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Neue Studie „Global Trade Management Agenda 2014“ von AEB und DHBW

(openPR) Welche Aufgaben sehen exportierende Unternehmen im globalen Supply Chain Management nächstes Jahr auf sich zukommen? Und wie gehen sie mit Risiken in ihrer Lieferkette um? Diese und weitere Fragen hat eine gemeinsame Studie des Software-Unternehmens AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Stuttgart analysiert. Unter dem Titel „Global Trade Management Agenda 2014“ ist die Studie ab sofort unter www.aeb.de/gtm-studie kostenlos erhältlich.



Das Top-Thema aus Sicht der befragten Unternehmen: Rechtssicherheit. Aber auch die Gewinnung, Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern, die Risikominimierung in der Lieferkette sowie die Verringerung von Durchlauf- bzw. Lieferzeiten sind wichtig. Kostensenkungen im Global Trade Management (GTM) spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Die Studie liefert wertvolle Einsichten und Hinweise für die Praxis:

• 90 % der befragten Unternehmen sehen wachsende Bedeutung für das GTM, 82 % halten es für einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
• Knapp ein Drittel der Studienteilnehmer sehen die Unternehmen im Bereich GTM nicht gut aufgestellt.
• Rund 36 % schätzen, dass mindestens ein Viertel der Unternehmen bereits ohne Genehmigung in ein Embargoland geliefert hat oder an einen Empfänger, der auf einer Sanktionsliste stand.
• Und: Für 83 % der Unternehmen stellt die Unterbrechung der Lieferkette eine reale Bedrohung dar.

Zudem umfasst die Studie auch eine Einschätzung zur Entwicklung des Außenhandels. So erwarten rund 70 % der Befragten nächstes Jahr eine Umsatzsteigerung aus ihren Exporten – besonders in der Russischen Föderation: gut ein Fünftel der Befragten erwartet dort eine Steigerung des Außenhandelsgeschäftes um mehr als 6 %, immerhin 11,5 % setzen sogar auf eine Zunahme von mehr als 10 %.

Rechtssicherheit wichtiger als Kostensenkung
„Erst prüfen, dann liefern“ – so lautet eigentlich die Grundregel der Exportkontrolle. Dennoch schätzen rund 36 % der Befragten, dass mindestens ein Viertel der Unternehmen schon mal ohne Genehmigung in ein Embargoland oder an einen Empfänger geliefert hat, der auf einer Sanktionsliste stand. An die 23 % glauben, dass mindestens ein Viertel der Unternehmen auch Waren exportieren, für die ein Ausfuhrverbot vorliegt. Vielleicht deshalb sehen die Umfrageteilnehmer ihre Aufgabenschwerpunkte für 2014 vor allem in den Bereichen Compliance und Effizienz. Am wichtigsten ist dabei das Einhalten von Embargo-Vorschriften, gefolgt von der Inanspruchnahme von Verfahrensvereinfachungen, der Gewährleistung von Rechtssicherheit und der Umsetzung zollrechtlicher Änderungen. Auffällig ist, dass die Optimierung von Gesamtkosten oder Abgaben von den meisten Exporteuren als weniger bedeutend eingestuft wird.

Mangelndes Bewusstsein als Hemmnis
Das größte Hemmnis bei der täglichen Arbeit der Befragten stellen die komplexen gesetzlichen Anforderungen dar – also der Kern ihrer Aufgabendefinition. Viele fühlen sich auch von der internen Organisationsstruktur behindert. Sie planen für 2014 gezielte Kommunikationsmaßnahmen, um die Bedeutung von GTM im gesamten Unternehmen zu verankern und die Wissensbasis zu verbreitern.

