(openPR) „Dimitri“ – Victorin Joncières vergessenes Spiegelbild romantischen Opernschaffens
Mit „Dimitri“ von Victorin Joncières (1839-1903) widmet sich der Palazzetto Bru Zane in seiner CD-/Buch-Reihe wieder einem unbekannteren französischen Komponisten, den es umso mehr wiederzuentdecken gilt. Die hochgelobte Reihe „Opéra français“ beschäftigt sich mit seltenen Opern der französischen Romantik, begleitet von ausführlichen Aufsätzen und Bildmaterial.
Victorin Joncières ist beispielhaft für den romantischen französischen Künstler, der sich dem Spektakulären und Monumentalen auf der Opernbühne verschrieben hat – einer Ausdrucksform, für die Giacomo Meyerbeer ein Wegbereiter war. Wenn auch nicht als ‚Grand Opéra‘ bezeichnet, in deren Dimensionen „Dimtri" dennoch gedacht war, setzte der Komponist zumindest aber eine ehrgeizige Zäsur in dieser Richtung. Obwohl Joncières in seinem Schaffen von seinen Zeitgenossen Richard Wagner und Charles Gounod beeinflusst war, schuf er jedoch seine eigene Musiksprache, die in „Dimitri“ einen Höhepunkt fand. Der leidenschaftliche Wagner-Verfechter kreierte einen neuen Stil, der das bunte romantische Opernschaffen in Frankreich, Italien und Deutschland widerspiegelt. Die Handlung ist an Friedrich Schillers unbeendete Tragödie „Demetrius“ angelehnt – ein intrigenreicher Kampf, den Dimitri um den russischen Thron und seine Liebe zu Marina antreten muss. Die Uraufführung im Théâtre National Lyrique in Paris am 5. Mai 1876 und die ca. 50 Folgeaufführungen wurden euphorisch bejubelt. Anschließend sollten „Dimitri“ und sein Schöpfer für die darauf folgenden 150 Jahre allerdings in Vergessenheit geraten.
„Dimitri“ ist der sechste Band der CD-/Buch-Reihe „Opéra français“ des Palazzetto Bru Zane – Centre de musique romantique française. Die Stiftung erforscht die französische Musik des langen 19. Jahrhunderts (1780-1920) und fördert deren Wiederentdeckung auf CDs und in Konzertsälen.
www.bru-zane.com
Victorin Joncières (1839-1903)
Dimitri
Oper in fünf Akten und sieben Bildern
Libretto von Henri de Bornier und Armand Silvestre
Flemish Radio Choir
Flanders Opera Children’s Chorus
Brussels Philharmonic
Leitung: Hervé Niquet
Philippe Talbot: Dimitri / Gabrielle Philiponet: Marina / Nora Gubisch: Marpha / Andrew Foster-Williams: Le Comte de Lusace / Jennifer Borghi: Vanda / Nicolas Courjal: L’Archevêque Job / Julien Véronèse: Le Prieur / Jean Teitgen: Le Roi de Pologne / Joris Derder: Le Chef des Bohémiens, Un Officier / Lore Binon: Une Dame d’honneur
Liveaufnahme Salle Flagey Brüssel, März 2013
2 CDs, Aufsätze auf Englisch und Französisch
ISBN 978-84-939-6869-4









