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"David Nash: Columns, Comets, and Cork. New Sculptures and Drawings", Galerie Scheffel, Bad Homburg

24.04.201409:03 UhrKunst & Kultur
Bild: "David Nash: Columns, Comets, and Cork. New Sculptures and Drawings", Galerie Scheffel, Bad Homburg
David Nash, Embedded Crack and Warp Column, 2011, courtesy Galerie Scheffel, Bad Homburg, & Künstler
David Nash, Embedded Crack and Warp Column, 2011, courtesy Galerie Scheffel, Bad Homburg, & Künstler

(openPR) Vom 25. April bis zum 5. Juli 2014 präsentiert die Galerie Scheffel neue Werke des britischen Künstlers David Nash. Die Ausstellung stellt Skulpturen unterschiedlicher Größen und Grundformen ebenso wie farbige Papierarbeiten und Kohlezeichnungen vor und bietet einen aufschlussreichen Einblick in das gegenwärtige Schaffen des international renommierten Briten.



Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, den 25. April 2014, um 19.00 Uhr im Beisein des Künstlers.
Melissa Hamnett, Kuratorin für Skulptur am Victoria & Albert Museum in London, wird eine Einführung in sein vielschichtiges Werk geben.

Für den 1945 in Südengland geborenen David Nash ist der Dialog mit der Natur stets Ausgangspunkt der Formgebung. Als Bildhauer arbeitet er vorrangig mit Holz und selbst seine Bronze- und Eisengüsse entwickelt er aus einer lebenslangen Auseinandersetzung mit dem natürlichen Material. Bekannt wurde Nash weltweit auch für seine unverwechselbaren Holzskulpturen mit kontrolliert verkohlter Oberfläche. Darüber hinaus hat er Naturinstallationen und Landschaftsprojekte sowie ein umfangreiches zeichnerisches Werk geschaffen.

Die Kraft und die Schönheit der Skulpturen David Nashs verdankt sich der ausgewogenen Balance zwischen den Eigenheiten des Holzes und dessen künstlerischer Bearbeitung. Und auch die Ausdruckskraft seiner Pastell- und Kohlezeichnungen beruht auf dem vitalen Interesse des Künstlers an der plastischen Formfindung und am harmonischen Zusammenwirken von Kunst und Natur, von künstlerischem Gestaltungswillen und elementaren Kräften der Natur.

Für seine bildhauerische Arbeit verwendet Nash ausschließlich abgestorbene oder ohnehin gefällte Bäume, die er aus der ganzen Welt zusammenträgt. Bei der Bearbeitung lässt er sich von seinem natürlichen Material leiten. Er geht von der jeweiligen Beschaffenheit der Bäume aus, berücksichtigt ihre Struktur, ihr Alter und ihre Farbe, ihre Formbarkeit, ihre Widerständigkeit oder Verletzlichkeit. Er arbeitet den Hölzern ihnen innewohnende Formen heraus, betont Maserungsverläufe und bezieht die anhaltende Metamorphose des natürlichen Materials als kalkuliertes Moment der plastischen Tätigkeit in sein Werk mit ein: den Umstand, das auch abgelagertes Holz noch ‚arbeitet‘, dass es reißt, sich verzieht oder seine Farbe verändert.

Aus mächtigen Baumstämmen oder Ästen befreit Nash universelle geometrische Formen wie Kubus, Kugel und Pyramide, aber auch symbolträchtige Archetypen wie Boot, Thron oder Kreuz. Er bringt eine Reihe ineinander verschachtelter Quader aus einem Stamm hervor oder erhält die Verästelungen eines Baumes als Grundlage der künstlerischen Form. Durch das Einschneiden serieller Strukturen fächert er einen massiven Holzblock auf zu einem scheinbar luftigen Gebilde oder verwandelt er schwere Baumstämme in filigran wirkende, sich in Spiralen drehende, geschuppt oder zusammengerollt erscheinende Säulen oder Ei-Formen.

Visuelle Varianten erzeugt David Nash in seinen eindrucksvollen Holzarbeiten mit ganz oder teilweise karbonisierter Oberfläche. Auch in diesen Werken wird das Prinzip der Metamorphose auf die Kunst übertragen: Durch das kontrollierte Verkohlen führt Nash den Übergang des Materials vom organischen in den mineralischen Zustand herbei. Die angekohlte Form wirkt verdichtet, das Augenmerk wird vom Material auf die Gestalt und damit auf die so eigenständige Formensprache dieses außergewöhnlichen Künstlers gelenkt.

David Nash, der seit 1967 in Nord-Wales lebt und arbeitet, studierte zwischen 1963 und 1970 Bildhauerei am Kingston College of Art und an der Londoner Chelsea School of Art. Nach ersten Einzelausstellungen in Großbritannien in den 1970er Jahren, gelang ihm der internationale Durchbruch bereits 1980 mit zwei Ausstellungen in New York und Venedig. Seitdem werden seine Werke in der ganzen Welt nicht nur in einschlägigen Gruppenausstellungen zur britischen Gegenwartskunst, sondern regelmäßig auch in einer Vielzahl von Einzelausstellungen präsentiert.

Die jüngste umfassende Retrospektive seiner Arbeiten wurde 2010/2011 vom Yorkshire Sculpture Park in England ausgerichtet. Im Anschluss an eine groß angelegte Präsentation neuerer Werke in den Londoner Kew Gardens wird nun im Mai dieses Jahres in den USA die Ausstellung „David Nash: From Kew Gardens to Meijer Gardens“ eröffnet. In Deutschland hat David Nash seit 1997 mehrfach an der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ teilgenommen und 2008 war eine Retrospektive seines Werks in der Kunsthalle Emden zu sehen. Seine monumentale Skulptur „Black Column“ ist dauerhaft vor dem Informationszentrum im Naturpark Hochtaunus installiert.

Weltweit ist David Nash in den Sammlungen der bedeutendsten Museen vertreten – in London beispielsweise in der Tate Collection und im Victoria & Albert Museum, in zahlreichen weiteren europäischen Museen wie den Florentiner Uffizien, dem niederländischen Rijksmuseum Kröller-Müller und dem dänischen Louisiana Museum für Moderne Kunst, in den USA etwa im Guggenheim Museum und im Metropolitan Museum of Modern Art, ferner in Japan und in Süd-Korea, in Australien und in Kanada. Darüber hinaus prägt das Werk David Nashs den öffentlichen Raum zahlreicher Städte auf allen Kontinenten. Als einer der wichtigsten britischen Gegenwartsbildhauer wurde David Nash 1999 zum Mitglied der Royal Academy of Arts in London ernannt und 2004 mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet.

Die Ausstellung, die jetzt in der Galerie Scheffel zu sehen ist, widmet sich gezielt den jüngsten Arbeiten des britischen Künstlers. Neben neuen Formkompositionen und Zeichnungen präsentiert sie erstmals auch eine Werkserie, in der sich David Nash mit der Rinde der Korkeiche als bildhauerisches Material auseinandersetzt.

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