Geeignete Software für mehr Effizienz und Sicherheit
Ein wichtiger Punkt auf dem Programm der Umfrageteilnehmer ist der Einsatz von Software. Zwei Drittel der Unternehmen – besonders Betriebe aus dem Anlagen- und Maschinenbau – halten die Unterstützung der Prozesse durch Software für besonders wichtig. Da ein gutes Drittel der Befragten über mangelnde IT-Unterstützung klagt, liegt hier ein beachtliches Optimierungspotenzial.

Systematisches Supply Chain Risk Management wenig verbreitet
Der zweite Teil der Umfrage befasste sich mit dem Supply Chain Risk Management. Prof. Dr. Dirk H. Hartel, Studiengangsleiter BWL-Dienstleistungsmanagement der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart: „Die Ergebnisse zeigen, dass Supply Chain Risiken im Bewusstsein der Unternehmen angekommen sind. Nur ein Bruchteil der Befragten ordnen diesen noch eine untergeordnete Rolle zu. Das ist auch nicht verwunderlich, denn für über 80 % der Unternehmen stellt die Unterbrechung der Lieferkette ein reales Risiko dar.“

Allerdings lassen die Ergebnisse auch erkennen, dass viele Unternehmen noch weit entfernt von einem institutionalisierten Risikomanagementsystem sind. Nur 10 % der Befragten gaben an, über ein standardi-siertes Risikomanagement (RM)-System zu verfügen. Nicht einmal jeder zehnte Teilnehmer erfasst und bewertet seine Supply Chain Risiken systematisch. Wenig verbreitet sind auch Risikosteuerungsstrategien, die – wenn überhaupt eingesetzt – vor allem auf den Risikotransfer abzielen – etwa Absicherung von Wäh-rungsrisiken und Abschluss von Versicherungen. Interessant ist, dass die Erhöhung von Sicherheits-beständen kaum noch als probates Mittel gesehen wird. Und knapp 70 % der Unternehmen stimmen sich bzgl. ihrer Maßnahmen im Supply Chain Risk Management intensiv mit ihren Geschäftspartnern ab.

Dr. Ulrich Lison, Mitglied der Geschäftsleitung der AEB und einer der Autoren der Studie, sagte: „Die Studienergebnisse bestätigen unsere Erfahrung, dass die Unternehmen bereits sehr rechtssicher agieren, aber Einsparpotenziale im Global Trade Management noch nicht voll ausschöpfen. Die Herausforderung liegt darin, einerseits alle Handelsbeschränkungen und Zollgesetze automatisiert einzuhalten, andererseits die Abgabenlast zu reduzieren, indem man Verfahren wie das Zolllager oder Präferenzen nutzt. Ein funktionierendes GTM dient dazu, den sicheren und reibungslosen grenzüberschreitenden Waren-, Daten- und Zahlungsstrom zu gewährleisten.“


Über die Global Trade Management Agenda 2014
Die Global Trade Management Agenda ist ein Kooperationsprojekt des Stuttgarter Softwareunternehmens AEB und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart. Sie basiert auf den Ergebnissen einer Online-Befragung, die im Sommer 2013 stattfand. 110 Außenhandels-Experten gaben ihre Einschätzungen zu den derzeit wichtigsten Aufgabenstellungen im Global Trade Management (GTM) und im Supply Chain Risk Management (SCRM) ab. Fast alle Teilnehmer sind in ihren Unternehmen direkt für Export, Logistik, Exportkontrolle oder Zoll verantwortlich. Erfasst wurden vor allem kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Zielsetzung der Studie war es, aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze zu identifizieren und zu bewerten und daraus eine „Global Trade Management Agenda 2014“ zu erstellen. Im ersten Teil der Studie steht das Thema Global Trade Management (GTM) im Mittelpunkt. Was ist notwendig, um im Dickicht zahlreicher nationaler und internationaler Regelungen jederzeit rechtssicher, effizient und regelkonform zu agieren? Der zweite Teil beleuchtet das Supply Chain Risk Management. Welche Strategien haben die Verantwortlichen entwickelt und welche Maßnahmen werden ergriffen?

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