(openPR) Der Verlag Der Neue Morgen hat anlässlich der Leipziger Buchmesse 2013 die völlig überarbeitete Ausgabe von Erich Mühsams satirischem Glanzstück „Die Psychologie der Erbtante“ herausgebracht. Das besondere Bonbon des hoch ausgestatteten, gebundenen Buches: Ihm liegt die gesamte Fassung der Erbtanten-Parodie auf 2 Hörbuch-CDs bei, die von Holger Elias eingesprochen wurden. Er feierte mit dem Werk zur ARD-Hörbuchnacht des Kultursenders MDR Figaro während der Messe einen großen Publikumserfolg.
Vor 108 Jahren hatte Mühsam, damals gerade 27 Jahre alt, die Erbtanten-Parodie bei einem Schweizer Verlag untergebracht, weil sich kein deutsches Verlagshaus offen traute, den bereits wegen seiner anarchistischen Umtriebe bekannten Schriftsteller zu veröffentlichen. Was als einfache Unterhaltungslektüre daherkommt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen bereits als bissige Realsatire mit gesellschaftspolitischer Sprenkraft: Mühsam nimmt nämlich die Folgen des Geldsystems aufs Korn und zeigt auf, welche Folgen durch den künstlichen Austausch möglich werden. Es regieren Neid, Missgunst und Gier.
Es ist fast überflüssig, nach der Lehrkraft des Werks für unsere heutige Zeit zu fragen: In den mehr als 100 Jahren hat sich nichts zum Besseren gewendet. Die finanziellen Abenteuer der Gierigen gehen sogar soweit, die Zukunft der Menschheit zu opfern. So lässt sich auch ein Zusammenhang zwischen dem weltweiten finanziellen Desaster und den Kriegen konstruieren: Die Reichen haben kein Interesse am Frieden, weil sie ihren Profit ins Unermessliche steigern wollen, meinte einst Bertolt Brecht. Und er hatte wohl recht.
Mühsam bricht die Gier-Mentalität der Menschen auf ihr privates Umfeld herunter und erreicht dadurch ein zeitloses und zugleich sprachlich artistisches Glanzstück der deutschen Satire.
»Den Text erweckt er (Holger Elias) mit pointiertem Vortrag sowie Witz in Stimme und Mimik zum Leben und liefert dem Publikum somit Gesellschaftskritik im Unterhaltungsformat.« Ostthüringer Zeitung (OTZ) vom 2. März 2013













