openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Krankenkassen treten Leistungen der Apothekerschaft mit Füßen

05.02.201319:22 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Krankenkassen treten Leistungen der Apothekerschaft mit Füßen

(openPR) Die deutschen Apotheken haben im Jahr 2012 einen Zwangsrabatt von rund 1,25 Milliarden Euro an die Gesetzlichen Krankenkassen geleistet. Der Preis für die Zahlungen ist die Schließung von immer mehr deutschen Apotheken. Dennoch nimmt die Gier des GKV-Spitzenverbandes auf das so genannte „Apothekenhonorar“ immer absurdere Formen an.


Die gesetzlichen Krankenkassen erkennen die Verhandlungsbasis des – auch von der Politik als verbindlich angesehenen – Kassenabschlags von 1,75 Euro nicht an, was immerhin schon einem Rabatt von über 20 Prozent des "Apothekenhonorars" entspricht. Im Namen aller Primärkassen droht jetzt die AOK Nordwest mit Retaxationen, Vertragsstrafen und sogar Schadenersatzforderungen, wenn die Apothekenrechenzentren ab 1. Januar 2013 mit dem Kassenabschlag von 1,75 Euro statt mit 2,05 Euro abrechnen. Hier zeigt sich überdeutlich, wer die Entwicklung im Gesundheitswesens maßgeblich beeinflusst und dass Gesundheitsminister Bahr nicht nur bei der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln offenbar eine Statistenrolle spielt. Nach Auffassung der Freien Apothekerschaft sind alle Stellungnahmen des Bundesgesundheitsministeriums und des Ausschusses für Gesundheit zu diesem Thema nicht ernst zu nehmen.
Die Forderungen des Vereins sind weitreichend: Den Gesetzlichen Krankenkassen dürfe kein oder nur ein erheblich geringerer Rabatt als bisher (ähnlich einem Skonto bei Sofortzahlung) gewährt werden. Denn die deutsche Apothekerschaft generiert bei den verschreibungspflichtigen Arzneimitteln weder Rabatte bei den pharmazeutischen Herstellern noch beim pharmazeutischen Großhandel.
Das hindert die gesetzlichen Krankenkassen jedoch nicht daran, von den deutschen Apothekern zusätzlich zu diesem exorbitanten Rabatt unverhältnismäßig viele kostenlose Leistungen zu fordern. So treten etwa die Apotheken im Schnitt rund sechs Wochen in Vorleistung, bis die Rezeptkosten der Vormonate von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Auch kann die Krankenkasse noch 18 Monate(!) nach Ausstellung des Rezeptes die Leistung der Apotheke bestreiten und die bereits an den Versicherten abgegebenen Arzneimittel nicht bezahlen. Dieses perfide Gehabe der Krankenkassen kostet die Apotheken jährlich mehrere 100 Millionen Euro. Es handelt sich dabei um teilweise von den Krankenkassen an den Haaren herbeigezogene Postulierungen von Formfehlern auf den Rezepten, die von den Apotheken jedoch überhaupt nicht zu vertreten sind. Obendrein dürfen die Apotheken die tatsächlichen oder vermeintlichen Formfehler nicht einmal korrigieren. Hier haben die Politik (mit ihren Ausführungen im Sozialgesetzbuch) und die Apothekerverbände (bei den Lieferverträgen) jämmerlich versagt. Das Eingreifen des Gesetzgebers ist dringend gefragt, um einen der wichtigsten Leistungserbringer wenigstens hier zu schützen.
Die Krankenkassen konnten obendrein gegen Entscheidungen der Schiedsstelle zum Kassenabschlag Einspruch erheben und so Nachzahlungen aus dem Jahr 2009 blockieren. Es dürfte wohl einmalig in der deutschen Wirtschaft sein, dass die Apotheken bis heute keine verbindlichen Bilanzen für das Jahr 2009 und die Folgejahre abgeben können. Nicht einmal das kümmert die Politik, hier speziell auch Herrn Schäuble. Bei einem Überschuss von derzeit 30 Milliarden Euro können es sich die Krankenkassen leisten, den Weg durch alle Instanzen zu gehen.
Die Schließung von derzeit monatlich 30 bis 40 Apotheken ist ein weiteres Indiz dafür, dass es schon seit Jahren absolut keinen Zusammenhang zwischen den Begriffen „Goldgrube“ und „Apotheke“ mehr gibt. Die Ignoranz der Politik gegenüber der Wirtschaftslage der deutschen Apotheken lässt nur den Schluss zu, dass die Regierung bereits ein Gesundheitswesen ohne öffentliche Inhaber-geführte Apotheken plant, obwohl immer das Gegenteil behauptet wird. Toleriert wird von den Abgeordneten, dass die an die Krankenkassen gezahlten Zwangsrabatte für jährliche Boni-Zahlungen an die zahlreichen Vorstände der Krankenkassen missbraucht werden.
Auch die Versicherten wissen mittlerweile, dass die Rabattverträge lediglich den Krankenkassen dienen. Verbesserungen in der Versorgung erfuhren die Versicherten nicht. Im Gegenteil: Viele Rabattvertrags-Arzneimittel sind monatelang nicht lieferbar, obwohl der Hersteller eine Garantie für seine Lieferfähigkeit nachweisen muss. Die Wut der Versicherten, wenn es für sie wieder andere Arzneimittel durch neue Rabattverträge gibt, entlädt sich in den Apotheken bei deren Inhabern und Mitarbeitern. Der Verein Freie Apothekerschaft hatte gegen die Rabattverträge eine Unterschriftenaktion initiiert. Bei der Übergabe von über 70.000 Unterschriften an den Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Herrn Wolfgang Zöller, sprach auch dieser sich im vergangenen Jahr gegen die Rabattverträge aus. Ihm lägen, so erklärte er, ebenfalls unzählige Beschwerden von Versicherten vor. Passiert ist bis heute nichts. Man könnte das als Zeichen dafür werten, dass Aufsichtsratsposten bei den Krankenkassen den Politikern wichtiger sind als die Gesundheit der Bürger unseres Landes.
Die Freie Apothekerschaft unterstützt die Verhandlungen des Deutschen Apothekerverbandes gegenüber den Krankenkassen für einen niedrigeren Kassenabschlag. Auf der Homepage http://www.freie-apothekerschaft.de können die deutschen Apotheken und ihre Mitarbeiter ihre Unterstützung dokumentieren: http://www.freie-apothekerschaft.de/umfrage.php

