(openPR) Hautverjüngungsmaßnahmen um die Augenpartie
Etwa um das 30. Lebensjahr zeigen sich erste Spuren der Hautalterung. Erste Fältchen entstehen um die Augen herum, die Haut wird trockener, rauer und weist Pigmentunterschiede auf. Heut-zutage wird ein inneres (intrinsic) von einem äußeren (extrinsic) Altern unterschieden. Ersteres ist durch genetische Faktoren und durch Abfall der Hormone bedingt, zweiteres ist durch äußere Faktoren wie UV-Licht, Genußgifte (Nikotin, Alkohol), Lebensstil (Stress, Schlafmangel) und durch Umweltgifte (z.B. Abgase) bedingt. Eine besondere Rolle kommt dem UV-Licht zu. Ca. 80 % der sichtbaren Hautalterungserscheinungen sind durch dieses bedingt. Der zweitwichtigste Faktor ist bereits Nikotin. Die Augenpartie ist in besonderem Maße der Hautalterung unterworfen, da hier zum einen eine hohe dynamische Muskelaktivität besteht, zum anderen die prominenten Wangenknochen in besonderem Maße dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Da die Augenpartie der Blickfang des Gesichtes ist und ca. 80 % der Aufmerksamkeit des Gegenübers auf diese Partie gerichtet ist, fallen hier Alterserscheinungen besonders auf. Insofern ist verständlich, dass hier von Seiten der Patienten als erstes nach Anti-Aging-Maßnahmen gefragt wird. Es gibt heute eine breite Palette von Möglichkeiten, die sichtbaren Hautalte-rungserscheinungen zu verbessern und den weiteren Hautalterungsprozess zu stoppen oder zu verlangsamen.
1. MAßNAHMEN ZUR SELBSTBEHANDLUNG
1a. Hautgesunde Lebensweise:
Da das UV-Licht (Sonnenlicht, Solarium) eine so große Bedeutung bei der Hautalterung spielt, ist hier besonderes Augenmerk darauf zu richten. Aufenthalte in der Mittagssonne sollten auf ein Minimum beschränkt werden und die Haut niemals ungeschützt (Kleidung, Hut, Lichtschutzmit-tel) der Sonne ausgesetzt werden. Solariumbesuche sollten so weit wie möglich gemieden wer-den. Die Ernährung sollte vollwertig und vitaminreich sein, d.h. reichlich frisches Gemüse, Salat und hochwertige Eiweißträger (Fisch) enthalten. Nahrungsmittelergänzung sind bei gesunder vollwertiger Ernährung in der Regel nicht erforderlich, Antioxidantien, wie Vitamin C und E, Polyphenole, weiterhin mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Fischöl), Carotinoide und probiotische Nahrungsmittel (Lactobazillen) können unterstützend positive Wirkungen entfalten. Gemieden werden sollten in jedem Falle größere Mengen von tierischen Fetten, rotem Fleisch, Süßigkeiten, Zucker und Alkohol. Da Nikotin der zweitwichtigste Alterungsfaktor ist, sollte das Rauchen unbedingt vermieden werden.
1b. Hautpflege
Die Hautpflege sollte auf den jeweiligen Hauttyp optimiert werden. Günstig ist der Zusatz von Antioxidantien, Vitaminen, Aminosäuren, Kinetin, Co-Enzym Q10 oder Phytoöstrogenen. Günstig ist der Zusatz von Moisturizern, die die Hornschichtfeuchtigkeit erhöhen. Der stärkste Moisturizer ist Hyaluronsäure, die am besten in Gelform vor der Pflegecreme aufgetragen wird. Die Fettzusammensetzung und der Fettgehalt sollten auf den jeweiligen Hauttyp abgestimmt sein. Günstig ist in jedem Fall der Zusatz von hohen Lichtschutzfaktoren in der Tagescreme. Zur Glättung der Haut können Schälsubstanzen wie Fruchtsäure oder Vitamin-A-Säure zugesetzt werden. Letztere ist nach wie vor die potenteste äußerlich anzuwendende Substanz zur Faltenglättung.
2. MAßNAHMEN ZUR FALTENGLÄTTUNG
2a. Behandlung von dynamischen Falten
Durch permanente Muskelaktivität entstehen an der Stirnmitte die sog. Zornesfalten und an den seitlichen Augenpartien die Lachfältchen bzw. Krähenfüße. Die dynamischen Falten sind die Domäne der Injektionen von Botulinumtoxin. Hierdurch wird die Muskelaktivität gebremst und die Haut über den Muskeln glättet sich.
2b. Maßnahmen zur Behandlung von statischen Falten
Falten und Fältchen, die bereits in Ruhe bestehen und unabhängig vom Muskelzug sind, sind am besten mit Fillern auszugleichen. Um die Augen herum bieten sich am ehesten niedrig vernetzte, dünnflüssige Hyaluronsäurefiller an.
