(openPR) Bundesweit über 400 Fenster-Förderungen, über 300 davon sind Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen
Führten Fenster früher eher ein Lückendasein und fielen bei alten Häusern so klein wie nur möglich aus, nehmen sie heutzutage einen immer größeren und wichtigeren Teil in der Fassade von Wohnhäusern in Anspruch. Jüngste Umfragen unter Hauseigentümer ergaben, dass viele eine Erneuerung ihrer Fenstern und Türen gegenüber Dämmmaßnahmen an Wand oder Dach vorziehen.
Alt gegen neu
Die Vorteile liegen auf der Hand: Moderne Fenster sind zwar keine Alleskönner, bieten aber alle mal vielseitigsten Nutzen. Sie schützen vor Wind und Wetter, Sonneneinstrahlung, Lärm und sogar vor Einbruch und sorgen gleichzeitig für den nötigen Wärmeschutz, die erforderliche Belüftung und eine großzügige Belichtung des Wohnraums. Bei modernen Passivhäusern helfen großflächig, nach Süden ausgerichtete Fensterfronten sogar beim Heizen des Hauses.
Alte Fenster hingegen stellen oft eine klassische Schwachstelle in der Außenwand dar, verursachen hohe Heizwärmeverluste, Feuchteeintritt oder unangenehme Zugerscheinungen. Selbst durch zweifach- isolierverglaste Fenster, wie in den Achtzigerjahren üblich, entweicht doppelt so viel Wärme pro m² Fläche wie durch eine einfache Ziegelwand. Wer in neue Fenster investiert, hat damit gute Aussichten, nicht nur nach draußen. Moderne Wärmeschutzfenster helfen künftig Energie und Heizkosten zu sparen, zusätzlich können Hausbesitzer von mehr Behaglichkeit und einem gesteigerten Wohnwert profitieren.
Bessere Scheiben und Rahmen
Ein Fenster, das als Ganzes zur Baustelle geliefert wird, besteht aus vielen verschiedenen Bestandteilen. Um die hohen Einspareffekte zu erreichen, ist jedes Einzelteil dank ausgeklügelter Technik auf Energieeffizienz getrimmt. Mit einer durchsichtigen Metallschicht bedampfte Fensterscheiben filtern die Wärmestrahlung und sorgen so für maximalen Lichteinfall bei gleichzeitig minimalen Wärmeverlusten. Der mit Gas gefüllte und luftdicht abgeschlossene Scheibenzwischenraum stellt ein hervorragendes Dämmpolster dar. Um Wärmeverluste im Randbereich der Verglasung zu reduzieren, sind Wärmeschutzfenster mit einer so genannten „warmen Kante“, z.B. durch Kunststoff-Abstandshalter, ausgeführt. Die Profile der Fensterrahmen sind im Gegensatz zu älteren Fenstern mittlerweile breiter, um trotz des höheren Gewichts der Mehrfachverglasung für Stabilität in Rahmen und Flügel zu sorgen. Rahmen aus Kunststoff oder Metall bestehen aus thermisch voneinander getrennten Mehrkammerprofilen, die dafür sorgen, dass weniger Wärme nach außen entweicht. Bei massiven Holzrahmen übernehmen mehrere Dichtungsebenen die gleiche Funktion und verhindern so Wärmeverlust nach außen und das Eindringen von Feuchtigkeit oder Schall in den Wohnraum.
Mindestwärmeschutz oder besser?
Für die Energieeffizienz eines Fensters ist der so genannte Uw-Wert entscheidend. Dabei gilt: Je kleiner der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung des Fensters. Als Mindestwärmeschutz für neue Fenster gibt die derzeit geltende Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) einen Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Eine gute 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung erreicht diesen Wert problemlos. Wer heute, für die nächsten 25 Jahre in neue Fenster investiert, sollte vermutlich jedoch Fenster mit besseren Dämmwerten in Betracht ziehen. Für den Fensteraustausch zu einem 2-fach verglasten Wärmeschutzfenster sind Kosten in Höhe von ca. 350 - 400 Euro/m² Fensterfläche einzuplanen, 3-fachverglaste Fenster liegen in den Anschaffungskosten etwa 10 % höher, erzielen aber mit U-Werten von 0,7 und besser auch größere Energieeinspareffekte. Je nach Haus, Anzahl der Fenster, ihrer Größe und deren Alter kann der Fensteraustausch von etwa 5 bis zu 20 % der Heizenergie einsparen – und das zukünftig Jahr für Jahr.
