(openPR) Kaum Großabschlüsse und deutlicher Umsatzrückgang – Günstige Rahmenbedingungen für spekulative Projekte
• Büroflächenumsatz geht ggü. H1-2012 um ca. 28 % auf 324.800 m² zurück
• Spitzen- und Durchschnittsmiete ggü. Q1-2013 unverändert, im Jahresvergleich jeweils im Minus: 20,90 EUR/m² (- 5,0 %) bzw. 11,87 EUR/m² (- 0,8 %)
• Leerstandsquote weitgehend unverändert bei 5,8 %
Der Berliner Büromarkt beschloss das 1. Halbjahr mit einem deutlichen Minus im Hinblick auf den Flächenumsatz. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ging der Umsatz um fast 28 % auf etwa 324.800 m² zurück. „Für das Umsatzminus gibt es vor allem zwei Gründe: Erstens das außerordentlich gute Ergebnis im 1. Halbjahr 2012, zweitens das Ausbleiben von Abschlüssen ab 5.000 Quadratmeter“, erläutert Christian Leska, Managing Director und bei Savills verantwortlich für das Bürovermietungsgeschäft in Berlin. Im bisherigen Jahresverlauf wurden lediglich zwei Transaktionen jenseits der Marke von 5.000 m² registriert, eine davon war eine Eigennutzertransaktion der Deutschen Rentenversicherung (ca. 25.000 m²). Angesichts von etwa zehn Gesuchen in diesem Flächensegment ist jedoch von einer umsatzstärkeren zweiten Jahreshälfte auszugehen. Für das Gesamtjahr rechnet Savills mit einem Umsatz von etwa 700.000 m².
Gerade jene Unternehmen, die momentan auf der Suche nach Flächen von 10.000 m² und mehr sind, werden im Bestand nicht mehr fündig und müssen in eine Projektentwicklung gehen. Aber auch gute Flächen im mittleren und kleinen Segment, insbesondere solche zwischen 500 m² und 1.000 m², sind inzwischen rar. Die Leerstandsquote gab in den vergangenen Monaten zwar nicht weiter nach, lag aber Ende Juni trotzdem bei sehr niedrigen 5,8 %. Insgesamt stehen damit knapp 1,1 Mio. m² Bürofläche leer. „Etwa die Hälfte der leer stehenden Flächen ist jedoch praktisch nicht mehr marktgängig, so dass die tatsächlichen Wahlmöglichkeiten für Nutzer noch wesentlich geringer ausfallen“, so Leska.
Trotz der sich abzeichnenden Flächenknappheit sind spekulative Projekte die seltene Ausnahme.
Eines davon ist ein geplantes Büroobjekt der Becken-Gruppe und der HanseMerkur-Versicherung in der Europacity, wo unabhängig vom Vorvermietungsstand im nächsten Jahr mit dem Bau begonnen werden soll. Dies liegt vor allem an den schwierigen Finanzierungsbedingungen für solche Projekte. Für eigenkapitalstarke Entwickler ist dies jedoch die Chance, von dem Nachfrageüberhang im hochwertigen Flächensegment zu profitieren, indem sie entsprechendes Angebot schaffen. „Ein signifikanter Anstieg des Mietniveaus ist zwar auch in den nächsten zwei, drei Jahren nicht zu erwarten, die Verhandlungsposition der Eigentümer verbessert sich jedoch peu à peu“, beobachtet Leska. „Wer jetzt anfängt zu bauen, wird bei der Vermietung günstige Rahmenbedingungen vorfinden“, so seine Prognose.








