(openPR) Die deutsche Wirtschaft wird getragen vom Mittelstand. Damit hängt die wirtschaftliche Situation Deutschlands wesentlich von Weitsicht und strategischer Intelligenz der Unternehmer und Geschäftsführer ab. Doch wie ist es darum bestellt? An einem aktuellen Beispiel zeigt sich: stark unterschiedlich.
Der Dax liegt über 8.000 Punkte, die deutschen Unternehmen beurteilen die Wirtschaftslage als „optimistisch“. Alles in Ordnung könnte man denken. Blicken wir einmal jenseits der Konzerne und Global Player, die sich Abteilungen geschaffen haben zu Themen rund um Business Development, Zukunftsstrategien, Veränderungsmanagement. Wie gut ist der „Motor der deutschen Wirtschaft“ aufgestellt? Wie geht man in den Chefetagen des deutschen Mittelstandes mit dem Blick in die Zukunft um? Unsere Erfahrung zeigt: stark wechselnd. Manche Unternehmenslenker gehen als leuchtende Fackel voran und führen Ihr Unternehmen zu einem klaren Ziel in der Zukunft. An Störfaktoren vorbei und über Hindernisse hinweg. Andere wiederum haben zwar klare Ziele, scheuen aber bei ersten Störfaktoren und verfallen vor Hindernissen in Handlungsstarre.
Ein aktuelles Beispiel aus unserem Arbeitsalltag verdeutlicht dieses Bild. Seit 2008 gibt es einen neuen Standard im europäischen Geldverkehr (Überweisungen/Lastschriften): SEPA. Gültig für alle, Privatpersonen und Firmen. Mit Stichtag 01.02.2014 gelten keine BLZ und Kontonummern im bekannten Sinne. Der Übergangszeitraum umfasste 5 Jahre und läuft in knapp 180 Tagen ab. Ohne SEPA geht ab diesem Stichtag weder eine Zahlung aus dem Unternehmen heraus, noch eine Zahlung von Kunden beim Unternehmen ein. SEPA gar nicht oder zu spät einzuführen, setzt, bis zum Ende gedacht, die Handlungsfähigkeit des Unternehmens und - im schlimmsten Fall - die Liquidität auf´s Spiel. Spätestens jetzt sollte klar sein: SEPA ist ein strategisch wichtiges Thema für jede Organisation.
Wenn Sie jetzt denken, dass SEPA damit auf der Projektbudgetliste ganz oben steht so irren Sie sich. Bei sehr vielen Unternehmen ist SEPA weiterhin nicht auf der Tagesordnung!
Einige Unternehmen sind mit der SEPA Umstellung bereits fertig. Die wesentlich grössere Anzahl aber hat entweder „noch gar nicht so viel dazu gehört“ oder „das ist solch ein Aufwand, erst einmal sehen, was tatsächlich am 01.02.2014 passiert“. Da ist es wieder: visionärer Stratege oder oberster Bedenkenträger. Während der eine durch schnelle Reaktion auf das Unvermeidliche das Unternehmen in seinen Basisfunktionen gesichert hat, bleibt der andere sinnbildlich stehen und „sieht erst einmal“. Doch die Zeit bleibt nicht stehen.
Ist es unverständlich, vor etwas zu Scheuen, vor einem Thema zu Zögern? Nein. Es ist menschlich. Menschen mögen keine Veränderungen. Zumindest die Meisten nicht. Man muss sich von Altbekanntem lösen und Dinge tun, die man vielleicht nie zuvor getan hat. Das hat seine Tücken und kann sicher auch Angst machen. Ist diese Angst auf der obersten Chefetage eines Unternehmens vorhanden, dann wird es kritisch.
Als Unternehmer braucht man Weitsicht und Mut. Die Weitsicht, strategisch wichtige Themen von Dringlichkeiten des Alltags zu unterscheiden und die richtigen Prioritäten zu setzen. Den Mut, Dinge zu tun, die man niemals zuvor getan hat und die auch gegebenenfalls jenseits der eigenen Fachkompetenz liegen. Bedenkenträger gibt es oft mehr als genug. Nachhaltigen Erfolg haben die Unternehmen, die mit Mut und Weitsicht geführt werden. Deren oberste Ebene es versteht, andere über steinige Wege zu führen und sie lehrt, dass Widerstände auch Steigleiter zum Erfolg sein können.
Darum – warten Sie nicht. Nehmen Sie sich der Themen aktiv an und bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Herausforderungen der globaler werdenden Welt vor. SEPA steht hier nur als Beispiel für eine von vielen Veränderungen. Aber in diesem Augenblick die zeitkritischste.