passende Förderprogramme finden
Wer Fördermittel nutzt, kann zusätzlich sparen und wirft das Geld nicht schon beim Einbau aus dem Fenster. Bundesweit stehen über 400 Programme von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden bereit. Hier wird hauptsächlich die Wahl besonders guter Wärmeschutzfenster mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Krediten belohnt. Stimmen die Voraussetzungen, werden mindestens 10% der Kosten gefördert. Einziger Haken: Ein automatischen Anspruch auf Fördergelder besteht nicht. Nur wer passende Förderprogramme findet und die notwendigen Formalitäten einhält, kann profitieren. Alle Fenster-Programme und weiter Förderungen zum Bauen, Modernisieren und Energiesparen werden in der Fördermitteldatenbank foerderdata erfasst und regelmäßig aktualisiert. Die Datenbank ist somit die umfassendste Informationsquelle auf ihrem Gebiet. Bauherren und Hauseigentümer können sich unter www.foerderdata.de kostenlos über Fördermöglichkeiten für ihr Bauvorhaben informieren. Wer Zeit und Aufwand für die Beantragung scheut, kann dabei Unterstützung von Fachleuten im Fördermittelservice erhalten.
Fenster-Zuschuss für Wärmeschutz, Schallschutz, Denkmalschutz, Barrierefreiheit …
Die KfW fördert Wärmeschutzfenster bei einer Modernisierung mit U-Werten ab 0,95 in ihrem Programm „Energieeffizient Sanieren“ mit einem Zuschuss von 10% der Kosten. Zu den förderfähigen Kosten zählt dabei nicht nur das Fenster an sich, auch alle dazu notwendigen Nebenarbeiten werden beim Zuschuss anteilig angerechnet.
Was die wenigsten wissen: Die Mehrzahl mit über 300 der Programmen, stellen regionale Fördergeber. Zu 95 % in Form von Zuschüssen, die im Gegensatz zu Krediten nicht zurückgezahlt werden müssen. Beispielsweise Freiburg, Baden-Württemberg, bezuschusst den Austausch von Fenstern und Türen mit 20 € je m², maximal 1.200 € für ein Einfamilienhaus, in Oberkochen, Bayern gibt’s 5 % der Kosten, maximal 3.000 € je Wohneinheit. Mannheim, Rheinland-Pfalz gibt Hauseigentümern einen Zuschuss von 45 € je m², maximal 1.500 € dazu. Die Stadt Bad-Homburg, Hessen, unterstützt Hausbesitzer beim Austausch von Fenstern und Fenstertüren, Dachflächenfenstern und Haustüren mit einem Zuschuss von 70 € je m, ² maximal 2.500 € für Gebäuden mit 1 bis 3 Wohneinheiten. Wer gleichzeitig die Rollladenkästen gegen neue, hochwärmegedämmte austauscht, kann auch hier mit einem Zuschuss von 75 € je Rollladenkästen rechnen.
Je nach Gebäude und Lage werden mitunter Schallschutzfenster etwa in Flughafennähe oder an vielbefahrenen Straßen gefördert. Soll der Schallschutz optimiert werden, müssen Schallschutzfenster mit unterschiedlichen Scheibenstärken eingesetzt werden. Wer dauerhaft einem erhöhten Lärmpegel ausgesetzt ist, kann, z.B. in Quickborn, nahe des Flughafen Hamburg oder im Main-Taunuskreis nahe dem Frankfurter Flughafen, mit Unterstützung in Höhe von 150 € je m² Wohnfläche rechnen. Wer Fenster im Rahmen von alters- oder behindertengerechten Wohnraum erneuert, Schwellen zu Terrassen beseitigt oder spezielle Bedienelemente installiert kann bisweilen ebenfalls, auf dafür eingerichtete Fördertöpfe zugreifen.
Gut zu wissen – auf den richtigen Einbau kommt es an
Nur richtig und luftdicht eingesetzte Fenster können den vom Hersteller angegebenen Wärmeschutz gewährleisten, damit ist klar, das beste Wärmeschutzfenster bringt nichts, wenn es falsch eingebaut ist. Für die erforderliche Abdichtung des Fensteranschlusses zur Wand kommen speziell aufeinander abgestimmte Dichtsysteme zur Anwendung. Durch eine Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door-Test) lässt sich der fachgerechte Einbau kontrollieren. Für einen KfW Zuschuss muss ein von der KfW anerkannter Sachverständiger die Einhaltung der technischen Mindestanforderungen beim Fenstereinbau bestätigen.








