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Die Leipziger Buchmesse 2013

18.02.201317:20 UhrKunst & Kultur

(openPR) von Manuela Wolbers – OPTIMUS Redaktion
Die Leipziger Buchmesse blickt auf eine lange Tradition zurück. Im Gegensatz zur Frankfurter Buchmesse richten sich viele Programmpunkte direkt an den Leser. Dieses Konzept macht den Erfolg der Veranstaltung aus. Der Besucher hat die Qual der Wahl und kann vom 14. bis zum 17. März aus 2600 Veranstaltungen die richtigen für sich wählen. Da ist für jeden etwas dabei.


Im Laufe der letzten Jahre ging der Umsatz des stationären Buchhandels kontinuierlich zurück, doch Veranstaltungen wie die Leipziger Buchmesse sind ein voller Erfolg. Kaum verwunderlich ist es also, dass der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dieses Ereignis als Startschuss für eine groß angelegte Marketingkampagne gewählt hat. Eine „Bewegung in Deutschland für das Buch und den Buchhandel vor Ort“, so beschreibt Alexander Skipis - Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins - die Buchmarketing-Kampagne. Sie soll den Zusammenhalt innerhalb der Buchbranche stärken und insbesondere dem stationären Buchhandel helfen, sich der Online-Konkurrenz entgegenzustellen. Der Titel dieser Initiative und die Motive bleiben bis zur großen Eröffnung geheim. Auch die zugehörige Homepage und das Facebook-Profil werden erst am Messewochenende freigeschaltet. Bekannt ist jedoch bereits, welche Aktionen für die Buchbranche und für Medienvertreter auf der Buchmesse stattfinden. Auch dass es einen PR-Stand in der Glashalle für alle Besucher geben wird, wurde bereits angekündigt. Die Kampagne nimmt selbst die Leipziger Innenstadt für sich ein, wo mit Plakaten und Aktionen geworben wird. Im Zuge der Initiative wurden sechs Buchhändler, u.a. aus Hannover und Paderborn, als Gesichter der Aktion ausgewählt. Drei Jahre soll die groß angelegte Kampagne andauern und sich von Leipzig auf den Buchhandel in ganz Deutschland ausdehnen. Bereits seit dem 24. Januar können sich Buchhändler, Zwischenbuchhändler und Verlage online als Partner registrieren, die Initiative hat bereits mehr als 200 Mitglieder. Sie werden regelmäßig über Aktionen und Kooperationen informiert und können ab dem 13. März auch auf der Homepage von potentiellen Kunden „gefunden“ werden. Mit dieser Marketingkampagne, für die insgesamt drei Millionen Euro eingeplant sind, soll der stationäre Buchhandel wieder mehr in den Fokus der Leser rücken.
Doch nicht nur für Verlage, Buchhandlungen und Leseratten lohnt sich ein Besuch auf der Messe. Das Fachprogramm „autoren@leipzig“ richtet sich an alle professionellen Schriftsteller und diejenigen, die es noch werden wollen. Die Aktion bietet Informationen zu Themen wie Agenten, Verlagssuche und Wirksamkeit von Live-Auftritten, aber auch die Möglichkeit des Austausches und der Vernetzung. Im Rahmen dieser Programmreihe wird zum ersten Mal der „autoren@leipzig Award“ für Self-Publisher vergeben. Die Leipziger Buchmesse und neobooks zeichnen fiktionale und nicht-fiktionale deutschsprachige Werke aus. Bewertet werden diese unter den Gesichtspunkten der inhaltlichen Qualität sowie der Aufmachung, der Preissetzung, des Marketings und des Vertriebs. Die Gewinner werden am 11. März bekannt gegeben und am 15. März ausgezeichnet. Dem Gewinner winken 3000 Euro und eine Patenschaft des Droemer Knaur Lektorats für das nächste Werk des Autors.
