(openPR) Mit einer Vernissage am Freitag, den 23. August 2013 ab 19 Uhr beginnt in der Galerie Passerelle, Bad Bergzabern, Marktstr. 55 eine Ausstellung von Werken der Malerin Marie-Kathrin Reiter –Daspet (Strasbourg) und der Bildhauerin Marlene Hüsken (Landau) unter dem Titel „Corps et âme – mit Leib und Seele“, die am 26. September zu Ende geht.
Beiden Künstlerinnen gemeinsam ist ihre Vorstellung von Körpern und Gefühlen, ihre Kreativität, ihre Ausdrucksvielfalt und ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Menschsein. – im doppelten Sinn mit Leib und Seele.
Die Vernissage wird musikalisch untermalt vom japanischen Cellisten Issei Hiramoto.
Marie-Kathrin Reiter-Daspet, geboren in Landau/Pfalz, lebt und arbeitet in Strasbourg, wo sie auch ihre künstlerische Ausbildung an der École Supérieure des Arts Décoratifs de Strasbourg erhielt. Ihr von der Galerie ausgestelltes Werk besteht aus Aktgemälden in Pastell sowie in Mischtechnik sowie Portraits in Aquarelltechnik. Daneben sind Entwürfe zu einer Kreuzigungsszene für das Bistum Strasbourg in Acryl zu sehen. Das Interesse der Künstlerin gilt der menschlichen Gestalt, dem Gesicht und dem Körper und gibt die Gefühle, die jedes Modell in ihr erweckt, im Bild wieder, sowohl in ihren Akten als auch in den Portraits.
Sie ist seit mehreren Jahren Verfasserin von Artikeln zu künstlerischen Fachfragen und -themen für eine Kunstzeitschrift und hat seit 2009 einen Lehrauftrag für Aktmalerei an der Europäischen Volkshochschule Strasbourg.
Seit 2001 ist sie weltweit in Ausstellungen präsent: von Frankreich, über Deutschland, Belgien, der Schweiz, den USA und Japan. Ihre Werke waren ebenfalls zu sehen in Ausstellungen für das Bistum Strasbourg über das Thema biblische Frauen sowie im Europarat (2007 und 2012). Sie gestaltete im Jahr 2012 für die Universitätsklinik Strasbourg künstlerisch eine Fußgängerbrücke (Passerelle) innerhalb des Geländes der Universitätsklinik.
Aktzeichnen bedeutet für Marie-Kathrin Reiter - Daspet nicht die Darstellung von Weiblichkeit, klassischer Schönheit, Laszivität oder Erotik, sondern die Darstellung einer privilegierten Begegnung von zwei Menschen, die jeweils dem anderen das Intimste schenken, was sie besitzen. Modell wie Künstlerin werden authentisch und lassen alle Masken fallen. Von da an entwickelt sich eine Suche, die beide Protagonisten seelisch näher bringt und herausfordert.
Im Modell sieht Marie Kathrin Reiter-Daspet mehr als eine Gestalt vor sich, der Körper des Modells ist beseelt. Die Künstlerin ist im Moment des Schöpfens ein Bündel an Energie, es entsteht eine Einheit von Körper und Seele und eine seelische Einheit von Modell und Künstlerin. Marie – Kathrin Reiter – Daspet gestaltet auch männliche Akte, denn Männer drücken in ihrem Körper nicht weniger als Frauen alle Facetten ihres Daseins, mit allen Stärken oder Schwächen aus.
In ihrem zweiten Themenkreis, Portraits weiblicher Bibelgestalten, stellt Marie-Kathrin Reiter - Daspet Emotionen in den Focus. Sie schlüpft in die Haut der Frauen aus der Bibel, versetzt sich in deren Seele und schafft die adäquate Übersetzung in Formen, Linien und Farben. Es sind sehr bekannte und beispielhafte starke aber auch leidende Frauen, die sie darstellt, und die auch nach Jahrtausenden symbolhaft für das Weibliche stehen. Mit den Worten der Künstlerin: Maria ist die Mutter, die ihren Sohn verliert; Sulamith, die Heißgeliebte, lässt sich ganz von ihrem Gefühl tragen; Eva ist durchdrungen von der Lebensfreude, die sie weitergibt; die Kranke findet inbrünstig Hoffnung und Heil; Judith leistet Widerstand und befreit ihr Land vom Joch des Feindes; der Ehebrecherin droht die Steinigung; für Sarah ereignet sich das Unglaubliche.“
Marlene Hüsken wurde in Bremerhaven geboren und ist heute in Landau/Pfalz ansässig. Nach Beendigung ihrer beruflichen Laufbahn als Innenarchitektin und später Sozialpädagogin vertiefte sie ihre schon früh vorhandenen künstlerischen Ambitionen und Kenntnisse. Marlene Hüsken ist zwar ebenfalls malerisch tätig, ihr Hauptinteresse gilt aber den plastischen Arbeiten mit so unterschiedlichen Materialien wie Ton, Gips, Beton und Papier.
Auffällig ist die Vielfalt ihres Werks; nicht nur wegen der verwendeten Materialien sondern auch, was die Motive betrifft. Sie ist immer auf der Suche nach Möglichkeiten, verborgene Bedeutungen aus Alltagsgegenständen zu offenbaren. Sie holt sich die Inspiration bei traditions- oder kultbezogenen Gegenständen, die ihr bei Studienreisen vornehmlich nach Indien und Vorderasien begegnet sind und verknüpft und stilisiert sie so, dass neue Eindrücke entstehen. Ihre Arbeiten beinhalten das ursprüngliche Motiv und weiten gleichzeitig den Deutungsrahmen aus. Ausgehend vom Auge der Fatima z.B., lässt sie Gebilde entstehen, die man gleichwohl als Gesichter, Torsi oder auch Masken und Vogelköpfe auslegen kann. Diese subtile und spielerische Überlagerung von Interpretationsebenen bringt den Beobachter dazu, seinen ersten Eindruck zu hinterfragen.
Vorzugsthema bei Marlene Hüsken ist das „
Frau-Sein, aber auch Menschen im Allgemeinen und deren Wohnumfeld. Nicht selten flackert das Thema Architektur wieder durch. In allen Arbeiten von Marlene Hüsken ist der Respekt für alle Gemeinschaften von Menschen und für deren Überzeugungen und Weltanschauungen spürbar.
Inzwischen verzichtet Marlene Hüsken auf lange, strapaziöse Reisen und erforscht ihren weitgesteckten Horizont mittels ihrer Fantasie. Alltagsgegenstände aus fernen Kulturen von früheren Reisen, wie Schalen oder Kämme, kommen neu zum Einsatz und erhalten eine neue, überraschende symbolhafte Bedeutung. Auch in ihrem unmittelbaren Umfeld entdeckt sie die große Suggestionskraft scheinbar trivialer Gegenstände und stellt diese gekonnt heraus. Ein Stöckelschuh kann zum Beispiel zur wackeligen Basis eines umfangreichen Frauenkörpers werden, welcher dadurch unsicher, künstlich aufgebläht, in manchen Fällen beinahe lächerlich wirkt. Neben der Poesie und der Nostalgie vermitteln die Werke von Marlene Hüsken einen hintergründigen, feinen Humor.
Öffnungszeiten:
Do, Fr, So 14 - 18 Uhr Sa 11- 16 Uhr
und nach Vereinbarung













