(openPR) Bereits zum 13. Mal finden in diesem Jahr vom 03. bis 05. März die Neu-Ulmer Orchideentage statt. Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung ist nicht nur bei regionalen und nationalen Orchideenkennern überaus beliebt - aus der ganzen Welt reisen Züchter und Referenten in die bayerische Donaustadt, um bei der großen Blumenschau mit dabei zu sein.
Im Gespräch mit dem Präsidenten der Deutschen Orchideen Gesellschaft (D.O.G.), Gerd Röllke erläutert er neben Wissenswertem über die Neu-Ulmer Ausstellung, die Gründe für den Erfolg der international geschätzten Orchideentage.
Frage: Seit wann gibt es die Deutsche Orchideen-Gesellschaft (D.O.G.) in ihrer heutigen Form?
Gerd Röllke: Die Gesellschaft existiert seit 1906 und feiert dieses Jahr den 100. Geburtstag. Das Vereinsorgan existiert in dieser Form seit 1949. Das Heft „Die Orchidee“ umfasst inzwischen also schon mehr als 55 Jahrgänge.
Die Form der Gesellschaft musste sich immer der Zeit und der Umgebung anpassen. Die Freude an der Schönheit zu erhalten und zu genießen, war schon immer unser Anliegen. Wer den Reiz dieser exotischen Pflanzen, in welcher Form auch immer, äußerlich und evolutionär, näher kennen gelernt hat, wen der Virus befallen hat, kann sich ihm nicht mehr entziehen, er wird es aber auch nicht bereuen. Genuss und Freude lohnen sich!
Frage: Wie und wo feiert die DOG den runden Geburtstag? Wird es hierzu einen Sonderstand auf den Neu-Ulmer Orchideentagen geben?
Gerd Röllke: Die D.O.G. ist so frei und feiert ihren Geburtstag zweimal. Einmal im Süden, und zwar im Edwin-Scharff-Haus in Neu-Ulm, verbunden mit dem 60. D.O.G.-Kongress und einer Orchideen-Ausstellung, auf der Qualität vor Quantität geht. Das zweite Mal feiern wir dann – genau am Geburtstag, aber ohne Kongress – in Dresden. Der östliche Teil Europas braucht unsere Hilfe in Sachen Orchideen und die wollen wir gerne gewähren. Die Geschichte der D.O.G. ist eine Geschichte der Zeiten und ihrer Verhältnisse, damit die Besucher zu belasten, kann kein Ziel für uns sein. Wir möchten Ihnen durch unsere Schaustände und einem traumhaften Ball Freude vermitteln.
Ob 100 Jahre oder nicht, was kann schöner sein, als abends in angenehmer Gesellschaft zwischen den Tänzen in aller Ruhe durch die Ausstellung zu wandeln. Jeder, der dieses Ereignis einmal erlebt hat,
wird sich nicht nur gerne daran erinnern, sondern auch viel Aufbauendes daraus ziehen.
Über 25 Jahre lang sind wir immer wieder in Neu-Ulm, und immer wieder war es ein internationaler Höhepunkt und das wird es auch diesmal. Wir versuchen, uns zu steigern, die besten Aussteller des Europäischen Orchideen-Kongresses in Padova im Februar 2006 sind ganz sicher dabei. Das alleine unterscheidet unser Jubiläum und macht es zu einem Höhepunkt.
Frage: Gibt es eventuell eine besondere Jubiläums-Orchidee?
Gerd Röllke: Wir haben uns schon seit über zwanzig Jahren vorgenommen, Personen der Region Neu-Ulm durch die Namensgebung einer Orchidee zu ehren.
Wir möchten dies auch für die Zukunft beibehalten.
Unser Ziel ist die Förderung der Orchideenkunde zum Erhalt aller Orchideen, der vor dem Fenster und im Zimmer, wie auch denen an den Standorten bzw. in der sogenannten Wildnis.
Wir sind der Meinung, Aufklärung ist besser als ausschließlich Verbote, und deswegen sind wir auch diesmal hier!
Wir sind den Neu-Ulmer Besuchern dankbar, weil sie uns hierbei unterstützen.
Frage: Wer kann bei der DOG Mitglied werden?
Gerd Röllke: Jeder, der sich für Orchideen interessiert, kann Mitglied werden. Die Mitgliedschaft beinhaltet sechs Hefte der Ausgabe „Die Orchidee“ im Jahr. Ferner besteht die Möglichkeit, Mitglied in einer D.O.G.-Gruppe oder im D.O.G.-Bewertungsausschuss zu werden. Dies ist kein Zwang, jedoch sind dies optimale Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten. Und nicht nur das, man kann auch wunderschöne Stunden im Kreise der Mit-Hobbyisten erleben, sowie einiges über Orchideen und Vorgänge auf der ganzen Welt erfahren.
