(openPR) Die Schweiz hat entschieden: rund 200 000 Geschosse, davon der größte Teil 155mm-ICM-Geschosse sowie 120mm- Mörsergranaten werden vernichtet. Fachgerecht entsorgen wird die Streumunition das deutsche Unternehmen Nammo Buck GmbH.
„Die Entsorgung der Streumunitionsbestände des VBS startet im zweiten Halbjahr 2013. Mit der Liquidation beauftragt wurde die Firma Nammo Buck GmbH in Pinnow in Deutschland“, so die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft in ihrer heutigen Meldung. Und weiter: „Ausschlaggebend für die Vergabe des Auftrags an die Nammo Buck GmbH war neben grosser Erfahrung auf diesem Gebiet die Wirtschaftlichkeit der gemachten Offerte“. Am 6. Juni 2011 hatte der Bundesrat die Botschaft zur Ratifikation des Übereinkommens über Streumunition verabschiedet. Ratifiziert wurde das Übereinkommen am 17. Juli 2012 – es verlangt neben dem umfassenden Verbot für Streumunition auch den Abbau vorhandener Bestände.
Die 155mm-ICM-Geschosse beinhalten zwischen 49 und 84 sogenannte Bomblets, die jeweils eine Panzerwand sprengen können. Die Splitterwirkung der Munition ist für Menschen verheerend.
„Die Sicherheit unserer Mitarbeiter steht bei der Entsorgung natürlich an erster Stelle“, so Nammo Buck-Geschäftsführer Christoph Rüssel. Die Geschosse werden daher in Bunkeranlagen zerlegt. Das Personal überwacht per Video den vollautomatischen Prozess. „Wir zerlegen die Geschosse so sauber, dass wir die Metalle sortenrein gewinnen“, erklärt Rüssel. Explosivstoffe werden im Ofen verbrannt.
Die Wertstoffe werden recycelt und dienen somit wieder als Rohstoff. „Nammo Buck hat bereits über 450 000 solcher Geschosse für verschiedene europäische Staaten entsorgt. Die Entsorgung wird natürlich von staatlicher Seite strengstens überwacht“, fügt der Geschäftsführer hinzu.
Die 120-mm-Mörsergranaten entsorgt das Schwesterunternehmen Nammo NAD in Norwegen. Nammo NAD sprengt die Munition in 1000 Meter Tiefe in einer ehemaligen Mine. Diese Methode wird immer dann angewandt, wenn das Handling der Munition zu gefährlich ist. Die Bomblets der 120mm-Mörsergranaten werden über einen Federmechanismus bereits bei der Herausnahme scharf gemacht. Das macht das Recycling so schwierig und gefährlich, dass Nammo die Sprengung bevorzugt, um keine Menschenleben zu gefährden. Die hohen Temperaturen und Drücke bei einem Sprengvorgang sorgen für eine rückstandsfreie und umweltfreundliche Entsorgung der Munition.











