(openPR) Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) besuchte am Donnerstag-Morgen eine neuartige Initiative für die Betreuung dementiell Erkrankter in Berlin und informierte sich über die bisherigen Erfahrungen. Das Pilotprojekt „Es war einmal … MÄRCHEN UND DEMENZ“ wurde von MÄRCHENLAND – Deutsches Zentrum für Märchenkultur konzipiert und ist seit Oktober 2012 in zwei Berliner Pflegeeinrichtungen wöchentlich mit Märchenerzählungen zu Gast.
Der Besuch von Minister Bahr im KATHARINENHOF AM PREUSSENPARK beweist die weitreichende Bedeutung des demografischen Wandels und insbesondere der Zunahme von Altersdemenz. Mit aktuell rund 500.000 Demenzerkrankten in Pflegeheimen ist das Krankheitsbild eine immense Herausforderung an das Gesundheitssystem. „Die Betreuung der Betroffenen ist aufwändig und bisher hochgradig individuell. Wir wollen durch die Märchenerzählungen nicht nur eine Brücke ins Langzeitgedächtnis bauen und dem Bedürfnis nach Wiedererkennen entgegenkommen, sondern die Menschen auch aus ihrer Isolation herausführen“, betont die Direktorin des Deutschen Zentrums für Märchenkultur Silke Fischer. „Märchen sind kulturelles Bindeglied innerhalb unserer Gesellschaft.“ Das Projekt nutzt die uralte Kulturform des freien Erzählens, um eine persönliche und emotionsreiche Betreuung in der Gruppe zu etablieren. Ende März läuft das Pilotprojekt aus. Die Auswertung der darin gesammelten Informationen schließt sich in Form einer Bachelorarbeit an der Evangelischen Hochschule Berlin an.
„Vor allem bei Demenz ist in der Pflege viel Kreativität gefordert“, so der Minister. Er freue sich über diesen Ansatz und lobte das lokale Netzwerk von Pflege- und Kultureinrichtungen, das im Zuge des Projektes gebildet wurde. Der Minister nutzte die Gelegenheit, das Konzept, zu begutachten und erste positive Erkenntnisse mit den Projektbeteiligten auszutauschen. So wurde beobachtet, dass die Erinnerungen an die Märchen auch in späten Stadien der Demenzerkrankung noch wach sind, z.T. Textteile mitgesprochen werden und oft eine Beruhigung der Patienten eintritt. Auch die verbale und non-verbale Kommunikation unter den Erkrankten scheint sich durch das gemeinsame Erleben des Erinnerns zu intensivieren. Die Evaluation wird in den kommenden Monaten fertig gestellt und beim Demografiekongress Anfang September offiziell präsentiert.
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