2c. Radiofrequenzbehandlungen
Wassermoleküle sind die Pole mit positiv geladenem Wasserstoffpol und negativ geladenem Sauerstoffpol. Wenn diese in ein elektromagnetisches Wechselstromfeld gebracht werden, rotieren sie schnell hin und her und erzeugen dadurch Reibungswärme. Die Erwärmung der Lederhaut führt zum Schrumpfen der Collagenfasern und stellt einen starken Reiz für die Neubildung von kollagenem Fasergewebe dar. Hierdurch verdickt und strafft sich die Haut. Dieser Effekt tritt bei einer Erwärmung von mindestens 42 Grad auf. Die Hauterwärmung kann durch Radiofrequenzgeräte erfolgen, die die Wärme durch über die Haut geführte mono- oder bipolare Elektroden erzeugen oder durch feine Nadeln, zwischen deren Spitzen der Radiofrequenzstrom fließt, direkt in die Lederhaut eingebracht werden (Intracell™). Bei letzterem Verfahren werden Temperaturen von 70 Grad in der Lederhaut erreicht. Der Vorteil der Radiofrequenzbehandlung liegt darin, dass sie keinen Arbeitsausfall mit sich bringt. Die Haut ist allenfalls für 1 Tag gerötet. Nachteile sind, dass der Effekt erst verspätet mit 2-4monatiger Latenz erfolgt und meist mehrere Behandlungen erforderlich sind.
2d. Micro-Needling
Wird die Haut verletzt, werden Wachstumsfaktoren ausgeschüttet, die zur Collagenneubildung führen, um die Wunde möglichst schnell zu verschließen. Dieser Effekt wird beim Micro-Needling genutzt, bei dem Dutzende von feinen 0,5 bis 3 mm langen Nadeln, die auf einer Kunststoffwalze befestigt sind, mehrfach in die Haut eingestochen werden. Die vielen kleinen Mikroverletzungen täuschen der Haut eine große Verletzung vor, die daraufhin größere Mengen von Collagen produziert, obwohl die Löcher bereits nach ca. 6 Stunden wieder verschlossen sind. Dermaroller® mit kurzen, 0,5 mm langen Nadeln können zur Selbstanwendung täglich morgens und abends eingesetzt werden. Über den collagenaufbauenden Effekt hinaus erleichtern Sie die Penetration großer Moleküle, wie z.B. Hyaluronsäure in tiefere Hautschichten. Für einen stärkeren Collagenaufbaueffekt verwenden Ärzte 1 bis 1,5 mm lange Nadeln. Die Behandlung kann mehrfach im Abstand von 2 Wochen durchgeführt werden.
3. VERFAHREN ZUR VERBESSERUNG DER HAUTOBERFLÄCHE
3a. Peelings:
Durch Auftragen unterschiedlich starker Säuren oder Kombinationen von diesen kann die Haut in verschieden tiefen Schichten abgeschält werden, was zu einer Regeneration unter der Oberhaut (Epidermis) und zum Aufbau neuen Collagengewebes führt. Es können hiermit Pigmentstörungen, Grobporigkeit und kleine Fältchen sowie Lichtschäden beseitigt werden. Für eine oberflächliche Schälung haben sich die Fruchtsäuren als gut wirksame und nebenwirkungsarme Behandlung etabliert, für die mitteltiefe Schälung wird Trichloressigsäure in verschiedenen Konzentrationen oder Kombinationen von dieser mit anderen Säuren (z.B. Fruchtsäure, Kojisäure, Salicylsäure) verwendet. Bei mitteltiefen Peelingbehandlungen ist eine Ausfallzeit von ca. 1 Woche einzukalkulieren. Als eine besonders günstige, weil gut wirksame und ohne Arbeitsausfall einhergehende Peelingmaßnahme hat sich bei uns das Easy-Peel etabliert. Es handelt sich um ein mitteltiefes Peeling mit 4 Säuren, das fraktioniert 4 x im Abstand von 1 Woche angewendet wird, so dass die Nebenwirkungen gering sind.
Für sehr tiefe Falten und schwer lichtgeschädigte Haut ist das tiefe Phenol-Peeling die stärkste für uns Dermatologen verfügbare Waffe. Mit keinem anderen Verfahren ist eine derartig umfas-sende und ausgeprägte Straffung der Haut möglich. Allerdings bedingt die Behandlung einen 2-3wöchigen Ausfall.
3b. Lichtbasierte Verfahren:
IPL:
Beim IPL-Licht handelt es sich um ein hochenergetisches, von einer Blitzlampe erzeugtes Licht, das durch spezielle Filter auf wenige Wellenlängen reduziert wurde. Mit diesem Licht können Äderchen, flächige Rötungen, Pigmentverschiebungen und feine Fältchen gebessert oder besei-tigt werden. Meist sind mehrere Behandlungen erforderlich im Abstand von 4 Wochen.
