(openPR) Norbert Lübke, Leiter der funcity Onlinekirche St. Bonifatius überreicht am 8. August 2013 dem Bistum Hildesheim die Entwicklungsgeschichte aus 15 Jahren Internetkirche zur offiziellen Archivierung.
Die Richtlinien zur Archivierung erläutert Direktor Dr. Thomas Scharf-Wrede.
Das Bistumsarchiv Hildesheim ist das „Gedächtnis des Bistums Hildesheim“ – und von daher neben der Sicherung der Überlieferung des Bischöflichen Generalvikariats, der Bischöflichen Kurie, des Domkapitels und der Pfarreien des Bistums – die Reihe lässt sich fortsetzen… – auch für die Archivierung der „Internetkirche St. Bonifatius“ zuständig.
Die gleichermaßen virtuelle wie reale Internetkirche hat in den 15 Jahren ihres Bestehens „kirchlich-seelsorgliche Grundlagenarbeit“ geleistet, um die zukünftige Generationen wissen sollten. Aus diesem Grund hat sich das Bistumsarchiv Hildesheim bereit erklärt, die elektronischen – wie auch die analogen (papiernen) –Unterlagen der Internetkirche St. Bonifatius (1,73 GB) zu übernehmen und nach facharchivarischen Kriterien zu bearbeiten.
Was man unter „Archivgut“ und „Archivierung“ versteht, wird im Kirchlichen Archivgesetz verlässlich beschrieben: Archivgut Unterlagen im Sinne dieser Anordnung sind analog oder digital vorliegende Urkunden, Amtsbücher, Akten, Schriftstücke, amtliche Publikationen, Karteien, Karten, Risse, Pläne, Plakate, Siegel, Bild-, Film- und Tondokumente sowie sonstige Aufzeichnungen unabhängig von ihrer Speicherungsform sowie alle Hilfsmittel und ergänzenden Daten, die für Erhaltung, Verständnis und Nutzung dieser Informationen notwendig sind.
Archivierung: Archivierung beinhaltet die Erfassung, Bewertung und Übernahme von Unterlagen sowie die sachgemäße Verwahrung, Ergänzung, Sicherung, Erhaltung, Instandsetzung, Erschließung (Ordnung und Verzeichnung), Erforschung, Veröffentlichung von Archivgut und dessen Bereitstellung für die Nutzung.
Mit der Übernahme der Unterlagen „Internetkirche St. Bonifatius“ betritt das Bistumsarchiv Hildesheim – in anderen Diözesan mag dies anders aussehen – Neuland, sind diese doch sein erster „geschlossen elektronischer“ Zugang; „Nachfolgen“ sind bereits in Sicht, u.a. die Archivierung der Webseiten der Pfarreien des Bistums Hildesheim. Die damit verbundenen Fragen sind allerdings keineswegs neu: die Unterlagen müssen hinsichtlich ihrer Archivwürdigkeit – also ihrer historischen Bedeutung – bewertet werden und in einer langfristig nutzbaren Form eingelagert werden. Lediglich das Medium ist anders, nämlich anstelle von Papier eben Dateien in verschiedenen Formaten wie .jpg und .pdf.
Das Bistumsarchiv Hildesheim dankt Herrn Lübke und Herrn Gelhot für ihre sachkundige und gewissenhafte Aktenführung und freut sich, einen so prominenten – weil in mannigfacher Weise „neuen“ – Bestand übernehmen zu können. Die verschiedenen – wann auch immer – online gestellten „Schritte“ der Internetkirche werden zukünftig im Bistumsarchiv nachgegangen werden können: von Anfang an und natürlich unter Berücksichtigung der geltenden archiv- und datenschutzrechtlichen Bestimmungen.
Norbert Lübke erläutert seinen "Ausflug" in die Onlinekirchengeschichte:
Es war interessant und lehrreich, sich in die 15 Jahre zu vertiefen: Wie war das eigentlich mit der Namensgebung im April 1998, als die Kirche online gegangen ist. Ein besonderer Dank gebührt Weihbischof em. Hans-Georg Koitz: „Ihr traut euch dort hin, wo noch keiner gewesen ist. Das war bei Bonifatius nicht anders.“ Koitz war bei der Übergabe der Archivmaterialien anwesend.
Und wer war von wann bis wann als Seelsorger im Team? Das ist herausgefunden, auch wenn Internet schnelllebig ist und oft nach einem update alte Daten einfach verschwunden sein können.
Das übergebene Archiv bietet einen reichen Fundus für an Internetseelsorge Interessierten: Es steht auf Anfrage bei Norbert Lübke für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung.
In der Datensammlung enthalten sind u. a. alle bisher veröffentlichten 751 Gemeindebriefe, elf Ausgaben des Adventskalenders, zehn Osterwege, Impulse zu Exerzitien im Alltag (der erste aus dem Jahr 2000) sowie alle Online-Gottesdienste aus dem Kirchenchat der Internetkirche.
Die Gründung des ersten ordensübergreifenden Internetklosters im November 2008 ist ebenso dokumentiert wie die Impulse der Pfingstnovene.
Das Engagement bei den beiden Ökumenischen Kirchentagen 2003 in Berlin und 2010 in München, der Katholikentag 2008 in Osnabrück, die digitale Fassung des Buches „Per Mausklick in die Kirche“ und die Verleihung des Bonifatiuspreises für besondere missionarische Aktivitäten (November 2010) runden die Datensammlung ab.
2012 haben Rainer Gelhot und Norbert Lübke den ersten Grundkurs für Internetseelsorge im St. Jakobushaus geleitet. Auch diese Inhalte sind komplett dokumentiert. Weitere Kurse wird es im September 2013 und Mai 2014 geben. Ein Aufbaukurs für den Herbst 2014 ist fest terminiert.
Ebenfalls im Jahr 2012 ist es gelungen, ein Spendenkonto für die seelsorgerischen Anliegen zu eröffnen. Das besondere daran: Es war gelungen, die Bistümer Hildesheim und Osnabrück sowie den Offizialatsbezirk Oldenburg des Bistums Münster zusammen zu bringen.
Im November wird das 5-jährige Bestehen des Klosters begangen - natürlich online.
Das Seelsorgeteam besteht zur Zeit aus 26 Personen.












