(openPR) 140 Autorinnen und Autoren aus dem deutschsprachigen Raum haben sich in diesem Jahr für das 6. Spreewald-Literatur-Stipendium beworben. Über die Preisvergabe entschied eine Fachjury unter Leitung der Kuratorin und Vorsitzenden des Gremiums: Franziska Stünkel, Filmregisseurin und Drehbuchautorin. Sie wurde unterstützt von dem Literaturkritiker Prof. Dr. Martin Lüdke, von Musiker und Autor Heinz Rudolf Kunze, von Friedrich Schirmer, Intendant und Dramaturg sowie von Prof. Bernhard Schlink, Schriftsteller und Professor für Rechtswissenschaften.
Die Auszeichnungen werden als Residenz-Stipendien vergeben, die die Initiatoren, das Hotel Zur Bleiche (Burg/Spreewald) zusammen mit der Spreewälder-Kulturstiftung, seit 2008 stiften. Der Wert der begehrten Residenz-Stipendien beträgt zusammen 48.000 €.
Mit dem Spreewald-Literatur-Stipendium im jahreszeitlichen Vergabezyklus 2013/14 wurden ausgezeichnet:
+++HERBST 2013 - THOMAS HETTCHE
- geboren 1964 in Treis am Rande des Vogelsbergs, studierte Germanistik, Philosophie und Filmwissenschaft in Frankfurt/Main. Promotion mit einer medienhistorischen Arbeit über Venedig, zahlreiche Auslandsaufenthalte folgten. Mitglied des Deutschen PEN. Thomas Hettche lebt in Berlin und in der Schweiz.
Er debütierte 1989 mit dem Roman "Ludwig muß sterben". Es folgten 1992 der Erzählungsband "Inkubation" und 1995 der Roman "NOX", Suhrkamp Verlag. Der literarische Venedig-Essay "Animationen" (1997) und die Nachdichtungen der Sonette Pietro Aretinos, "Stellungen. Vom Anfang und Ende der Pornografie" (2003) erschienen im DuMont-Verlag, Köln. 1999 war er Herausgeber der Online-Anthologie NULL, einem der ersten literarischen Projekte im Internet. "Der Fall Arbogast" (2001) hat die Geschichte eines der spektakulärsten Justizirrtümer der Nachkriegszeit zur Grundlage, wurde in über zehn Sprachen übersetzt. Der Amerika-Roman "Woraus wir gemacht sind" stand 2006 auf der Short-List zum Deutschen Buchpreis. Danach veröffentlichte Hette mit "Fahrtenbuch 1993-2007", eine Auswahl seiner Essays und Reportagen und 2010 den Roman "Die Liebe der Väter." Im Herbst 2012 ist "Totenberg" erschienen, eine intellektuelle Autobiographie in Gesprächen.
Journalistische Arbeiten vor allem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung. 1995-1999 Juror des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt. Poetik-Dozentur 2002 an der Mainer Akademie der Wissenschaften, 2003 künstlerischer Gast des Collegium Helveticums der ETH Zürich. Seit 2005 in der Jury des Spycher: Literaturpreises Leuk und Herausgeber der Edition Spycher im Dörlemann-Verlag, Zürich. ?
Zahlreiche Stipendien und Preise, u.a.: Rauriser Literaturpreis 1990, Robert-Walser-Preis 1990, Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994, Rom-Preis der Villa Massimo 1996, Spycher: Literaturpreis Leuk 2001, Premio Grinzane Cavour 2005, Short-List zum Deutschen Buchpreis 2006.
+++WINTER 2013/2014 – SEBASTIAN STERN
- 1979 im niederbayerischen Deggendorf geboren. Nach ersten Theater- und Filmerfahrungen in der Schulzeit und verschiedenen Praktika bei Kino- und Fernsehproduktionen studierte er ab 2001 im Fach "Kino- und Fernsehfilm" an der Hochschule für Fernsehen und Film München.
Mit seinen Kurzfilmen "nach Haus", "Fang des Lebens" und "nichts weiter als" (jeweils Buch und Regie) nahm er an internationalen Festivals teil, u.a. an der Berlinale 2006 (Perspektive Deutsches Kino), dem Max Ophüls Preis, dem New York International Student Film Festival und dem Internationalen Festival der Filmhochschulen München.
Sein Abschluß- und Debutfilm "Die Hummel" kam im August 2010 in die Kinos, lief in der Reihe "Debut im Ersten" in der ARD und wurde im Januar 2011 mit dem Bayerischen Filmpreis für die beste Nachwuchsregie ausgezeichnet.
Aktuell bereitet er den Dokumentarfilm "Lenny was here" vor und ist der Entwicklung für den Kinofilm "Der Hund begraben".
+++FRÜHJAHR 2014 - BERND CAILLOUX
- geboren in Erfurt, aufgewachsen in Niedersachsen, lebt seit 1976 in Berlin.
