(openPR) Geschäftsklima im Land hellt sich aufDas Geschäftsklima in der gewerblichen Wirtschaft Baden-Württembergs hat sich nach der Eintrübung in den beiden Vormonaten im Mai spürbar aufgehellt.Die Ergebnisse des L-Bank-ifo-Konjunkturtests weisen darauf hin, dass sich vor allem die Geschäftserwartungen verbesserten, während die Urteile zur aktuellen Lage wesentlich schwächer nach oben tendierten, wobei hier die Unzufriedenheit immer noch deutlich überwog. Nach der im bisherigen Jahresverlauf weitgehend stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung sind damit die Aussichten auf eine leichte konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr gestiegen. Anhaltspunkte dafür sind insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Einzelhandel auszumachen. In beiden Sektoren hellten sich die Perspektiven spürbar auf. Im Bauhauptgewerbe schwächte sich der Pessimismus bezüglich der weiteren Aussichten zwar deutlich ab, die extrem schlechte aktuelle Lage und die nach wie vor ungünstige Einschätzung der nächsten Monate sprechen aber noch nicht für eine Erholung. Der Großhandel äußerte sich über seine Geschäftssituation unzufriedener als im Vormonat und blickte der nahen Zukunft nahezu unverändert skeptisch entgegen.In Deutschland verbesserte sich das Geschäftsklima der gewerblichen Wirtschaft ebenfalls. Dies lag größtenteils an den günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate, wohingegen die Urteile zur aktuellen Lage ähnlich schlecht ausfielen wie in den Monaten zuvor. Insgesamt betrachtet sind damit ebenfalls die Chancen für eine konjunkturelle Belebung im zweiten Halbjahr gestiegen. Eine Erholung ist - den Aufhellungstendenzen in den Erwartungen zufolge - im verarbeitenden Gewerbe sowie im Groß- und Einzelhandel wahrscheinlicher geworden. Das Bauhauptgewerbe beurteilte seine Situation dagegen noch negativer als im Vormonat und schätzte seine weiteren Aussichten unverändert pessimistisch ein.Perspektiven im verarbeitenden Gewerbe freundlicherDie Geschäftslage des verarbeitenden Gewerbes hat sich im Mai erneut leicht gebessert. Trotzdem ist hier eine eindeutige, länger anhaltende Aufhellungstendenz im allgemeinen Konjunkturbild noch nicht festzustellen. Per saldo beurteilte rund ein Fünftel der Testteilnehmer seine Situation noch als schlecht. Die Auftragslage zeigte sich nach der Eintrübung im Vormonat jedoch wieder erholt, von einer zufriedenstellenden Situation war man aber noch weit entfernt. Die Entwicklung in den kommenden Monaten wurde nun insgesamt deutlich freundlicher eingeschätzt, die Skeptiker überwogen kaum noch. Dennoch wurden die Produktionspläne vorerst wieder nach unten korrigiert, auch dürfte sich die Freisetzung von Arbeitskräften unvermindert fortsetzen. Die Mehrheit der Exporteure rechnete mit einer weitgehend stabilen Auslandsnachfrage, nur mehr eine Minderheit erwartete zusätzliche Impulse. Die Auswirkungen der Euro-Aufwertung machen sich hier offensichtlich bemerkbar, aber nicht gravierend.Im Bauhauptgewerbe noch keine Erholung in SichtDas Bauhauptgewerbe beurteilte seine allgemeine Lage ebenso negativ wie in den beiden Vormonaten. Die Auftragssituation verschlechterte sich wieder. Die Reichweite der Auftragsreserven verkürzte sich und war mit durchschnittlich 2,1 Produktionsmonaten deutlich niedriger als zur gleichen Zeit des Vorjahres (2,6 Monate). Knapp ein Drittel der Baufirmen klagte über Produktionsbehinderungen, größtenteils wegen Auftragsmangel. Bautätigkeit und Geräteauslastung nahmen ab, der Auslastungsgrad lag mit 60 Prozent (saison- und witterungsbereinigt) etwa auf dem Vorjahresniveau. Der Pessimismus in den Geschäftserwartungen schwächte sich spürbar ab. Diese erstmals in diesem Jahr registrierte Verbesserung spricht aber noch nicht für eine Erholung der Baukonjunktur, zumal die Skepsis immer noch deutlich überwog. Ein zuverlässigeres Signal wäre eine weitere Aufhellung der Perspektiven in den nächsten beiden Monaten. Die Personalpläne lassen auf einen ungebremsten Beschäftigtenabbau schließen. Der Druck auf die Baupreise wird den Firmenmeldungen zufolge auch in den kommenden Monaten nicht nachlassen.Im Tiefbau setzte sich die Verschlechterung in den Urteilen zur Geschäftssituation vorerst nicht weiter fort. Die weiteren Aussichten wurden allerdings kaum weniger ungünstig eingeschätzt als im Vormonat. Die Reichweite der Auftragsreserven nahm nochmals ab, sie unterschritt mit 2,2 Produktionsmonate den Stand vom Vorjahr (2,7 Monate) deutlich. Dementsprechend klagten auch mehr Baubetriebe über zu niedrige Auftragsbestände als ein Jahr zuvor (65 Prozent gegenüber 51 Prozent). Im Hochbau blieb die Geschäftslage unverändert kritisch. Die Auftragsreserven verkürzten sich im gewerblichen Hochbau sowie im Wohnungsbau auf 2,7 bzw. 1,7 Monate Reichweite, im öffentlichen Hochbau verlängerten sie sich auf 2,4 Monate. Im Durchschnitt der Hochbausparten ging die Reichweite leicht zurück, verfehlte aber mit 2,1 Monaten den Vorjahreswert (2,6 Monate) beträchtlich. Die Geschäftserwartungen haben sich im Mai spürbar aufgehellt. So hoffte der Wohnungsbau, dass sich die im bisherigen Jahresverlauf beobachtete Verschlechterung der Geschäftslage nicht mehr fortsetzen wird. Im öffentlichen Hochbau nahm die Skepsis hinsichtlich der Entwicklung in den kommenden Monaten ab, im gewerblichen Hochbau blieb sie jedoch bestehen.Großhandel bleibt skeptischIm Großhandel mehrten sich wieder die Klagen über eine schlechte Geschäftsentwicklung. Den Umfrageergebnissen zufolge war die Nachfrage schwächer als vor Jahresfrist, der Lagerdruck verstärkte sich. Die Firmen zeigten bezüglich ihrer Perspektiven in den nächsten Monaten eine nahezu unveränderte Skepsis und planten noch häufiger als bisher ihre Ordertätigkeit einzuschränken.Nachlassender Pessimismus im EinzelhandelDie Lage des Einzelhandels in Baden-Württemberg hat sich ähnlich wie in Westdeutschland im Mai wieder deutlich verbessert, von einem zufriedenstellenden Niveau war man aber ebenfalls nach wie vor deutlich entfernt. Die vergleichbaren Vorjahresumsätze dürften übertroffen worden sein, die überhöhten Lagerbestände konnten teilweise abgebaut werden. Zur Entwicklung in den kommenden Monaten äußerten sich die Einzelhandelsbetriebe spürbar weniger pessimistisch als bisher, eine weitere Lockerung der immer noch restriktiven Orderpolitik war aber noch nicht geplant.