Der Internationale Programmschwerpunkt der Messe liegt, wie bereits 2012, auf dem mittleren Osten Europas. Kurator des Projektes „tranzyt. Literatur aus Polen, der Ukraine und Belarus“ ist in diesem Jahr der Autor und Übersetzer Martin Pollack. 24 Autoren präsentieren sich und ihre Werke in verschiedenen Veranstaltungen, um die Literatur ihrer Heimat hier bekannter zu machen. Polnische Bücher machen weniger als einen Prozent der jährlich erscheinenden Übersetzungen aus. Ukrainische und belarussische Titel gibt es so gut wie gar nicht. Mit den Themen „Auf der Suche nach der Identität“, „Feministische Offensive – oder Defensive?“ und „Die vielen Gesichter der Zensur“ werden Schwerpunkte gesetzt, die in den drei vorgestellten Ländern wichtige Rollen spielen. Aufgrund der Brisanz, insbesondere des letzten Themas, arbeiteten die deutschen Veranstalter v.a. mit jeweils einheimischen Stiftungen und kleineren Projekten zusammen, statt mit den zuständigen Ministerien. Besucher der Messe können so einen differenzierten Blick auf diese Länder erhalten. „Das Programm ist kulturell und politisch äußerst spannend, nicht nur für Literaturliebhaber, sondern auch für deutsche Verleger, Buchhändler und Übersetzer“, so der Direktor der Leipziger Buchmesse, Oliver Zille.
Fester Bestandteil und wichtiger Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse ist der Bereich „Fokus BILDUNG“ und dessen Teilkonzept „Leipziger Lesekompass“. Dieser richtet sich an Eltern und Lehrer. Schon 2012 wurden Kinder- und Jugendbücher für zwei- bis 14jährige ausgezeichnet, die insbesondere für die Lesemotivation und -förderung geeignet sind. Die diesjährigen Titel werden am 14. März bekannt gegeben. Zusätzlich zu dieser Auswahl werden Workshops für Lehrer (14. und 15. März) und Eltern (17. März) zur Lesemotivation angeboten. Ebenfalls in den Bereich des „Fokus BILDUNG“ fällt die Prämierung des „Schulbuch des Jahres“. Diese Auszeichnung wird in Zusammenarbeit mit dem Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung vergeben. Jury-Mitglieder sind u.a. Wilmar Diepgrond, Vorsitzender des Verbands Bildungsmedien und Dorothea Trittel, Lehrerin am Max-Planck-Gymnasium Göttingen.
Auf der Leipziger Buchmesse finden viele unterschiedliche Preisverleihungen statt. Der Preisträger für den „Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung“ 2013 wurde bereits im Januar bekanntgegeben. Klaus-Michael Bogdal erhält den Preis für sein Werk „Europa erfindet die Zigeuner. Eine Geschichte von Faszination und Verachtung“. Den mit 15.000 Euro dotierten Preis erhält Bogdal im Rahmen der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 13. März.
Eine der wichtigsten Auszeichnungen ist der „Preis der Leipziger Buchmesse“, welcher am 14. März verliehen wird. Aus 430 eingereichten Titeln wählte die siebenköpfige Jury unter der Leitung Hubert Winkels 15 Finalisten. Diese wurden bereits am 7. Februar bekannt gegeben. Jeweils fünf Autoren bzw. Übersetzer sind in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung nominiert. In der Rubrik Belletristik wird der Publikumspreis verliehen, jeder kann online bis zum 7. März für seinen Favoriten abstimmen (http://voting.leipziger-buchmesse.de/). Die Preisträger erhalten jeweils 15.000 Euro.
Auch nicht-buchbezogene Preise werden verliehen, wie zum Beispiel der des „Druckgrafik-Wettbewerbs“. Dieser wurde von der neugegründeten Vereinigung Grafiknetzwerk im November 2012 zum ersten Mal ausgerufen. 30 Studierende aus ganz Deutschland haben sich beworben. Die vier Gewinner stehen seit Januar fest und sind bereits auf der Seite der Leipziger Buchmesse zu finden. Am 14. März werden sie vorgestellt und erhalten einen Messeauftritt mit eigenem Präsentationsstand, an dem sie ihre grafischen Arbeiten ausstellen können.
Ein weiterer, noch junger Preis, ist der „avj medienpreis“. Die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) ehrt damit am 15. März zum zweiten Mal hervorragendes und auch kontinuierliches journalistisches Engagement im Bereich Kinder- und Jugendbuch. Aus allen eingegangenen Vorschlägen – der sogenannten Longlist - wurden fünf Shortlist-Kandidaten ausgewählt. Die Pressesprecher der avj-Mitgliedsverlage können aus dieser ihren Favoriten wählen und abstimmen.
Dies sind nur einige Programmreihen, -punkte und Preisverleihungen, die die Besucher neben festen Ständen erwarten. Ein Besuch lohnt sich aufgrund der Vielfalt für Groß und Klein. Nähere Informationen zu allen Fragen sowie das komplette Programm lassen sich auf der Homepage der Leipziger Buchmesse finden.

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