(openPR) Nicht medikamentöse ADHS- Therapie kann Helfen Symptome in den Griff zu bekommen
München, 17. Juni 2013. Der aktuelle Barmer GEK-Arzneimittelreport belegt, dass immer mehr Kinder und Jugendliche mit ADHS mit Psychopharmaka behandelt werden. Es gibt jedoch eine Ergänzung und Alternative: Neurofeedback. Eine EEG-basierte, nicht-medikamentöse Therapiemethode bei der die Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns gefördert wird. So können Patienten lernen, Aufmerksamkeit und Konzentration zu verbessern und damit Symptome der Erkrankung regulieren.
Wie andere sogenannte Biofeedback-Verfahren, basiert Neurofeedback auf dem Prinzip, unbewusste Vorgänge, wahrnehmbar zu machen und für therapeutische Zwecke zu nutzen. Einige Krankheiten wie ADHS haben ihre Ursache in einer Über- oder Unterstimulation bestimmter Gehirnbereiche. Durch Neurofeedback kann dies sichtbar gemacht werden, um Aufmerksamkeitszustände bewusst wahrnehmen und dadurch regulieren zu können.
Wie funktioniert Neurofeedback?
Neurofeedback basiert auf der Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns mittels EEG-Ableitungen. Die EEG-Signale werden über Elektroden gemessen, zeitgleich ausgewertet und für den Patienten auf einem Bildschirm sichtbar gemacht. Unter Anleitung eines geschulten Arztes oder Therapeuten erlernen Patienten während des Trainings Strategien, die die Konzentration verbessern sollen oder zur Entspannung beitragen. Werden die gewünschten, positiven Aufmerksamkeitszustände erreicht, bekommt der Patient eine direkte visuelle Rückmeldung über einen Monitor.
Dort sieht der Patient nichts anderes als sein EEG. Jedoch nicht in einer „klassischen Gehirnwellenansicht", sondern in Form einer Animation die sich bewegt oder eines Bildes das klarer und schärfer wird. Damit wird das gewünschte Verhalten durch einen optischen Reiz unterstützt und für den Patienten Konzentration und Aufmerksamkeit erfahrbar. Im fortgeschrittenen Therapieverlauf lernen Betroffene dieses Verhalten auch in den Alltag zu übertragen und ohne apparative Unterstützung Aufmerksamkeit zu regulieren.
Neurofeedback stellt im Rahmen einer multimodalen Therapie daher eine Ergänzung und Alternative zu Medikamenten dar. Die Medikamenteneinnahme ist oft mit massiven Begleiterscheinungen verbunden und deren Wirkung lediglich auf die Dauer der Einnahme begrenzt.
Im Gegensatz dazu ist der Behandlungszeitraum bei Neurofeedback in der Regel zeitlich begrenzt und die Wirkung langfristig. Patienten nehmen zudem selbstbestimmt Einfluss auf die Therapie und erfahren, dass sie aktiv etwas bewegen können.
Auch bei Migräne, Depressionen, Schlaf- oder Zwangsstörungen, also Krankheiten mit denen auch ADHS-Betroffene im Erwachsenenalter konfrontiert werden können, wird Neurofeedback bereits eingesetzt.
Bisher gilt Neurofeedback als sogenannte „individuelle Gesundheitsleistung“. Eine rechtzeitige Kontaktaufnahme zur Krankenkasse kann sich aber lohnen. Bei ADHS oder Migräne werden die Kosten bereits in Einzelfällen von den Krankenkassen erstattet. Zudem können Ergotherapeuten oder Psychotherapeuten mit Kassenzulassung das Verfahren im Rahmen einer Therapie anwenden, die von den Krankenkassen bezahlt wird.


