(openPR) Über 4.500 in 24 Stunden fordern: Notfallverhütung darf nicht aus religiösen Gründen veweigert werden
Berlin, 25. Januar. Ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer wurde an zwei katholischen Krankenhäusern in Köln abgewiesen. Eine Woche nach Bekanntwerden der Vorfälle verlagert sich die Debatte nun zum Verhältnis der katholischen Kirche zu Verhütung bei Vergewaltigungen.
Dem mutmaßlichen Opfer einer Vergewaltigung muss nach Auffassung von pro familia sofort und in allen Krankenhäusern Deutschlands die Möglichkeit einer nachträglichen Verhütung beratend angeboten werden. Dies könne auch nicht durch religiöse Auffassungen relativiert werden, fordert die Geschäftsführerin von pro familia NRW, Rita Kühn. Eine entsprechende Forderung Kühns auf der Internetplattform Change.org an Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat innerhalb von 24 Stunden bereits über 5.000 Unterstützer und Unterstützerinnen gefunden. „Religion ist Privatsache. Man kann einer vergewaltigten Frau nach dem furchtbarsten Erlebnis ihres Lebens nicht zumuten, erstmal zu prüfen wer der Träger eines Krankenhauses ist, bevor sie sich in Hoffnung auf Hilfe und Beistand in Behandlung begibt”, so Kühn.
Hintergrund der Abweisungen in Köln war offenbar die Verunsicherung des medizinischen Personals darüber, wie ein vergewaltigte Frau zu behandeln sei, weil die katholische Kirche die so genannte “Pille danach” ablehnt. Der Kölner Kardinal Erzbischof Meisner hatte sich öffentlich für die Vorfälle an den katholisch geführten Krankenhäusern entschuldigt - zugleich aber auf die Haltung der Kirche zu Abtreibungen verwiesen.
Doch dieser Hinweis ist sachlich falsch, wie Kühn betont: „Die so genannte ,Pille danach’ bewirkt keine Abtreibung einer befruchteten Eizelle. Sie verschiebt oder verhindert den Eisprung, weshalb sie auch Notfallverhütung genannt wird.” Der Fall in Köln sei deshalb als Chance einer Frau zur Verhütung bei einer Vergewaltigung zu sehen. „Vergewaltiger tragen keine Kondome. Die Notfallverhütung ist eine Option des Opfers, über den weiteren Verlauf ihres Lebens selbst zu bestimmen, statt dies dem Vergewaltiger zuzugestehen”, so Kühn.











