openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Multiple Sklerose: Neue Medikamente für die Basistherapie

22.03.2013 • 17:35 Uhr • Gesundheit & Medizin

(openPR) Fumarat und Teriflunomid zur Behandlung der schubförmigen MS in der EU zugelassen

München, 22.03.2013 – Das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) begrüßt die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), Fumarat (BG-12) und Teriflunomid zur Behandlung der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose (MS) zuzulassen. Mit dem positiven Votum haben nun auch MS-Patienten in der Basistherapie die Möglichkeit, auf orale Präparate zurückzugreifen. BG-12 kommt unter dem Namen Tecfidera® auf den europäischen Markt, Teriflunomid unter dem Handelsnamen Aubagio®.



„Nach den letzten Neuerungen in der Eskalationstherapie der Multiplen Sklerose sind wir froh, nun auch in der Basistherapie über weitere Behandlungsoptionen verfügen zu können“, so Prof. Dr. Bernhard Hemmer, Vorstandssprecher des KKNMS. Patienten nehmen Dimethylfumarat, ein neues Ester der Fumarsäure, zweimal täglich als Tablette in einer Dosis von 240mg ein. Teriflunomid, eine chemische Modifikation der Vorgängersubstanz Leflunomid, wird einmal am Tag in einer Dosis von 14mg eingenommen. „Patienten sehen in der oralen Applikation einen großen Vorteil. Wir weisen aber mit Nachdruck darauf hin, dass Spritzenmüdigkeit per se kein Grund sein sollte, eine gut eingestellte Therapie zu beenden“, erklärt Hemmer.

Wirkweise

Teriflunomid unterdrückt die Aktivierung, Zellteilung und Immunantwort von T- sowie B-Zellen. Es wirkt damit entzündungshemmend, ohne – soweit sich dies anhand der Datenlage abschätzen lässt – die Immunkompetenz kritisch zu beeinflussen. Das Fumarat hingegen entfaltet einen anderen Effekt auf die Immunregulation. Durch das Medikament werden Zellen des Immunsystems umprogrammiert. Es kommt zu einer Verschiebung des Verhältnisses von dendritischen Zellen und Interleukinen. Gleichzeitig aktiviert das Präparat ein bestimmtes Protein, den sogenannten NF-E2-related factor 2. Es sorgt für den Abbau beschädigter Eiweiße sowie Stickstoffoxid. „So könnte das Fumarat möglicherweise auch eine neuroprotektive Wirkung erzielen“, weiß Prof. Dr. Ralf Gold vom Universitätsklinikum Bochum, der die Zulassungsstudien zu BG-12 geleitet hat. Gold ist außerdem Vorstandsmitglied im KKNMS.

Gutes Nutzen-Risiko-Profil

In den Zulassungsstudien (BG-12: DEFINE, CONFIRM; Teriflunomid: TEMSO, TOWER) wiesen die Wissenschaftler nach, dass die Medikamente bei MS-Patienten sowohl die jährliche Schubrate als auch das Fortschreiten des Behinderungsgrads auf der EDSS-Skala reduzieren. Auch die Anzahl der Läsionen im MRT verringert sich bei beiden Präparaten. Einen direkten Vergleich der beiden Substanzen gibt es bislang nicht, Vergleiche sind nur indirekt möglich.

„Soweit wir das heute beurteilen können, sind die neuen Medikamente bei hoher Wirksamkeit gleichzeitig relativ sicher“, sagt Hemmer. Auch wenn es unter Monotherapie und durch unsachgemäßen Einsatz von Fumaraten bei der Schuppenflechte drei Fälle einer schwerwiegenden Hirnentzündung, der sogenannten progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML), gab, so sind bei MS bisher keine gravierenden Nebenwirkungen aufgetreten. Am häufigsten erwarten Neurologen bei beiden Präparaten Magen-Darm-Beschwerden. Bei Teriflunomid müssen in den ersten Monaten die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden, weil diese durch die lange Halbwertszeit des Wirkstoffs ansteigen können. Daher ist das Medikament in der Schwangerschaft auch kontraindiziert.

