(openPR) Kiel, 14.4.2014
Am vergangenen Wochenende wurde von den Experten des Kieler Schiffsarztlehrgangs in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Kiel erstmalig eine eher ungewöhnliche zahnmedizinische Fortbildung organisiert. Das Besondere: In dem zweitägigen Seminar wurden keine Zahnärzte, sondern Schiffsärzte und Katastrophenmediziner mit Hilfe von Vorträgen und zahlreichen praktischen Übungen darauf vorbereitet, eine fachkundige zahnmedizinische Notfallversorgung an Orten leisten zu können, an denen ein erfahrener Zahnarzt nicht zur Verfügung steht.
Dr. Frank Heblich, wissenschaftlicher Leiter der Veranstaltung und selber erfahrener Schiffsarzt, zog nach der Veranstaltung Bilanz und freute sich über die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer. „Im Idealfall findet man an Bord von Kreuzfahrtschiffen einen erfahrenen Zahnarzt als freiwilligen Helfer unter den Passagieren. Das muss aber nicht immer so sein. Daher muss sich der Schiffsarzt auch mit Grundfragen einer zahnmedizinischen Notfallversorgung auskennen. Gleiches gilt auch für viele Ärzte, die in den Katastrophen- und Krisenregionen dieser Welt eingesetzt werden.“ Denn im Medizinstudium werden zahnmedizinische Inhalte nur sehr eingeschränkt vermittelt. Die zentrale Aufgabe der Veranstaltung war es daher, den Teilnehmern die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer zahnmedizinischen Notfallversorgung mit einfachen Materialien aufzuzeigen, so Heblich.
Während der zweitägigen Veranstaltung wurden von erfahrenen Zahnärzten nicht nur detaillierte Hintergründe zu Themen wie der Entstehung von Karies, den Umgang mit ängstlichen Patienten, die richtige Methodik der Schmerzbekämpfung oder die fachkundige Versorgung von Verletzungen im Kiefer- und Gesichtsbereich vermittelt. Jeder Teilnehmer konnte an einem Phantomkopf in vielen praktischen Übungen unter anderem trainieren, wie man den Mundraum richtig untersucht, eine abgefallene Zahnkrone wieder fixiert werden kann, wie man eine behelfsmäßige Zahnfüllung anmischt und den Bohrer richtig verwendet.
„Das Seminar kann und soll aus den Teilnehmern keine Mini-Zahnärzte machen. Aber es kann sensibilisieren und die Berührungsängste vor einer notwendigen Notfall-Behandlung nehmen.“ erklärt Dr. Stephan Mohr. Er ist einer der Referenten des Lehrgangs und langjährig erfahrener Zahnarzt mit eigener Praxis. Zuvor war er viele Jahre als Zahnarzt auf Marineschiffen im Einsatz und kennt daher die Anforderungen der besonderen Situation an Bord. Die Zahnmedizin ist ein eigenständiges und hochkomplexes Fachgebiet und die finale Versorgung zahnmedizinischer Notfälle gehört unbedingt in die Hände erfahrener Zahnärzte. Wenn wir aber dem „normalen Arzt“ mit dem Seminar helfen konnten, sich in der Notfallversorgung sicherer zu fühlen, und damit einem Patienten in abgelegenen Regionen oder an Bord eines Schiffes frühzeitig geholfen werden kann, dann haben wir unser Ziel erreicht, so Mohr weiter.
„Das ist Euch gut gelungen. Der Kurs hat viel Spaß gemacht.“ lautete dann auch der Abschlusskommentar eines der Teilnehmer. Das erfolgreich durchgeführte Seminar soll auch im nächsten Jahr wieder in Kiel angeboten werden.












