird dafür möglicherweise ein fatales Beispiel liefern.
Wenn wir auch heute keine Mythologie mehr brauchen, um das Unheil zu erklären, das wir erfahren, so müssen wir doch einsehen, daß die Menschheit noch einen langen Weg vor sich hat, bis sie in der Lage sein wird, die Erde wie ein guter Hausherr zu verwalten und zu nutzen und als wahre Menschen in guter Nachbarschaft miteinander zu leben.
Bis dahin – wenn das Menschentier diesen Zustand in ferner Zukunft überhaupt jemals erreicht wird – wird die Menschheit weiterhin ihr immer gleiches Theaterstück aufführen. Nur die Kulissen, Akteure, Kostüme und Requisiten werden sich wie immer schon mit den Verhältnissen der Zeit verändern. Prof. Querulix kommentiert und kritisiert seit über 25 Jahren das Treiben des Menschentiers. Friendly fire nennt er seine zeitlose Zeitkritik in Form von Aphorismen, Reimen und Gedichten. Anläßlich seines Publikationsjubiläums hat der eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital unter dem Titel „Volksmund tut Weis- und Wahrheit kund – Zeitkritik in klassischen und modernen Aphorismen, Reimen und Gedichten“ ein eBook im Umfang von 1.085 Seiten (ISBN 978-3-943788-21-1) und eine noch etwas umfangreichere und mit einer kleinen Bildergalerie ergänzte CD (ISBN 978-3-943788-27-3) herausgebracht, die für jeweils 29,95 Euro beim Verlag und in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich sind.
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