(openPR) Es ist nicht zwingend, dass Literatur und die Vertonung von Lyrik langweilig und bildungsbürgerisch daher kommen. Und es ist nicht zwingend, dass obszöne Literatur schlüpfrig und schleimig ist. Jean Genet, Henry Miller, Charles Bukowski, um nur einige zu nennen, haben gezeigt, dass sich Leben umfassend, spannend und unter Einschluss einer klaren Schilderung des Sexuellen darstellen lassen, ohne dabei der Widerlichkeit von Zoten anheim zu fallen.
Weshalb sollte ihre Sexualität, BDSM also, nicht mehr sein, als die Grundlage für Klischees. Sie wollten mehr und vor allem wollten sie über die Grenzen hinaus.
Sascha Merschs Talent, die hohe Begabung, mit der er sich kompositorisch von der Metrik der Gedichte löst, die Kraft seines Spiels sind solitär. Da gibt es keine Couplets, keine Chansons, aber Stücke die mehr tun, als Texte zu transportieren. Es wird eine kraftvolle Einheit geschmiedet. „Das Klavier ist ein Schlaginstrument“ sagt Sascha Mersch. Er will nicht schön komponieren, sondern gut.
Simone Maresch, die mit ihrer kritischen Kolumnenbegleitung der Szene in den „Schlagzeilen“ über die Szene hinaus Berühmtheit erlangt hat, schreibt Gedichte und Geschichten, die hart auf den Boden der Wirklichkeiten stoßen. Ihr Schreibstil ist klassisch und analytisch. Gleichwohl ist da nichts, was das Eintauchen in die Stories hindern könnte. Sie fängt den Leser, hält ihn fest und führt ihn zum Eigentlichen des Tuns ihrer literarischen Charaktere. Zu der Art ihrer literarischen Arbeit passt der klassische Stil ihrer Lesungen.
Leander Sukovs Leseperformances sind kleine Theaterstücke. Szenische Lesungen, die monologisieren, aber niemals in den unsäglichen pädagogischen Platitüden enden, die man nicht mehr und noch nie wirklich hören wollte. Seine Charaktere sind Leute die verkantet in der Welt stehen. Sie sind wütend auf ihre Traurigkeit, traurig über Wut oder hämisch über das Versagen und Leid anderer. Man will ihnen über den Kopf streicheln und in den Arsch treten.
DER ZIRKEL im Erotic Art Museum Hamburg
Bernhard-Nocht-Strasse
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Simone Lange
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