(openPR) Anlässlich der „Alternativen Grünen Woche“ zeigt die
Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin ab dem 17. Januar 2014 die
Fotoausstellung "Vegan eXtreme" von Günther Bauer.
Veganer gelten hierzulande noch immer als Exoten, manchmal gar als Sonderlinge. Im Leistungssport wird ihr Verzicht auf sämtliche tierischen Produkte gar als bedenkliche "Mangelernährung" abgetan: Ohne tierisches Eiweiß oder wichtige Vitamine seien sportliche Höchstleistungen doch gar nicht möglich, heißt es dann. Das SportART -Projekt "Vegan eXtreme" von Günther Bauer, das anlässlich der „Internationalen Grünen Woche“ erstmals in der Heinrich-Böll-Stiftung zu sehen ist, zeigt zwölf Gegenbeispiele: Sportlerinnen und Sportler, die erfolgreich körperliche Höchstleistungen beim Marathon oder Ultratriathlon leisten - und dabei zugleich aus ethischen Gründen auf Fleisch und andere Tierprodukte völlig verzichten.
Wer als LeistungssportlerIn vegan lebt, hat oft ein Anliegen: Der will nicht nur fit sein und die eigenen körperlichen Grenzen austesten, sondern auch ein bisschen die Welt verbessern: " Vegan zu leben ist für mich pure Leistungsfähigkeit", sagt die Pensionärin und Tierheim-Gründerin, die auch mit 60 noch regelmäßig trainiert, jede Woche einen Wettkampf bestreitet und gemeinsam mit ihren Hunden im "Cani-Cross"-Lauf schon Dutzende 3.000-Meter-Berge bezwungen hat.
"Auf den letzten zehn Kilometern beim Marathon lernst Du Dich selbst richtig gut kennen, da fällt die Maske. Ich bin durchs Laufen achtsamer geworden, und das gilt auch fürs Essen: Man muss heute nicht mehr das Leben eines Tieres beenden, um satt zu werden oder um Kleidung herzustellen", sagt der Marathonläufer und Initiator von "Laufen gegen Leiden" – einer gemeinnützigen Aktion, die sich u.a durch Benefiz-Rennen für die Tierrechte engagiert, und mit der der Enddreißiger "einen veganen Lebensstil und dessen ökologische, ethische und gesundheitliche Vorteile vorleben" will.
"Wirklich ohne Tierprodukte auszukommen ist in unserer modernen Gesellschaft sehr schwierig. Aber Veganismus ist für mich zumindest der Versuch, ethisch so konsequent wie möglich zu leben", sagt die junge Physiotherapeutin, die seit knapp zwei Jahren vegan lebt, weil sie beim Anblick von Schlachtfabriken die blanke Wut packt. Und die als Mitglied einer Radrenngruppe von Tierrechtlern auch durch den Leistungssport ein Zeichen gegen die Ausbeutung von Tieren setzen will.
Drei Beispiele aus der neuesten Ausstellung des Frankfurter Fotografen Günther Bauer. Er hat einige jener Menschen aufgesucht, die dem fleischlichen Ernährungs-Mainstream den Rücken gekehrt und sich als Leistungssportler einer veganen Lebensweise verschrieben haben: zwölf Frauen und Männer - Ultra-Triathleten, Ultramehrkämpfer oder "Strongman"-Kraftsportler -, die im Zusammenspiel von Sport und veganer Ernährung ihr Lebensmotto gefunden haben: Sie sind fleischlos nicht nur glücklich, sondern auch stark, ausdauernd oder schnell.
Normale Menschen, für die Fleischkonsum nicht mehr normal ist
In seinen fotografischen Porträts, die er zu zwölf mehrteiligen Bild-Clustern arrangiert hat, gelingt es Günther Bauer, tief in die oft kompromisslose Welt dieser Menschen einzutauchen, indem er intime Momente aus Training und Alltag, aus Wettkampf und Küche nebeneinanderstellt. Der Betrachter erhält einen Zugang zu den Kräften und Überzeugungen, die die Protagonisten antreiben.
Die Bilder vermeiden jene Werbeästhetik, die den Sportler gern als Hochleistungsmaschine präsentiert. Gezeigt werden hier "normale" Menschen, für die der Fleischkonsum und die Nutzung von Tierprodukten eben nicht mehr "normal" ist. Und genau damit wirft die Ausstellung auch ein Schlaglicht auf gesellschaftliche Fragen, die weit über den sportlichen Aspekt hinausreichen: Wer bestimmt eigentlich, welche Nahrung wir konsumieren? Und wo liegen die ethischen Grenzen unseres Essverhaltens? Die einzelnen Lebenswelten mit Textzitaten aus den Interviews vermitteln ein Gefühl für die persönliche Sichtweise der Protagonisten, geben Einblicke in ihre Motivationen und Erfahrungen. Und zeigen nicht zuletzt auch ihre Schwierigkeiten, Veganismus, sozialen Alltag und sportliche Herausforderungen in Einklang zu bringen.
Ausstellung :
"Vegan eXtreme" -SportlerInnen und ihre Ernährung
Datum:
17. Januar - 8. Februar 2014
Eröffnung mit Autorenlesung:
Freitag, den 17.01.2014 – 18.00 Uhr?
WALTER SCHORLAU präsentiert seinen neuen Kriminalroman “Am zwölften Tag” - Dengler's siebter Fall
Ort:
Heinrich-Böll-Stiftung - Beletage
Schumannstraße 8
10117 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 8.00 – 20.00 Uhr
Samstag, den 18.01.2014 ganztägig (Wir-haben-es-satt Demonstration)













