(openPR) Es war eine Austauschmaßnahme der dbb jugend nrw, die im Juli 2011 drei israelische Bürgermeister und drei israelische Jugendliche nach Deutschland holte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte niemand, dass sich danach eine Partnerschaft entwickeln sollte, die Bestand hat.
Bergisch Gladbach und Ganey Tikva heißt das Paar, das im Januar beim Neujahrsempfang der Stadt Bergisch Gladbach offiziell eine Städtepartnerschaft unterzeichnete. Was durch eine Austauschmaßnahme der dbb jugend nrw begonnen hat, wird nun dauerhaft fortgesetzt.
Bergisch Gladbach hieß damals eines der Ziele, das die israelische Delegation bei ihrem Besuch in NRW besuchte. Bürgermeister Avishay Levin hatte einen Brief mit im Gepäck, in dem er den Wunsch äußerte, an einer Städtepartnerschaft zu arbeiten. Es soll nun die erste für die kleine israelische Stadt sein, welche genau genommen sogar eine trilaterale Beziehung ist. Denn Gladbach ist auch mit Beit Jala im Westjordanland verbunden.
"Bergisch Gladbach ist, was Städtepartnerschaften angeht, schon recht erfahren", erzählt Susanne Schlösser, die als Mitarbeiterin des Bürgermeisters Lutz Urbach und Mitglied des Evangelischen Presbyteriums der Kirche zum Heilsbrunnen die Sache selbst mit in die Hand nahm. Die Gemeinde engagiert sich schon seit langem in gesellschaftlichen Fragen und der Stadt war daran gelegen, eine Partnerschaft einzugehen, die nicht vor sich hindümpelt, sondern die gelebt wird. Zusammen mit der Evangelischen Gemeinde riefen Bürgermeister Urbach und Pfarrer Achim J. Dehmel einen Arbeitskreis ein. In gegenseitigen Besuchen lernten sich zunächst die Stadtobersten und Vertreter der Städte kennen, jetzt soll das mit vielen Projekten, die angedacht sind, auch viele Bürger tun.
"Zehn Städtepartnerschaften führt die Stadt Bergisch Gladbach", erklärt Susanne Schlösser, aber kaum eine, die so herzlich ist und bei der so viel Engagement gezeigt werde. Sie sagt das aus eigener Erfahrung. Einer Delegationsreise nach Israel schloss sie sich privat an, um das ihr bis dahin noch fremde Land einmal selbst kennenzulernen.
Auch viele Monate nach ihrem ersten Kontakt zu Israelis schwärmt die städtische Mitarbeiterin noch von der offenen und freundlichen Art, die ihr entgegengebracht wurde. Danach habe sie sich in israelische Literatur gestürzt und beim nächsten Besuch von Bürgermeister Levin ein Buch mitgebracht bekommen. Das Besondere: Diese persönliche Leseempfehlung kam nicht einfach als Mitbringsel daher, sondern Levin hatte sich extra um eine persönliche Widmung des Autors an die Beschenkte bemüht. "Ich habe mich so sehr darüber gefreut, weil es aufrichtig gemeint ist", sagt Schlösser. Lutz Urbach bestätigt das: "Wir sind über die Begegnungen wirklich Freunde geworden. Es ist mehr als der Besuch offizieller Delegationen."
Stark zeigt sich schon nach den ersten Wochen die frische Partnerschaft. Eine Schülerin war auf den Arbeitskreis der Evangelischen Gemeinde zugekommen, weil sie für eine Facharbeit Informationen zum Land haben wollte. Kurzerhand verfasste man eine Mail an den israelischen Bürgermeister und erhielt binnen eines Tages viele Auskünfte von ihm per Mail zurück.
Nun sollen diese Freundschaften weiter wachsen. Im Oktober plant der Arbeitskreis Ganey Tikva eine Austauschmaßnahme für 20 bis 30 Personen. "Wir haben den Zeitpunkt extra in die Herbstferien gelegt, damit auch Familien und Jugendliche die Möglichkeit haben, mitzufahren", erläutert Mitorganisatorin Schlösser. Nach den Vorstellungen des Arbeitskreises sollen die Mitreisenden dann in israelischen Familien eingeladen werden, so dass viele Freundschaften wachsen können.
Die dbb jugend nrw freut sich sehr, neben ihren eigenen internationalen Begegnungsmaßnahmen auch auf diese Weise einen kleinen Teil zur Völkerverständigung zwischen Deutschland und Israel beizutragen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die dbb jugend nrw bei internationalen Städtebeziehungen einbringen konnte: Schon bei der Projektpartnerschaft zwischen Bonn und Chengdu in China half der Verband tatkräftig mit.