Laser:
Beim Laserlicht handelt es sich um monochromatisches, d.h. nur aus einer Wellenlänge beste-hendes Licht, das je nach Wellenlänge, in bestimmten Zielstrukturen absorbiert wird. Laser sind hervorragend geeignet, um Pigmentflecken, Äderchen, flächige Rötungen zu beseitigen und die Oberfläche zu glätten. Es werden hier ablative (abtragende) und nichtablative (nicht abtragende) Laser unterschieden. Die nichtablativen Laser (Wellenlänge 1410, 1440, 1540, 1550nm) haben in den letzten Jahren einen großen Boom erlebt, da sie in der Regel mit keiner Ausfallzeit behaftet sind. Allerdings sind hier immer mehrere Behandlungen erforderlich und die Effekte erreichen nicht die der ablativen Laser.
Ablative Laser:
Es sind dies Laser mit einer hohen Absorption in Wasser (Erbium-YAG-, CO2-Laser), die dadurch Gewebe oberflächlich verdampfen und damit abtragen. Der Erbium-YAG-Laser hat hierbei die wesentlich höhere Absorption in Wasser, weshalb die Abtragung oberflächlicher ist. Durch nachfolgende Abtragung vieler Schichten können allerdings auch größere Tiefen erreicht werden. Der CO2-Laser hat zusätzlich zu dem abtragenden noch einen stark ge-webserwärmenden Effekt, so dass die Lederhaut auf ca. 120 Grad erwärmt wird. Hierdurch findet ein Collagen-Shrinking (Schrumpfung) und ein anschließendes Remodeling (Neubildung von Collagengewebe) statt. Der vollflächig abtragende (full ablative) CO2-Laser ist die stärkste lichtbasierte Waffe zur Hautglättung. Nachteil des Verfahrens ist allerdings eine lange Ausfallzeit (1-2 Wochen) und langanhaltende (1-6 Monate) Rötungen. Dies hat zur Entwicklung der fraktionalen Laser geführt, mit denen jeweils nur ein Teil (10-30 %) der Hautoberfläche behandelt wird. Es werden bis 1 mm tiefe Löcher in die Haut „geschossen“, die von der umliegenden, nicht behandelten Haut rasch innerhalb weniger Tage zuwachsen. Da kommt es zur Collagenschrumpfung und zur Neubildung von Collagengewebe. Fraktionale CO2-Laser haben sich derzeit in den USA und Europa als verbreitetste Methode zur Hautstraffung um die Augen und im Gesicht etabliert. In neueren Studien konnte gezeigt werden, dass es bei Anwendung an der Augenpartie nicht nur zu einer Glättung und Straffung der Haut kommt, sondern Pigmentunregelmäßigkeiten beseitigt und die Augenbrauen um 1-4 mm angehoben werden (Madonna-Lift). Der Effekt hielt in den Studien mindestens 12 Monate an.
Photodynamische Therapie:
Ein neues Verfahren zur Verbesserung der Hautstruktur stellt die Photodynamische Therapie dar. Ursprünglich stellt dies ein Verfahren zur Beseitigung von schweren Lichtschäden, wie oberflächlichen Hautkrebs und dessen Vorstufen dar. Da sich aber gezeigt hat, dass die Hautstruktur durch die Behandlung wesentlich verbessert und die Haut stark verjüngt aussieht, wird dieses Verfahren auch zunehmend zur Hautverjüngung verwendet. Nach 3stündiger Ein-wirkung einer lichtsensibilisierenden Substanz wird die Haut mit einem Farblicht bestrahlt, wobei die lichtgeschädigten Zellen abgetötet und durch gesunde neue ersetzt werden. Seit neuestem kann die Behandlung auch mit Tageslicht durchgeführt werden.
4. OPERATIVE VERFAHREN:
Die effektivste aber auch eingreifendste Veränderung in der Augenpartie ist die Lidstraffung. Diese kann konventionell mittels Skalpell, aber auch blutarm mittels Radiofrequenz oder Laser durchgeführt werden. Insbesondere die CO2-Laser-Lidstraffung ist sehr präzise und schonend durchführbar mit minimaler Ausfallzeit. Es werden, wie bei der konventionellen Skalpellopera-tion an den Oberlidern Lidhautüberschuss, darunter liegende Muskeln und die sog. Fatpads mit dem Laserstrahl entfernt. An den Unterlidern können die sog. Tränensäcke auch von innen durch die Bindehaut mit dem Laserstrahl entfernt werden. Dies kann kombiniert werden mit einer anschließenden Straffung der Unterlidhaut mittels fraktioniertem oder ablativem CO2-Laser.
Durch den geschickten und gezielten Einsatz der heute verfügbaren Behandlungsmethoden und deren Kombinationen ist es heute in den meisten Fällen möglich, gute bis teils dramatische Ver-besserungen der Hautstruktur und Faltenbildung um die Augen herum zu erreichen.