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 696429
 152

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Krankenkassen treten Leistungen der Apothekerschaft mit Füßen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Freie Apothekerschaft e.V.

Bild: Apothekenreform: FA gibt Gutachten in AuftragBild: Apothekenreform: FA gibt Gutachten in Auftrag
Apothekenreform: FA gibt Gutachten in Auftrag
Nach der Veröffentlichung des Referentenentwurfs zur sog. Apothekenreform mit dem Namen „Entwurf eines Gesetzes für eine Apothekenhonorar- und Apothekenstrukturreform“ (Apotheken-Reformgesetz – ApoRG) stehen bei den Mitgliedern der Freien Apothekerschaft die Zeichen auf Sturm. Das Anfangsstatement des Bundesministeriums für Gesundheit mit den Worten „Deshalb sollen mit diesem Gesetz die notwendigen Rahmenbedingungen für eine bessere Arzneimittelversorgung durch Apotheken in der Fläche geschaffen werden.“ liest sich wie Hohn, denn an keiner St…
Bild: Freie Apothekerschaft kritisiert Lauterbach: Blinder Aktionismus?Bild: Freie Apothekerschaft kritisiert Lauterbach: Blinder Aktionismus?
Freie Apothekerschaft kritisiert Lauterbach: Blinder Aktionismus?
Freie Apothekerschaft kritisiert Lauterbach: Blinder Aktionismus? Nicht nur bei den Corona-Maßnahmen steht Bundesgesundheitsminister Lauterbach bundesweit in der Kritik. Von jetzt auf gleich sieht er nun Einsparpotentiale bei den Apotheken in Millionenhöhe. Sowohl der Rabatt, den die Apotheken den Krankenkassen gewähren müssen, soll erhöht werden, auch die gleichzeitige Senkung der Mehrwertsteuer ist im Gespräch. Beides trifft die deutschen Apotheken ins Mark, da durch diese beiden Maßnahmen das jeweilige Betriebsergebnis deutlich verringert…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: „Geschäftemacherei zu Lasten der Patienten“Bild: „Geschäftemacherei zu Lasten der Patienten“
„Geschäftemacherei zu Lasten der Patienten“
„Geschäftemacherei zu Lasten der Patienten“ Freie Apothekerschaft im Gespräch mit der Bundesregierung Berlin/Herxheim, im November 2016 - „Nichtlieferbarkeits-Bescheinigungen“ sind mitschuldig, dass Patienten mitunter nicht sofort mit dem passenden Arzneimittel versorgt werden können. Das Bürokratiemonster bringt jede Apotheke in Engpässe. Mit diesem …
Bild: Freie Apothekerschaft: Enttäuscht von Politik und ABDABild: Freie Apothekerschaft: Enttäuscht von Politik und ABDA
Freie Apothekerschaft: Enttäuscht von Politik und ABDA
Aus Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen selbständiger Apotheker wurde im September 2010 der Berufsverband „Freie Apothekerschaft e.V.“ gegründet, jetzt präsentiert sich der Verein mit einem eigenen Info-Stand auf der „Expopharm“ (06. bis 09. Oktober in Düsseldorf, Halle 5, Stand E10). Vorstand und Mitglieder des Vereins stehen Rede und Antwort …
Bild: Freie Apothekerschaft auf der expopharm 2015: Weichen für die Zukunft stellen / Neue WebseiteBild: Freie Apothekerschaft auf der expopharm 2015: Weichen für die Zukunft stellen / Neue Webseite
Freie Apothekerschaft auf der expopharm 2015: Weichen für die Zukunft stellen / Neue Webseite
… Gelder für Maßnahmen ausgegeben, die sinnlos sind. Andererseits werden Honorare niedrig gehalten sowie Informationen von Bundesverbänden und Krankenkassen vorenthalten. Die Freie Apothekerschaft als Vertretung unabhängiger Apothekerinnen und Apotheker hat sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen und sich für faire Honorare bei …
Bild: Jahre wieder: GKV-Spitzenverband erschwert Partnerschaft mit ApothekenBild: Jahre wieder: GKV-Spitzenverband erschwert Partnerschaft mit Apotheken
Jahre wieder: GKV-Spitzenverband erschwert Partnerschaft mit Apotheken
