(openPR) Wie lässt sich geistiges Eigentum und Know-how von Firmen schützen? Antworten beim 6. INNOVATION DAY des CFK-Valley Stade
Die weltweite Vernetzung und globale Handels-beziehungen bedeuten für viele Unternehmen nicht nur Chancen, sondern bergen auch Risiken im Wettlauf um wirtschaftliche Entwicklungen und den technischen Fortschritt eines Landes. Technisches Wissen ist die wichtigste Ressource unserer Zeit, dass es zu schützen gilt. Welche Gefahren für die Wirtschaft bestehen und wie geistiges Eigentum geschützt werden kann, diesem Thema widmete sich der Verein CFK-Valley Stade e.V. in der 6. INNOVATION DAY Veranstaltung „Intellectual Property Management“ (kurz IP= geistiges Eigentum) am 17. und 18. April in Stade.
Mit einem Vorabendprogramm und Standortrund-gängen durch das Composite Technology Center Stade und dem Forschungszentrum CFK NORD startete die Veranstaltung rund um den Schutz von Know-how und geistigem Eigentum am 17.04. Das Vortragsprogramm am Folgetag begann mit spannenden praxisbezogenen Einblicken in die Themen „Wirtschaftsspionage und Konkurrenzaus-spähung im internationalen Umfeld“ und „Cybersicherheit für die Wirtschaft – Geheimnisklau ist einfach“. Die gewonnenen Referenten Reinhard Kohnert und Harald Bunte vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport – Abteilung Wirtschaftsschutz erläuterten dabei, mit welchen Mitteln vorgegangen wird, um Informationen zu beschaffen. So berichtete Kohnert z.B. über den Fall eines Einkaufsleiters, der über eine im Telefon eingebaute Handyplatine abgehört worden war. Harald Bunte machte auf elektronische Angriffe aus dem Internet wie z.B. E-Mails mit manipulierten Dateianhängen oder Phishing Mails aufmerksam, bei denen der Nutzer auf eine speziell präparierte Internetseite geleitet und angegriffen wird. Heute sind auch vor allem Smartphones und Notebooks Hauptangriffspunkte für Informationsbeschaffer.
Dies verdeutlicht ein Praxisbeispiel eines Luftfahrtingenieurs, der im Zuge eines
Zertifizierungsverfahrens eine Geschäftsreise nach China unternimmt. Der Ingenieur übergibt dort einen USB-Stick mit wichtigen Informationen als pdf Datei und darf sich freundlicherweise im Netz des „Gastgebers“ einloggen. Erst nach seiner Rückkehr bemerkt er die merkwürdige „Selbstständigkeit“ seines Notebooks und dass Gespräche über Skype offensichtlich abgehört werden. Für Geschäfts-reisen ist es daher ratsam einen Reiselaptop zu verwenden. Aber auch der übliche Austausch von Visitenkarten ist in der Geschäftswelt nicht ganz ungefährlich, denn so haben Hacker Namen und E-Mail Adresse für manipulierte persönliche Mails. Bei Sicherheitsvorfällen sollte sofort der Wirtschafts-schutz kontaktiert werden, denn nach sieben Tagen lassen sich meist keine Spuren mehr nachweisen.
Besonders von Ausspähungen gefährdete Firmen sind innovative technologieorientierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen oder Wettbewerbsvorteile vorweisen. Doch wie lässt sich Know-how und geistiges Eigentum schützen? Hierzu referierte Dr. Malte Grützmacher, Fachanwalt für Informationstechnologierecht, der sich in seiner Arbeit mit IT-Recht, Urheberrecht sowie dem gewerblichen Rechtsschutz, insbesondere mit technischen Schutzrechten befasst. In seinem Vortrag ging er auch auf das Patentrecht ein, denn Patente werden schon lange als strategisches Instrument im Wettbewerb zum Schutz von Erfindungen eingesetzt. Einen Überblick zur Patentstrategie bei Airbus gewährte Claus Gosch, der für die Patentabteilung von Airbus arbeitet. Bis Anfang des Jahrtausends wurde das Thema Patentrecht eher zurückhaltend behandelt, dies änderte sich allerdings nach „Streitigkeiten“ mit dem Wettbewerber Boeing. Nach einer Phase der ausgiebigen Patentierung, wird seit 2009 jedoch „nur noch Relevantes“ gesichert. Wie die Absicherung der eigenen Produkte und Innovationen mit Hilfe der Einbettung einer Patentstrategie ins Unternehmen erfolgen kann, stellten die Referenten Dr. Michael Beyer und Jan F. Timme von der PATEV Associates GmbH anschaulich dar. Für eine erfolgreiche Patentstrategie, mit der Risiken vermieden und Chancen genutzt werden können, ist eine ausführliche Recherchearbeit nötig, um Patentverletzungen zu vermeiden und den Markt für bereits vorliegende Patente zu kennen. Für die Recherchearbeit kann auf technologische Wissensdatenbanken zurückgegriffen werden, um sich über die rund 83 Millionen vorliegenden Schutzrechte zu informieren.
Für weitere Auskünfte zum Schutz von geistigem Eigentum oder dem Verdacht von Spionageattacken können gern die genannten Einrichtungen oder Firmen aus dem Artikel kontaktiert werden.









