(openPR) Der Wettbewerb um Konzessionsgebiete ist aktuell und in Zukunft eines der treibenden Themen im Energiemarkt. Durch die verstärkte Neuvergabe von Konzessionen kommt es bei Energieversorgern vermehrt zu Übergaben von einzelnen oder mehreren Netzgebieten. Dieser Umstand führt zu einer Vielzahl von Herausforderungen, denen sich die Netzbetreiber stellen müssen.
Neben der organisatorischen Übergabe des Anlagevermögens stellt die Überführung der Geschäftsdaten vom neuen zum alten Netzbetreibern eine der größten Herausforderungen dar. Eine korrekte Aufnahme der Datenbestände in die vorhandene IT-Landschaft ist von entscheidender Bedeutung für die reibungslose Integration und Betrieb des neuen Netzgebietes.
Da der Gesetzgeber für die Überführung der Datenbestände vom alten zum neuen Netzbetreiber aktuell noch keinen einheitlichen Standard definiert hat, ist jedem Netzbetreiber freigestellt in welcher Form er die Daten übergibt. Diese Tatsache führt dazu, dass am Markt nicht nur eine Vielzahl von Übergabeformaten existieren, sondern verhindert dieser Umstand auch eine schnelle und reibungslose Übernahme der Daten. Für jedes neue Format müssen spezielle Anpassungen im Zielsystem abgestimmt und durchgeführt werden. Auch eine Änderung des Formates zwischen zwei Übergaben vom gleichen Netzbetreibern ist keine Ausnahme.
Wer die Problematik kennt dem ist bewusst, dass eine herkunftsfremde Übernahme von Daten unterschiedlicher Formate, Formatierungen und Strukturen nicht nur sehr komplex ist, sondern dass dies auch einer grundlegenden Standardisierung des Projektvorgehens und einer variablen technischen Lösung bedarf, die unabhängig von der Datenherkunft agiert. Nur dadurch wird es möglich eine konsistente und kostenneutrale Datenübernahme zu gewährleisten und ein Projekt in einem sehr dynamischen Marktumfeld mit sehr eng gesteckten Zeitrahmen erfolgreichen abzuschließen.
Wenn über Netzgebiete / Konzessionen gesprochen wird, bedeutet das meist eine Anzahl von 5.000 – 15.000 Zählpunkten. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass bei einer Übernahme der Kundeninformationsdaten nicht die Wirtschaftlichkeit minimiert oder gar zerstört werden darf. Dieses Spannungsfeld der Kosten, Ressourcen und Effizienz schreit förmlich nach einem Standard oder aber nach einer Lösung, die eine standardnahe Umgebung schafft.
Ein Produkt welches alle bereits genannten Anforderungen umfasst und speziell auf die Erfordernisse von Netzgebiets- Aufnahmen und -abgaben konzipiert wurde, ist die External Transformation Workbench kurz ETW der ENERGY4U GmbH.
Wie bereits erwähnt ist nur mit einer Standardisierung des Projektvorgehens und einer hohen Wiederverwendbarkeit der bereits geleisteten Arbeit und Erkenntnisse eine ressourcenschonende und erfolgreiche Datenübernahme gewährleistet. Standardisierung steht hierbei zum einen für ein konkretes Vorgehensmodell für Netzgebietsübernahmen inklusive einer nach Möglichkeit standardisierten Projektlaufzeit für die jeweilige Netzgebietsübernahme im Einzelfall, sowie für die Standardisierung der Übernahmemethode und den benötigten Übernahmeprogrammen. Dadurch sollen bei zukünftigen Übernahmen eine Reduktion der jeweiligen Projektlaufzeit, sowie die Kosten für Beratungsaufwände reduziert werden. Speziell aus den Vorgaben des ersten Initialmigrationsprojektes sollen in einem zweiten Schritt Grundsatzregeln identifiziert werden, welche in eine Art Standardcustomizing umgewandelt werden können, um somit die erworbenen Erkenntnisse zu sichern und für weitere Übergaben verwendbar zu machen.