Das KKNMS plant bis zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie im September eigene Qualitätshandbücher zu BG-12 und Teriflunomid herauszugeben, die wichtige Hinweise zur Indikation sowie dem Monitoring vor und während der Therapie enthalten.
* * *
Zeichen (inkl. Leerzeichen): 3.709
* * *

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 707720
 154

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Multiple Sklerose: Neue Medikamente für die Basistherapie“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Krankheitsbezogenes Kompetenznetz Multiple Sklerose

Multiple Sklerose: EU-Zulassungsempfehlung für Ocrelizumab (Ocrevus)
Multiple Sklerose: EU-Zulassungsempfehlung für Ocrelizumab (Ocrevus)
München, 22.11.2017. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hat am 09. November 2017 eine Zulassungsempfehlung für die Anwendung von Ocrevus sowohl bei der aktiven schubförmigen als auch bei der aktiven primär progredienten Verlaufsform der Multiplen Sklerose ausgesprochen. Damit ist ein wesentlicher Schritt zur freien Verfügbarkeit der gegen B-Lymphozyten gerichteten Therapie in ganz Europa erfolgt. --- Mit Ocrevus steht Patienten mit primär progredienter Multipler Sklerose (MS) nun zum ersten Mal eine echte Therapie-Option zur …
Leberschäden unter Daclizumab – EMA schränkt  Zinbryta®-Einsatz ein und empfiehlt strengere Grenzen
Leberschäden unter Daclizumab – EMA schränkt Zinbryta®-Einsatz ein und empfiehlt strengere Grenzen
München/Hannover 14.11.2017 Aufgrund des erhöhten Risikos schwerwiegender Leberschäden unter Anwendung des MS-Medikaments Daclizumab (Zinbryta®) hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) im Juni 2016 nach einem Todesfall mit Leberversagen die Sicherheitshinweise für das Medikament vorläufig verschärft und ein Prüfverfahren eingeleitet. Am 27. Oktober veröffentlichte die EMA nun zusätzliche Anwendungseinschränkungen. Das Kompetenznetz MS und der DMSG Bundesverband e. V. informieren über die aktuellen Entwicklungen und neuesten Anwendungsh…

Das könnte Sie auch interessieren:

