(openPR) Trend des Vergessens nicht gestoppt
Zum 50. Jahrestag der Volkserhebung am 17. Juni, erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Nooke MdB:
Die Fülle von Veranstaltungen, die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen, das Medieninteresse am 17. Juni ist richtig und wichtig. Die Frage ist nur: Wie konnte dieses Datum in den letzten Jahren derart in den Hintergrund treten?
Die deutsche Erinnerungskultur hat erhebliche Schlagseite. Der mutigste, entschlossenste und mit den meisten Opfern verbundene Aufstand gegen den Kommunismus in Deutschland ist uns seit über einem Jahrzehnt nicht einmal den offiziellen Feiertag wert. Der Freiheitswille der Revolutionäre vom 17. Juni 1953 passte vielen nicht mehr in die politisch korrekten Zeiten des Status-quo-Denkens mit seiner Ost-West-Blockkonfrontation.
Ich finde es bedauerlich, dass in den fast 13 Jahren seit Wiederherstellung der Deutschen Einheit der Trend des Vergessens nicht gestoppt wurde. Mehr als 100 Straßen sind im Osten nach führenden SED-Funktionären des Jahres 1953 benannt. Aber nur ganz wenige erinnern an den Aufstand und die Helden des 17. Juni. In diesem Jahr ist ein guter Anfang gemacht. Aber wir brauchen weitere Straßenumbenennungen, Ehrenbürgerschaften für die Kämpfer des 17. Juni. Wir brauchen Schulbücher, die den 17. Juni als Volksaufstand für Freiheit und Einheit würdigen. Und wir brauchen eine angemessene Ausstattung von Gedenkstätten, die wesentliche Daten aus der SED-Diktatur betreffen, allen voran den 17. Juni. Einem Land, das sich beständig auf den antitotalitären Konsens seiner Gründungsgeschichte beruft, darf es am politischen Willen nicht ermangeln, hier klar Farbe zu bekennen.