Neben dem projektorganisatorischen Vorgehen ist mit der ETW eine technische Lösung konzipiert worden, die speziell für den Anwendungsfall Netzgebietsübernahme zugeschnitten ist. Grund hierfür sind die bereits erwähnten sehr speziellen Anforderungen bei der Datenübernahme aus einem nicht bekannten Fremdsystem. Da der Datenbestand bei Netzgebietsübernahmen generell aus einem Fremdsystem kommt und nicht zwingend aus einem SAP IS-U System stammen muss, findet eine strikte Trennung von Import, Analyse und Aufbau statt. Die Aufteilung in einzelne Schritte hat den Vorteil, Daten aus unterschiedlichen Systemen, Formaten, Strukturen und unterschiedlichen Datenqualitäten zu übernehmen und an die jeweiligen Kundenspezifika anzupassen. Dies erlaubt der ETW, bereits erbrachte Entwicklungsleistungen bei späteren Übergaben wiederzuverwenden. Sind zum Beispiel Änderungen an der Datensatzstruktur notwendig muss nur das Modul des Imports an die neuen Anforderungen angepasst werden.
Weiterhin können durch den projektbasierten Ansatz der ETW bereits erfolgte Entwicklungen für neue Projekte/Übernahmen wiederverwendet werden. Hiermit wird insbesondere der Aufwand für weitere Konzessionsgebietsübernahmen aus demselben Fremdsystem erheblich verringert, da nur eine etwaige Anpassung von Customizing notwendig ist und die bereits bestehenden Entwicklungen und Einstellungen in das neue Projekt kopiert und übernommen werden können. Durch den Einsatz von projektspezifischem Customizing kann neben der Unterscheidung von Gebietsaufnahmen auch eine Unterteilung auf spezielle Kundengruppen innerhalb einer Übernahme stattfinden.
Importiert werden können Daten in unterschiedlichen Formaten zum Beispiel csv, xls, txt, SAP Migrationsdateien aus unterschiedlichen Fremdsystemen. Neben der Analyse auf Konsistenz der eingehenden Daten erfolgt ein Mapping dieser zwischen den Daten des Netzbetreiber Alt und des für das Zielsystem erforderlichen Strukturen (z.B. Gerätetypen, Tariftypen etc.).
Für den Aufbau der Stammdaten verwendet die ETW die Standard SAP Migrationsobjekte und bietet somit den enormen Vorteil der Nutzung von SAP implementierten Datenplausibilisierungsprüfungen. Somit können Daten während der Migration auf Validität geprüft und die mögliche Erzeugung von Dateninkonsistenzen vermieden werden.
Neben den Funktionen für die Netzaufnahme wurden ebenfalls Funktionalitäten für eine Netzabgabe in der ETW implementiert. Hierbei kommt der aus der Netzaufnahme bekannte projektbasierte Ansatz zum Tragen. Es lassen sich somit pro Netzabgabe oder aber auch pro einzelne Kundegruppen Projekte definieren, die am Anschluss über einer variablen Selektionsmaske (Zählpunkt, Postleitzahl etc.) mit abzugebenden Zählpunkten gefüllt werden können. Der Export der Daten in ein abzugebendes Format erfolgt ebenfalls in der ETW und kann entweder in ein vordefiniertes Format erfolgen oder an spezielle bereits vorhandene Formate des Netzbetreibers Neu wie Alt angepasst werden. Im abschließenden Schritt erfolgt der Rück/Umbau der Stammdaten und kann ebenfalls an spezielle Kundenerfordernisse angepasst und konfiguriert werden.
Selbstverständlich wird sowohl im Falle der Netzaufnahme wie -abgabe ein ausführliches Protokoll über die angelegten bzw. umgebauten Stammdaten erzeugt, welches bei der schnellen und effizienten Abarbeitung von etwaigen Fehlerfällen unterstützt und oder als Nachweis für erfolgte Systemaktivitäten dient.
Die Installation der ETW ist denkbar einfach und extrem flexibel und kann auf Wunsch an etwaige Spezialfälle angepasst werden.
Abschließend lässt sich festhalten, dass mit einem standardisiertem Projektvorgehen und dem Einsatz einer variablen technischen Lösung, die sich schnell und einfach anpassen lässt, nicht nur Zeit und Kosten für eine Netzübernahme oder -abgabe verringert werden können, sondern auch eine qualitative hochwertige Datenüberführung erreicht werden kann.









