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Studie: Feminisierung in der Medizin - Kostenrisiko oder Qualitätschance?

23.01.201419:19 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Im Bundesdurchschnitt sind nahezu 62 Prozent der Studienanfänger im Fach Medizin weiblich. Durch die Feminisierung der Medizin werden die ärztliche Versorgung im Gesundheitssektor und insbesondere die Arbeitsorganisation im Klinikbereich vor eine große organisatorische Herausforderung und kostenmäßige Probleme gestellt. Familienfreundliche Arbeitsstrukturen sind zu schaffen, wie aus der neuen Erhebung "Arbeitsplatz Krankenhaus" von Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Akademischer Direktor des Center for Health Care Management and Regulation an der HHL Leipzig Graduate School of Management, hervorgeht. "Die Feminisierung der Medizin zwingt die Krankenhäuser, familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen und für unterstützende Infrastrukturen, z.B. Kita-Plätze, zu sorgen. Die Herausforderung ist, diese sinnvollen Investitionen, durch die die Personalkosten um bis zu 10% erhöht werden, nachhaltig zu finanzieren", so der Medizinökonom.



Im Rahmen der Studie "Arbeitsplatz Krankenhaus" wurden Entscheidungsträger von bundesweit 46 Krankenhäusern befragt. "Hauptkennzeichen einer familienfreundlichen Arbeitswelt sind aus Sicht der Krankenhäuser das Angebot von Kita-Plätzen, geregelte Arbeitszeiten und die Begrenzung von Diensten", fasst Prof. von Eiff zusammen. Zusätzliches Personal bei reduzierten Arbeitszeiten, Freizeitausgleich für Überstunden und geregelte Weiterbildung wurden von den Befragten als weitere, aber weniger wichtige Charakteristika genannt. Laut der Studie ist die Umsetzbarkeit einer familienfreundlichen Arbeitswelt in jedem Fachbereich möglich. Nur wenige Befragte halten die Umsetzbarkeit solch einer Arbeitswelt für nicht umsetzbar.

Unterschätzt? Kosten für die Arbeitsorganisation

Die Feminisierung der Medizin geht nach Angaben der Krankenhaus-Manager mit steigenden Kosten für die Arbeitsorganisation und Folgekosten, die beispielsweise für das Einrichten von Kita-Plätzen, den Mehrbedarf an Personal sowie flexible Arbeitszeitmodelle anfallen, einher. Prof. von Eiff erklärt: "Die Studie zeigt: Weder eine Schlechterversorgung der Patienten, noch eine Verbesserung der Behandlung wird durch die Feminisierung der Medizin erwartet. Allerdings werden steigende Kosten befürchtet, die als Folge der Schaffung familienfreundlicher Arbeitsplatzbedingungen anfallen. Interessant ist, dass nahezu 82% der Befragten davon ausgehen, die absehbaren Kostensteigerungen würden gegenfinanziert: eine Schlechterversorgung der Patienten als Folge des durch die Feminisierung ausgelösten Kostendrucks wird offensichtlich nicht befürchtet." Inwieweit es sich bei dieser Einschätzung um ein "unterschätztes Risiko" handelt, bleibt laut des Medizinökonomen abzuwarten. Deutlich sei laut dem Survey, dass eine Verbesserung der Patientenversorgung als Folge der Feminisierung offenbar nicht erwartet wird.
Wie die Studie "Arbeitsplatz Krankenhaus" von Prof. Eiff zeigt, zählen Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den Medizinern zu den entscheidenden Kriterien bei der Auswahl eines potenziellen Arbeitgebers. Weiterer Informationen: http://www.hhl.de/studie-arbeitsplatz-krankenhaus

Über Herrn Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff

Prof. von Eiff ist seit dem 1. Dezember 2013 der Akademische Direktor am Center for Health Care Management and Regulation der HHL Leipzig Graduate School of Management. Zudem hat er hier die außerplanmäßige Professur für Health Care Management inne und ist damit in die akademische Gruppe Economics und Regulation integriert.
Der gebürtige Gießener ist seit 1994 Professor für Krankenhausmanagement an der Universität Münster und leitet das Centrum für Krankenhaus-Management. Zu seinen Arbeitsfeldern zählen Einkaufs- und Logistik-Management, Geschäftsprozessmanagement, Strategisches Management, Mergers and Acquisitions, Qualitätsmanagment, Gewinnverbesserungsprogramme, Controlling und Benchmarking, Medical Controlling sowie Benchmarking. Dem International Institute for Health Economics steht Prof. von Eiff als Berater im Bereich der Gesundheitsökonomie zur Seite.
Prof. von Eiff ist an der HHL im Bereich der Lehre u.a. in dem im Juni 2014 startenden berufsbegleitenden MBA mit Spezialisierung auf "Hospital Management and Health Services" eingebunden. Des Weiteren engagiert sich Prof. von Eiff bei der Organisation und Durchführung der CASiM Conference 2014 zum Thema "Boundaryless Hospital. http://www.hhl.de/chcmr

Über die HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der traditionsreichsten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-Master in Management- sowie MBA-Programme, ein Promotionsstudium sowie Executive Education. Im Masters in Management-Ranking 2013 der Financial Times steht das Vollzeit-M.Sc.-Programm der HHL weltweit auf Platz 9, das Part-time MBA-Programm kommt innerhalb des Executive MBA-Ranking 2013 der Financial Times auf den weltweit 69. Rang. Das internationale Medium platziert die HHL zudem international auf Platz 1 hinsichtlich der inhaltlichen Fokussierung auf "Entrepreneurship". Erst vor wenigen Wochen hat der Stifterverband die HHL als eine der führenden Gründerhochschulen in Deutschland ausgezeichnet. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. http://www.hhl.de

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