(openPR) Bündnis 90 / Die Grünen bzw. führende Köpfe einiger Landesverbände dieser Partei (LAG Energie) planen unserer Information nach im Rahmen eines Masterplanes „Energieszenario 2050“ eine weitere Intensivierung unserer Landwirtschaft bzw. der Nutzung unserer Landschaft.
Uns vorliegende, inoffizielle Entwürfe könnten dazu führen, dass die Bio- /Agrogasproduktion und damit verbunden die Maisproduktion sowie der Raps- bzw. Eiweißpflanzenanbau nochmals um jeweils rund 80% (und die Windenergie um 400%) erhöht werden sollen.
Diese einseitig konzipierte Art der Energiewende wird zu deutlich negativen Einflüssen auf unsere Natur und Landwirtschaft führen. Sie wird dazu beitragen, dass unsere Nutztiere in der Massentierhaltung weiterhin in Ställen gehalten und mit Soja aus Übersee gefüttert statt artgerecht an frischer Luft in Auslauf- oder Freilandhaltung auf der Wiese gehalten werden.
Wenn wir die Tiere artgerecht und ohne Antibiotika halten wollen, können wir unsere Fläche nicht in diesem Maß für die Energieerzeugung ausbeuten.
Wir fragen uns und Sie als Journalisten: Woher sollen unsere Nahrungsmittel und das Tierfutter kommen? Muss man dann den Regenwald weiter dezimieren oder Flächen in anderen Ländern (Steppen) umnutzen, um dort noch mehr Soja und Getreide anzubauen?
Auch wir möchten eine nachhaltige Energiewende (!), aber es muss gewährleistet sein, dass diese nicht zum Fiasko für die bäuerliche Landwirtschaft, den Boden, das Wasser und die Natur mit den wildlebenden Arten wird.
Wir fordern daher:
• Ein Konzept für eine nachhaltige Energiewende ohne verantwortungslose Belastung der Landschaft und der landwirtschaftlichen Flächen
• Ein Konzept für das Überleben einer naturnahen, bäuerlichen Landwirtschaft, die gegen Pachtpreise für den Betrieb von Biogasanlagen bis zu 1600,- Euro pro Hektar nicht konkurrieren kann.
• Ein umfassendes bundesweites Monitoring für wichtiges Feucht- undTrockengrünland, das seit Bestehen des EEG zu intensiv genutzten Maisflächen umgebrochen worden ist
• Ein Konzept für den Naturschutz. Der Vertragsnaturschutz hat gegen die staatliche Förderung im Rahmen des EEG kaum eine Chance, so dass Rinder oder Kühe auf der Weide weiter nur der Verbrauchertäuschung und der irreführenden Selbstdarstellung der Landwirtschaft sowie der Werbung vorbehalten bleiben, statt den Tieren zugute zu kommen.
Wir wünschen uns, dass die überfällige umfassende Diskussion darüber in Gang gesetzt wird, ob wir hier vor Ort heimisch und verantwortungsvoll produzieren wollen oder nicht.
Als Beleg für die Problematik verweisen wir auf den folgenden Aufsatz des renommierten Wissenschaftlers Dr. Martin Flade:
http://www.vogelwelt.com/cms/red/download/Desaster_-3.pdf
Auszug aus VOGELWELT 133: Seiten 149 – 158 (2012) 149
Von der Energiewende zum Biodiversitäts-Desaster – zur Lage des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland
Martin Flade
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Maria Groß, AGfaN-Kontaktbüro Hannover
gez. Eckard Wendt, Vorsitzender