Frage: Die Orchideengesellschaft veranstaltet dieser Tage zum 13. Mal die Neu-Ulmer Orchideentage. Was ist das Besondere an den Räumlichkeiten des Edwin-Scharff-Hauses?
Gerd Röllke: Es ist eine sehr schönes Veranstaltungshaus, mit einem idealen Raum für die Ausstellung, einem separaten Verkaufsraum und der einzigartigen Aula, die nicht nur für Mitgliederversammlungen sondern auch für rauschende Bälle geeignet ist. Ein einmaliges Flair.
Frage: Auf welche Art und Weise unterstützt das Edwin-Scharff-Haus die Orchideentage?
Gerd Röllke: Aus dem anfänglichen Versuch, Orchideen einer Landesgartenschau anzuhängen, hat sich eine realitätsbezogene Zusammenarbeit entwickelt. Herr Stamm als jetziger Leiter des Edwin-Scharff-Hauses ist sehr, sehr kooperativ bezüglich der Ziele der Gesellschaft. Er hat Verständnis dafür, dass die internationalen Juroren bis Mitternacht in den Räumen wirken, um die besten Pflanzen zu selektieren und er kommt den Gästen in wirklich angenehmer Weise sehr entgegen. Seine Mitarbeiter senden auf der gleichen Wellenlänge. So ist es kein Wunder, dass alle Beteiligten immer gerne wieder nach Neu-Ulm ins Edwin-Scharff-Haus kommen. Noch nie hat jemand wegen einer Unstimmigkeit auf die weitere Teilnahme verzichtet.
Es gibt nur ein wirkliches Problem, das aber nicht den Einfluss von Herrn Stamm und seiner Mannschaft unterliegt, nämlich die Größe der innen und außen verfügbaren Fläche. Herr Stamm hat dies, ebenso wie seine Vorgänger, auf positive Weise verwandelt, indem er Qualität und Quantität und eine raumangepasste Ausführung verwirklicht.. Wohl kaum wird woanders ein solches Haus so wunderbar angepasst genutzt. Herr Stamm und seine Mannschaft unterstützen die Ziele der D.O.G., indem sie die Veranstaltung zu einem Highlight werden lassen.
Frage: Die Neu-Ulmer Orchideentage haben sich in den letzten Jahren als internationaler Orchideen-Treffpunkt weltweit einen Namen gemacht. Worauf gründet dieser Erfolg?
Gerd Röllke: Die Neu-Ulmer Orchideentage sind ein ideales Ereignis, internationale Referenten einzuladen, da Neu-Ulm und Ulm wunderschöne traditionelle deutsche Städte sind. Aber auch der nationale Erfolg der Orchideentage hat dazu beigetragen, dass immer mehr internationale Gesellschaften und Privatpersonen großes Interesse zeigen, diese einzigartige Ausstellung zu erleben.
Frage: Werden auch in diesem Jahr neue Aussteller die Gelegenheit bekommen, ihre Orchideen zu präsentieren?
Gerd Röllke: Wir bemühen uns, möglichst vielen interessanten Ausstellern die Möglichkeit zu geben, einen Stand zu dekorieren und nutzen auch gerne Flächenerweiterungen. Doch geht Qualität vor Quantität!
Frage: Nach welchen Kriterien werden die Gewinner bei der abschließenden Preisverleihung ausgewählt und wer ist in der Jury vertreten?
Gerd Röllke: Die Jury besteht aus international anerkannten und ausgebildeten Bewertern, die die Ausstellungsstände insgesamt, sowie auch einzelne Pflanzen beurteilen, wobei zwischen Amateur und Züchter unterschieden wird. Zu den Kriterien gehören bei den Ständen unter anderem der Gesamteindruck und die Sorgfalt im Einzelnen. Ein wichtiges Merkmal ist auch die Präsentation der einzelnen Pflanzen: so sollten erdwachsende Pflanzen nicht auf Epiphytenstämme gesetzt und baumwachsende Pflanzen nicht auf den Boden gestellt werden.
Frage: Wieviele Pflanzen erwarten Sie in Neu-Ulm?
Gerd Röllke: Wir erwarten Spitzenstücke und die sind Raritäten. Die Zahl der Massenvermehrung spielt dabei eine sehr untergeordnete Rolle.
Für den Besucher aber ist die vorhandene Zahl der Pflanzen, es werden weit über zehntausend (dieser Satz sollte etwas umformuliert werden!). Eigentlich genug, um nicht nur minuten- oder stundenlang zu schauen und sich an den Blüten zu erfreuen. Die Orchideen-Liebhaber durchwandern die Ausstellung immer, um tiefe Eindrücke zu sammeln.
Der Besucher kann darüber hinaus aber auf alle Fragen an Informationsständen Antworten finden. Schon insofern kann der Besuch informativ sein!
Das Interview mit dem Geschäftsführer des Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Hauses, Peter Stamm führte Aurel Dörner von dpr-dörner public relations, Ulm











