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Keine Therapieabbrüche wegen Fumarat oder Teriflunomid

12.06.201316:02 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) München, 12. Juni 2013 – Die von vielen Multiple Sklerose Patienten herbeigesehnte Markteinführung von Fumarat (Tecfidera®) und Teriflunomid (Aubagio®) verschiebt sich mindestens bis ins zweite Halbjahr 2013. Ein genauer Termin ist nicht bekannt. Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) warnen vor diesem Hintergrund Patienten nochmals nachdrücklich davor, ihre bisherigen Therapien mit Interferon oder Glatirameracetat eigenmächtig zu beenden, um möglichst schnell auf Fumarat oder Teriflunomid zu wechseln, wenn sie in den deutschen Apotheken erhältlich sind.

„Wir können es nicht oft genug sagen: Spritzenmüdigkeit allein ist kein Grund, eine gut eingestellte, wirksame Therapie zu beenden“, erklärt Prof. Dr. Reinhard Hohlfeld, Vorsitzender des Ärztlichen Beirats der DMSG. Die Risiken eines unkontrollierten Behandlungsabbruchs und die damit einhergehende Gefahr, durch einen neuen Schub bleibende Schäden davonzutragen, sprechen gegen die eigenmächtige Umstellung auf ein oral einzunehmendes Präparat. „Das gilt übrigens auch für frisch diagnostizierte MS-Patienten, die möglicherweise den Beginn einer Basistherapie bis zur Marktzulassung von Fumarat oder Teriflunomid hinauszögern wollen“, so Hohlfeld weiter.

„Davon abgesehen, muss bei einem Therapiewechsel von Basistherapeutika wie Interferon-beta oder Glatirameracetat auf die neuen Tabletten keine Wartezeit eingehalten werden“, weiß Prof. Dr. Ralf Gold, der eine der Zulassungsstudien für Fumarat geleitet hat und Vorstandsmitglied im KKNMS sowie im Ärztlichen Beirat der DMSG ist. Insofern sollten Patienten keine unnötigen Risiken eingehen, indem sie ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt eine Therapie beenden oder gar nicht erst damit anfangen.

Derzeit klären die Herstellerfirmen BiogenIdec (Fumarat) und Genzyme-Sanofi (Teriflunomid) mit der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) noch Detailfragen zum Unterlagen- bzw. Patentschutz. „Das ist die Ursache für die Verzögerung. Die Marktzulassung selbst ist dadurch wahrscheinlich aber nicht gefährdet“, glaubt Gold.

Fumarat und Teriflunomid wirken auf die Immunregulation. Aufgrund ihres guten Nutzen-Risiko-Profils sollen die Medikamente in der MS-Basistherapie zum Einsatz kommen.
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