(openPR) LIEBENAU – Ein außergewöhnliches Projekt realisierten Bewohner der St. Lukas-Klinik (Stiftung Liebenau) in großformatigen Fotos, die sie im Schloss in Liebenau präsentierten. Der Inhalt: das Selbstbild, wie es nach und nach als selbstverständlich angenommen wird. Unterstützt wurden sie bei dem Projekt von zwei Auszubildenden zur Heilerziehungspflegerin.
Wir zeigen uns Selbst-Verständlich
Sie malt nächtelang Seidentücher und das für alle. Das macht einen großen Teil ihrer Persönlichkeit aus, und das zeigt sie gern. Breakdance kann er ganz gut, gleichzeitig liebt er Volksmusik. Auf den Fotografien sieht man ihn deshalb in cooler HipHop-Pose, das Base-Cap tief ins Gesicht gezogen oder eben beim Spielen der Trompete. "Sein Hobby besteht darin, immer wieder in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen", erklärt die angehende Heilerziehungspflegerin Christina Gier. "Diese Aspekte sollte man auf den Fotografien sehen." Sie war es auch, die die Idee zu diesem ungewöhnlichen Projekt im Rahmen des Oberkurs-Projektes der Ausbildung hatte. Sie und ihre Kollegin Magdalena Feuerstein wollten etwas Neues wagen und ihre Lehrer und Anleiter gaben grünes Licht.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen
Drei Monate lang trafen sich fünf Teilnehmer aus dem sozialtherapeutischen Wohnbereich der St. Lukas-Klinik regelmäßig einmal in der Woche mit den beiden Schülerinnen, um über ihr Selbstbild nachzudenken. Dabei wurden schwierige Fragen gewälzt: Was finde ich toll an mir? Was wünsche ich mir? Wie nehme ich mich selber wahr, was zeichnet mich aus oder macht mich besonders? "Am Anfang war es für die Teilnehmer sehr schwer zu formulieren, was sie können oder was sie erreichen wollen", schildert Magdalena Feuerstein den Beginn. Am Anfang war auch die Skepsis und Unsicherheit groß. Dann entstanden die ersten Fotografien und die Teilnehmer realisierten "Ach, das bin ja ich und das kann man ja ruhig zeigen". Die Gruppe wuchs mehr und mehr zusammen, man unterstützte sich und am Ende entstanden tolle Fotografien, die jeden einzelnen in seiner Besonderheit zeigen, freuen sich Christina Gier und Magdalena Feuerstein.
Kreativität und Lebensfreude kommt zum Ausdruck
"Es ist ein sehr gelungenes Projekt, auf das wir alle, aber besonders die Akteure, sehr stolz sein können", so der Leiter des Pflege- und Erziehungsdienstes Peter Fröhlich, über das Ergebnis. Die Besonderheit des Projekts wird beim Betrachten der Fotografien schnell deutlich. Zu sehen sind Menschen, die sich inszenieren, die sich selbst präsentieren. Dabei ist die Fotografie nur das Ausdrucksmittel, aber ein überzeugend starkes. Ein verbindendes Element gibt es nicht, vielmehr zeigen sich Individuen in ihrer unverwechselbaren Art und in beeindruckenden Posen. "Ich konnte beobachten, wie die Teilnehmer bemerkten, dass sie auch etwas darstellen. Durch die Fotografien gelang es ihnen, einen anderen, nicht so defizitären Blick auf sich werfen", schildert Fröhlich.
Weitere Infos unter www.st.lukas-klinik.de
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