(openPR) Die Forderung nach Bevölkerungszuwachs und ein allgemeiner Klageton angesichts offensichtlich zu geringer Geburtenzahlen, steht derzeit praktisch unhinterfragt im öffentlichen Raum. Das „Wozu“ und „Warum“ wird dabei ausschließlich in den Folgen und Auswirkungen der vielzitierten demographischen Entwicklung für heutige und künftige Generationen verortet. Das Damoklesschwert über unserer Altersversorgung hängt am seidenen Faden – das jedenfalls will man anscheinend so sehen.
Nüchtern betrachtet, lässt sich eine solche Forderung nach einem Mehr an Kindern leicht als der Ruf nach „Futter“ für ein in seinen Grundlagen krankendes Wirtschafts- und Versorgungssystem entlarven. Wir brauchen anscheinend unsere Kinder in erster Linie als Mittel zum Beharren auf einer offenbar nicht zur Disposition stehende Form der Ökonomie – und das mit Aussichten auf wohl allenfalls dürftigen und mittelfristigen Erfolg.
Was erstaunt und geradezu erschüttern muss, ist die im Kern menschenverachtende Selbstverständlichkeit, mit der hier der Ruf nach höheren Geburtenraten an die Stelle eines Überdenkens und grundsätzlichen Neu-Gestaltens bestehender Konstellationen tritt, die allem Anschein nach den Anforderungen der Zeit nicht mehr genügen. Dass durch eine solche Forderung allerdings gerade die Kinder, deren möglichst umfangreiche Zeugung man da anpeilt, zu bloßen Mitteln herabgewürdigt und so in ihrer Natur als Menschen verkannt und degradiert werden, bleibt bei aller Diskussion außen vor.
Man fragt sich, wo der Einwand bleibt. Die Forderung nach mehr Kindern hätte zunächst einmal der Forderung nach der Errichtung besserer Bedingungen der Ökonomie zu weichen. Die philosophische Maxime, einem Ideal des Guten nachzustreben, bleibt nicht nur ungehört – sie wird erst gar nicht angedacht. Stattdessen wird der Ruf nach „mehr Kindern“ unhinterfragt und ohne weiteres Nachdenken zum Problemstand erhoben, für gültig verkauft und angesehen. Wer hier nicht ins Erschrecken gerät und vehementen Einspruch erhebt, verschwendet nicht nur die Möglichkeit seiner eigenen Stimme, sondern trägt aktiv mit dazu bei, die Entmenschlichung der Verhältnisse beständig mit voranzutreiben. Vernunft jedenfalls ist das Erste, was hier verloren geht.
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Apeiron Philosophieberatung, 2005 gegründet von der Bonner Philosophin Renate Miethner, ist ein dezidiert philosophisch ausgerichtetes Beratungsunternehmen. Renate Miethner studierte Philosophie an der Rheinischen Friedrich-Wilhems-Universität Bonn und arbeitete ausführlich über Kant und die erkenntnistheoretischen Ansätze des deutschen Idealismus.
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