Seine Bücher erscheinen seit 1986 im Suhrkamp Verlag; darunter drei Erzählbände und Geschichten wie "Der gelernte Berliner". Zuletzt schrieb er zwei Romane. "Das Geschäftsjahr 1968/69" erzählt die Geschichte dreier Hippies, die während der Studentenrebellion eine Garagenfirma gründeten, aus der ein Unternehmen mit Millionenumsätzen entstand. In "Gutgeschriebene Verluste" bilanziert der Erzähler das Leben eines Aktivisten der 68iger und folgender Jahre. Beide Romane waren in ihren Erscheinungsjahren 2005 und 2013 für den Deutschen Buchpreis nominiert (Longlist). "Bernd Cailloux ist ein Berliner Kultautor", schrieb die Märkische Allgemeine über ihn, "ein Tragikomiker und Desillusionist", urteilte der WDR in einem Portrait.
+++SOMMER 2014 – INKA BALAKÀ
- geboren 1966 in Salzburg, Studium am Zentrum für Translationswissenschaft (Englisch/Italienisch) der Universität Wien (Mag. phil.), lebt als freie Schriftstellerin in Wien, eine Tochter
Zuletzt erschienen der Roman "Kassiopea" – im Roman Haymon Verlag, Innsbruck 2012 und 2010 Erzählungen: "Auf offenem Meer", 2009 "Schaumschluchten" - Gedichte. Literaturverlag Droschl, Graz. Der Roman "Eisflüstern" wurde 2006 im Literaturverlag Droschl und 2009 im Suhrkamp Verlag herausgegeben. Die erste Veröffentlichung war 1994 "Die dunkelste Frucht" - Gedichte. Verlag G. Grasl, Baden bei Wien.
Sie war an zahlreichen Hörspiel- und Theaterproduktionen beteiligt, unter anderem 2011 "Lockvögel, Baby", Elfriede Jelinek-Symposium, Wiener Schauspielhaus, Regie: Daniela Kranz oder am Hörspiel "Das Feuer der alten Dame" für den ORF 2010/2011, Regie: Katharina Weiß, Regieassistenz: Bettina Balàka
Preise und Auszeichnungen (Auswahl): Buchprämie 2012 des österr. Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur Salzburger Jahresstipendium 2011, Österreichisches Staatsstipendium 2010/2011, Friedrich-Schiedel-Literaturpreis Bad Wurzach 2008 für "Eisflüstern", Elias Canetti-Stipendium der Stadt Wien 2007, Salzburger Lyrikpreis 2006, "Auszeichnung für literarische Gedankenblitze" der österr. Literaturveranstalter 2005 oder den 1. Preis im Literaturwettbewerb der Akademie Graz 2005.
+++STEFFEN POPP erhielt das SONDERSTIPENDIUM 2014
- 1978 in Greifswald geboren, lebt in Berlin.
Er veröffentlichte die Gedichtbände "Wie Alpen" (2004), "Kolonie Zur Sonne" (2008) und "Dickicht mit Reden und Augen" (2013), sowie den Roman "Ohrenberg oder der Weg dorthin" (2006), der u.a. für den Deutschen Buchpreis nominiert war.
Darüber hinaus übersetzte er die US-amerikanischen Lyriker Christian Hawkey (Reisen in Ziegengeschwindigkeit) und Ben Lerner (Die Lichtenbergfiguren), und ist Initiator und Mitherausgeber der kollaborativen Poetik Helm aus Phlox (Merve 2011). Auszeichnungen zuletzt Leonce-und-Lena-Preis, Preis für Internationale Poesie der Stadt Münster, Kelag-Preis Klagenfurt.
Die Initiative dient der Förderung gegenwärtiger Literatur (Prosa, Lyrik, Theater, Drehbuch). Für jeweils vier Wochen wird in den kommenden Monaten das Hotel Zur Bleiche zur Heimat für die Autorinnen und Autoren, die hier einen Ort der Ruhe und Inspiration für ihre schriftstellerische Arbeit finden. Während der Residenzzeiten laden die Stipendiaten zu Autorenlesungen ein und verarbeiten ihre Eindrücke von Spreewaldregion in eigenen Texten.
+++Ausführliche Ausschreibungsbedingungen unter: www.hotel-zur-bleiche.com/stipendium
Bisher erschienen die Spreewald ANTHOLOGIE I. + II. als gebundene Ausgaben:
ISBN 978-3-00-036744-1 und ISBN 978-3-00-040544-0
+++PREISTRÄGER 2008 BIS 2013:
Jahrgang 2012/ 2013 - Sonja Kippenberger, Saša Stanišic, Markus Orths , Akos Doma und Volker Harry Altwasser.
Jahrgang 2011/ 2012 - Dr. Peggy Mädler, Dr. Martin Beyer, Jan Decker und Anna-Elisabeth Mayer.
Jahrgang 2010/ 2011 - Patrick Findeis, Sebastian Orlac, Martin Brinkmann, Heide Schwochow und das Sonderstipendium für Sabrina Janesch.
Jahrgang 2009/ 2010 - Larissa Boehning, Thomas Lang, Robert Seethaler und Bodo Morshäuser und ein Sonderstipendium ging an Nachwuchsschriftsteller Martin Rose.
Jahrgang 2008/ 2009 - Schriftsteller Sobo Swobodnik, Stefan Weidner, Dr. Johann von Düffel und Drehbuchautorin Esther Bernstorff. Ein Sonderstipendium ging an Dr. Wolfgang Schlüter.
24. Juni 2013, Burg/ Spreewald.











