(openPR) Zur heutigen Plenardebatte ueber den Berufsbildungsbericht erklaeren die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nicolette Kressl und der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Joerg Tauss sowie die Abgeordneten Willi Brase und Anton Schaaf:
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die deutsche Wirtschaft mit allem Nachdruck auf, mehr Ausbildungsplaetze zu schaffen.
Die Verantwortung fuer die Berufsausbildung ist zwischen Staat und Wirtschaft geteilt. Der Staat ist verantwortlich fuer die Ausbildung an den Berufsschulen. Die Wirtschaft ist verantwortlich fuer die betriebliche Ausbildung.
Dieses bewaehrte System ist ins Ungleichgewicht geraten, denn die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich dramatisch zugespitzt: 160.000 unvermittelte Bewerberinnen und Bewerber im April 2003. Gegenueber dem Vorjahresmonat wurden ueber 57.000 betriebliche Ausbildungsstellen weniger gemeldet. Der Anteil der ausbildenden Betriebe ist auf weniger als ein Drittel zurueckgegangen.
Es ist nicht hinnehmbar, wenn nur eine Minderheit von Unternehmen - gemeinsam mit dem Staat - die gesamten Lasten fuer die berufliche Ausbildung junger Menschen traegt, auf deren Qualifikation letztlich alle Unternehmen angewiesen sind und von der alle Unternehmen profitieren.
Wenn nun angesichts dieser Entwicklung eine gesetzliche Regelung fuer eine gerechtere Verteilung der Ausbildungslasten zwischen den Unternehmen ins Spiel gebracht wird, so geschieht dies nicht aus ideologischen Gruenden. Wir wollen eine solche Regelung nicht um ihrer selbst willen. Aber sie ist die ultima ratio, wenn die deutsche Wirtschaft ihrer Verpflichtung zur Ausbildung junger Menschen nicht nachkommt. Ob eine gesetzliche Regelung kommt, liegt damit jetzt allein in der Hand der Unternehmen.