… die Krankenkassen letztendlich finanziell durch den ständigen Wechsel der Hersteller fast im Quartalsrhythmus einsparen, entzieht sich nicht nur dem Wissen der Patienten, der Apothekerschaft und der Ärzte, sondern anscheinend auch dem der Politik. Ganz offensichtlich haben es die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und die betreffenden Ministerien …
Bild: Von der Krankenkasse bezahlt, über Ebay verkauftBild: Von der Krankenkasse bezahlt, über Ebay verkauft
Von der Krankenkasse bezahlt, über Ebay verkauft
… ebay immer wieder zu Angeboten von Rx-Medikamenten und apothekenpflichtigen Arzneimitteln durch Privatpersonen. Rechtlich ist das nach Ansicht der Freien Apothekerschaft, eines Zusammenschlusses selbständiger Apotheker in Deutschland, eindeutig ein Verstoß gegen bestehendes Recht. Der Verein hat mehrfach verschiedene Online-Auktionsplattformen nach …
Bild: Freie Apothekerschaft kritisiert patientenfeindliche RabattverträgeBild: Freie Apothekerschaft kritisiert patientenfeindliche Rabattverträge
Freie Apothekerschaft kritisiert patientenfeindliche Rabattverträge
Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit erhalten Sie die aktuelle Pressemitteilung von der Freien Apothekerschaft e.V., dem unabhängigen Zusammenschluss von selbstständigen Apothekerinnen und Apothekern: Die Freie Apothekerschaft kritisiert patientenfeindliche Rabattverträge! Im Juni 2011 soll - nach unbestätigten Zahlen - rund jede zweite Apotheke den …
Bild: Neue EU-Gesetzgebung zur Arzneimittelkontrolle belastet ApothekenBild: Neue EU-Gesetzgebung zur Arzneimittelkontrolle belastet Apotheken
Neue EU-Gesetzgebung zur Arzneimittelkontrolle belastet Apotheken
Für die Freie Apothekerschaft ist das Maß voll. Schon wieder müssen die Apotheken gesetzliche Maßnahmen unter dem Deckmantel von „Allgemeinwohlaufgaben“ aus eigener Tasche bezahlen. Der Grund: Die EU hatte ein Gesetz erlassen hinsichtlich fälschungssicherer Arzneimittel, dessen Umsetzung in den deutschen Apotheken nicht nur hohe Investitionskosten verursacht …
Bild: Freie Apothekerschaft: Gesetzliche Krankenkassen nutzen Macht über Gebühr ausBild: Freie Apothekerschaft: Gesetzliche Krankenkassen nutzen Macht über Gebühr aus
Freie Apothekerschaft: Gesetzliche Krankenkassen nutzen Macht über Gebühr aus
… Apothekertag in München anwesenden Politikern zu Gunsten der Apotheke vor Ort und für eine flächendeckende rund-um-die-Uhr Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln wertet die Freie Apothekerschaft als die üblichen Wahlversprechen, von denen nach der Wahl niemand mehr etwas wissen will. Bislang hat kein Politiker definiert, was unter „flächendeckend“ zu …
Bild: Nicht mit uns! — Freie Apothekerschaft fordert Verdoppelung des Honorars für BTM-RezepteBild: Nicht mit uns! — Freie Apothekerschaft fordert Verdoppelung des Honorars für BTM-Rezepte
Nicht mit uns! — Freie Apothekerschaft fordert Verdoppelung des Honorars für BTM-Rezepte
… Regelungen, wie mit Betäubungsmittel-Rezepten umgegangen werden muss, verschärft, die Arbeitszeit pro Rezept steigt deutlich, aber die Honorierung bleibt gleich. Die Freie Apothekerschaft kritisiert dies massiv und fordert eine Verdoppelung des Honorars für BTM-Rezepte. 22,25 Minuten benötigen ApothekerInnen im Schnitt, um ein BTM-Rezept zu bearbeiten …
Bild: Freie Apothekerschaft fordert: Endlich wieder Zeit für unsere PatientenBild: Freie Apothekerschaft fordert: Endlich wieder Zeit für unsere Patienten
Freie Apothekerschaft fordert: Endlich wieder Zeit für unsere Patienten
… es Rabattverträge, Lieferverträge, Portfolioverträge, Sortimentsverträge, Exklusivverträge, vorgeschriebene Packungsgrößen, Alt-Normgrößen, Normgrößen, Normbereiche, Gebietslose und und und. Die Freie Apothekerschaft, ein Zusammenschluss der selbständigen Apotheker in Deutschland, bemängelt, dass dabei die dringend erforderliche Zeit für die Betreuung …
Sie lesen gerade: Krankenkassen treten Leistungen der Apothekerschaft mit Füßen