(openPR) Bochum, 17.03.2014 – Wohlbefinden schaffen in der letzten Lebensphase: Das Barbaraneum in Bochum erweitert sein Angebot um eine neue Musiktherapie für bettlägerige Bewohner. Mit Claas Hanson hat das Pflegeheim einen Experten auf dem Gebiet verpflichtet. Seit Ende vergangenen Jahres betreut der 38-jährige Bochumer einmal pro Woche im Schnitt 15 Bewohner während ihres letzten Lebensabschnitts. Die Musiktherapie ist Teil der Abschiedskultur im Barbaraneum und ergänzt die pflegerische und medizinische Betreuung.
„Mit unserer Sterbekultur erhalten wir unseren Bewohnern in der letzten Lebensphase ein Stück Menschlichkeit“, sagt Nicolas Starck, Einrichtungsmanager des Ruhrstadtpflegehauses Barbaraneum. „Das Konzept stellt eine Nähe und Beziehung zur Außenwelt sicher und spricht spirituelle Bedürfnisse an.“
Mit Claas Hanson hat das Pflegeheim einen Experten auf dem Gebiet der Musiktherapie verpflichtet. Nach einer Instrumentalausbildung und einem Orchesterstudium spezialisierte sich der 38-jährige Bochumer auf die Musiktherapie. Seit 2003 führt er Projekte mit Menschen unterschiedlicher Altersklassen – beispielsweise auch in der Gerontopsychiatrie – durch. Seit 2008 ist er als freier Musiktherapeut tätig.
„Der Musik kommt deshalb eine hohe Bedeutung zu, weil das Ohr immer das letzte Sinnesorgan mit Bezug zur Außenwelt ist“, sagt Hanson. Ziel des 38-Jährigen ist es, einen Kontakt zu den Bewohnern aufzubauen. Mit bekannten Liedern ruft er bei Bewohnern mit Demenzerkrankungen die Erinnerung an frühere Zeiten wach oder stellt mit Liedern zu Vergänglichkeit, Tod oder Abschied einen Bezug zur aktuellen Lebenssituation her. Individuelle Bedürfnisse der Bewohner zu berücksichtigen, sei entscheidend: So greift Hanson beispielsweise den Atemrhythmus auf und spielt ein passendes Lied dazu.
„Die Musik bewirkt zwar keinen Heilungsprozess, aber ich erreiche die Menschen emotional“, betont Hanson. Hat er den neuralgischen Punkt gefunden, erhält er ein Feedback seitens der Bewohner. Eine Rückmeldung kann ein langer Augenkontakt oder eine kleine Geste sein, die oftmals eine besondere Anstrengung und Motivation nötig macht. „Und manchmal singt ein demenziell Erkrankter dann auch die letzten drei Verse eines Liedes mit.“ Für seine Arbeit findet Hanson im Barbaraneum optimale Bedürfnisse vor. Der Musiktherapeut bewegt sich frei von Bewohner zu Bewohner und betreut je nach Bedürfnis einen einzelnen Bewohner teilweise bis zu 25 Minuten – anstatt der in der Musiktherapie üblichen zehn Minuten.
Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung stellt das Bedürfnis nach Menschlichkeit die dritte Säule in der Sterbekultur des Barbaraneums dar. Das Pflegeheim misst der Musiktherapie eine solch hohe Bedeutung bei, dass Meridias dafür extra eine Stelle schuf. Immer freitags besucht Hanson das Barbaraneum. Voraussetzung ist Bettlägerigkeit, durch die sich die Bewohner stetig von der Außenwelt entfernen. Claas Hanson betreut Bewohner in wachkomatösen Zuständen, mit Bewegungseinschränkungen durch körperliche Behinderungen oder Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium. Bisher ist eine Musiktherapie eher in Krankenhäuser üblich. Das Barbaraneum will die Vorteile der Musiktherapie auf die Altenpflege übertragen.
Weitere Informationen unter: www.meridias.de