Neue Zeitschrift für Menschen mit Multipler Sklerose
Neue Zeitschrift für Menschen mit Multipler Sklerose
… Apotheke sind die beiden chronischen Erkrankungen Diabetes und Multiple Sklerose. Für Betroffene bedeutet dies zum einen, dass die Floriani Apotheke für beide Erkrankungen benötigte Medikamente ständig auf Lager hat und schnell an die gewünschte Lieferadresse senden kann. Zum anderen kann das pharmazeutische Team der Versandapotheke bei Fragen kompetent …
Keine Therapieabbrüche wegen Fumarat oder Teriflunomid
Keine Therapieabbrüche wegen Fumarat oder Teriflunomid
… die eigenmächtige Umstellung auf ein oral einzunehmendes Präparat. „Das gilt übrigens auch für frisch diagnostizierte MS-Patienten, die möglicherweise den Beginn einer Basistherapie bis zur Marktzulassung von Fumarat oder Teriflunomid hinauszögern wollen“, so Hohlfeld weiter. „Davon abgesehen, muss bei einem Therapiewechsel von Basistherapeutika wie …
Langzeitsicherheit von Natalizumab auf dem Prüfstand
Langzeitsicherheit von Natalizumab auf dem Prüfstand
… deutliche Fortschritte erzielt, so dass viele Patienten über mehrere Jahre hinweg ohne größere Beeinträchtigungen leben können. Bei manchen Betroffenen halten die Schübe trotz Basistherapie jedoch weiter an. Für sie wurde im Juni 2006 der Wirkstoff Natalizumab zur Behandlung der hochaktiven, schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose zugelassen. Im …
Bild: 9. Tag der Multiplen Sklerose im Märkischen Kreis freute sich über viele Besucher
9. Tag der Multiplen Sklerose im Märkischen Kreis freute sich über viele Besucher
… der Patienten im Märkischen Kreis zu optimieren. Zahlreiche Referenten beleuchteten in ihren Vorträgen ausgewählte aktuelle Themen zur Multiplen Sklerose. Einen Überblick über neue Medikamente sowie einen Ausblick über Medikamente, die in naher Zukunft zugelassen werden, gab beispielsweise Dr. Sebastian Schimrigk, Direktor der Klinik für Neurologie am …
Multiple Sklerose Update: Neue Erkenntnisse zur Pathogenese und Therapien in der Pipeline
Multiple Sklerose Update: Neue Erkenntnisse zur Pathogenese und Therapien in der Pipeline
… bereits seit 13. September 2012 unter dem Namen AubagioTM in den USA zur Behandlung der schubförmig verlaufenden MS erhältlich und damit zur Basistherapie zugelassen. Neben Fingolimod steht dort nun eine weitere orale Therapieoption zur Verfügung. Häufigste Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Haarausfall und veränderte Leberwerte. Diese müssen …
Multiple Sklerose: Therapieeffekt von Interferon-beta besser vorhersehbar
Multiple Sklerose: Therapieeffekt von Interferon-beta besser vorhersehbar
… Klinikum rechts der Isar der TU München leitet und selbst viele MS-Patienten behandelt. Interferon-beta ist seit den 90er Jahren zur Basistherapie der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose zugelassen. In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Interferon-beta Schubrate, Krankheitsaktivität gemessen im MRT und Behinderungsprogression …
Bild: Empfängnis bei Multiple Sklerose
Empfängnis bei Multiple Sklerose
… Sklerose Betroffene mit einem Kinderwunsch sollten ihre Schwangerschaft sehr gut planen und alles genau mit ihrem betreuenden Arzt (Neurologen, Frauenarzt) besprechen. Gewisse Medikamente müssen schon vor der Empfängnis und andere Medikamente während der Schwangerschaft abgesetzt/eingenommen werden. Es ist deshalb empfehlenswert, die Therapie im Hinblick …
Bild: Der weltweite Multiple Sklerose Markt 2009-2024 bei markt-studie.deBild: Der weltweite Multiple Sklerose Markt 2009-2024 bei markt-studie.de
Der weltweite Multiple Sklerose Markt 2009-2024 bei markt-studie.de
… noch zunehmen, ebenso die Kosten für MS-Therapien. In dieser neuen Marktstudie werden die aktuellen Markttrends und zukünftige Entwicklungen aufgezeigt, erfolgreiche Medikamente werden vorgestellt ebenso wie zukünftige Wachstumsmärkte. Die Studie “The Global Multiple Sclerosis Market 2009-2024” liefert dem Leser detaillierte Umsatzprognosen, diskutiert …
Multiple Sklerose: Aktualisierungen zur Leitlinie online verfügbar
Multiple Sklerose: Aktualisierungen zur Leitlinie online verfügbar
… Autoren das Stufentherapieschema weiterentwickelt: Es sind nun alle aktuell verfügbaren MS-Therapeutika integriert. Zudem wird nicht mehr zwischen „Basistherapie“ und „Eskalationstherapie“, sondern zwischen „Milde/moderate Verlaufsform“ und „(Hoch-)aktive Verlaufsform“ unterschieden. „Nachdem die Zulassungsbehörden bei den letzten Genehmigungen auch …
Multiple Sklerose - Viele Patienten brauchen mehr als nur Basistherapie
Multiple Sklerose - Viele Patienten brauchen mehr als nur Basistherapie
… und damit die entzündliche Schädigung des Nervengewebes so weit wie möglich zu verhindern. Patienten mit Multipler Sklerose (MS) benötigen neben der entzündungshemmenden Basistherapie zusätzliche therapeutische Maßnahmen, die die individuellen Unterschiede der Erkrankung berücksichtigen. "Bei der Multiplen Sklerose wird nicht nur die so genannte "weiße …
Sie lesen gerade: Multiple Sklerose: Neue Medikamente für die Basistherapie