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Zusammenfassung des 1. IFCC Stammdaten-Tag vom 02. Okt. 2012

10.12.201216:47 UhrIT, New Media & Software
Bild: Zusammenfassung des 1. IFCC Stammdaten-Tag vom 02. Okt. 2012
"Effiziente Geschäftsprozesse durch effektive Stammdaten"

(openPR) Dank der sehr hohen Qualität der Vorträge wurde der 1.IFCC-Stammdaten-Tag zu einem vollen Erflog. Das Konzept sah vor, das kurze - natürlich auch kurzweillige - Vorträge breit über den Themenkomplex „Stammdaten“ informieren. Der Mix aus Anwenderberichten, theoretischen und auch IFCC-eigene Beiträgen verdeutlichte, mit welch vielfältigen Fragestellungen und Herausforderungen „Stammdaten“ verknüpft sind.



Dr. Thomas Andreßen, Head of Systems, Global Standards and Controlling Procurement and Materials Management Department der K+S Gruppe, thematisierte die zunehmende Bedeutung des Stammdatenmanagements aus K+S Sicht. Die aktuellen Trends sieht er in der Working-Capital-Orientierung. Dies erfordert eine vollständige Beschreibung sämtlicher Materialien, einer wachsenden Qualitätsanforderung an Stammdaten bedingt durch die höheren technischen Anforderungen der zu beschriebenen Objekte. Aus Prozesssicht werden sowohl an die Material-Suche im jeweiligen ER-System als auch an die Geschwindigkeit der Stammdatenbearbeitung höhere Ansprüche gestellt werden. Weiter nannte er die „Risikoorientierung“ gerade bei (langlebigen) Ersatzteilen sowie die Systemintegration zwischen Einkauf und Instandhaltung, Dieses „moderne“ Stammdaten-Management ist Voraussetzung eine zukunftsfähige Beschaffungsstrategie, die von Herrn Andreßen aus K+S-Sicht skizziert wurde.

Jörg Borgardt, Bereichsleiter Category Management Back Office von Hagemeyer Deutschland, setzte den Focus auf den Zusammenhang zwischen „guten“ Artikelstammdaten und dem Erfolg im eCommerce Bereich. Sein Statement „Intelligente Suchmaschinen brauchen gute Daten“, ist eone essentielle „Botschaft“ an die eCommerce-Community. Er präsentierte hausinterne Analyseergebnisse, die aufzeige, dass das Bestellvolumen direkt mit der Präsentation des Artikels im Webshop, und damit mit der Informationsqualität zusammenhängt. Sehr erkenntnisreich waren die Darstellungen, was eine gute Artikelpräsentation konkret ausmacht. Nicht zu unterschätzen ist, dass das Vertrauen in einen Artikel sehr eng mit „hochwertigen Artikeldaten“ verknüpft ist.

Ayhan Bulut, Geschöftsführer der IFCC GmbH, zeigte auf, wie bei einer heterogenen Systemlandschaft, einem fehlenden Stammdatenmanagement und damit einer uneinheitlichen Stammdatenqualität mittels der von der IFCC entwickelten Software und Methoden eine umfassende Datenaufbereitung sowie eine Dublettenprüfung so schnell vorgenommen werden, dass der Amortisationszeitraum 12 Monate unterschreitet. Der Nutzen eines solches Projekt, liegt u.a. in der Senkung der Kapitalkosten, der Senkung der Lagerkosten sowie in der Minimierung der Suchkosten.

Professor Ulrich Manz, Hochschule Darmstadt, der den Stammdaten-Tag moderierte, wurde in einem Abschlussbeitrag auf den Einfluss von Stammdaten auf das Working-Capital eingegangen. Dieser nachweisbare und zugleich sehr starke Einfluss sieht er als einen wichtigen Grund, Stammdaten eine strategische Dimension zuzuschreiben.

Nico Michels, Leiter Produkt-Daten-Management, der Fresenius-Medical Care, stellte die Einführung des PDM-System „PRO.FILE“ vor. Zentral für die Einführung ist die Harmonisierung der Teilstammdaten im Vorfeld. Hierzu zählen für ihn: ein Produktionsneutrales Management der technischen Daten über alle Standorte, redundantfreie Verwaltung der technischen Merkmale mit verteilen Norn-/ Kurzbeschreibungen, Versions-/ Revisionsgesteuerte Verknüpfungen der teilebeschreibenden Dokumente zu den merkmalsdefinierten Teilstämmen, Integrierte Nutzung der Klassifikation und der Merkmale für das Management von nativen CAD-Daten (M-CAD, E-CAD), Integrierte Nutzung der Klassifikation und der Merkmale zur Erzeugung von technischen Zulassungsdokumenten, Konsistente Klassifikation über den gesamten Lebenszyklus der Teile mit sichtenbezogenen Merkmalen (technische, operative, etc.). In einem nächsten Projektschritt wird die Klassifikation der Konstruktionselemente angegangen. Wesentliches Ziel ist hier die Wiederverwendung von Konstruktionsgrundlagen. Weiter soll eine Ableitung von zulassungsrelevanten technischen Beschreibungen realisiert werden.

Dr. Jörg Schumacher Senior Technical Materials Manager, BASF SE, Vorstandsmitglied des eCl@ss e.V., erläuterte, wie bei der BASF SE die Verwendung harmonisierter technischer Stammdaten in Geschäftsprozessen realisiert ist. Er zeigte am Beispiel des Asset Life Cycle einer Anlage den Zielkonflikt zwischen den Datenanforderungen aus Sicht des Betreibers und des Lieferanten auf. Das vorgestellte Konzept von durchgängigen Stammdaten wurde in der BASF SE weitgehend umgesetzt: Relevante Materialien liegen die funktionalen Spezifikationen („as planned“) und die detaillierten Beschreibungen der eingebauten Materialien („as built“) in konsistenter, maschinenlesbarer Form vor. Sie können in den Prozessen von Planung/Bau, Materialwirtschaft, Betrieb/Instandhaltung durchgängig und standortübergreifend genutzt werden. Des Weiteren stellte Herr Dr. Schumacher Ergebnisse einer Umfrage zum „Stammdatenmanagement im Unternehmen 2010“ vor. Diese wurde PMDMC (www.pmdmc.de) durchgeführt.

Jürgen Seidel, Leiter der operativen Materialwirtschaft der Tectrion GmbH konnte auf ein weitgehend abgeschlossenes Projekt verweisen. Die hohe Aktualität seiner Ausführungen ist gerade für solche Unternehmen von großer Relevanz, die vor einer ähnlichen Fragestellung stehen. Er zeigte
den direkten Zusammenhang zwischen „guten“ Stammdaten und der Sicherstellung einer angemessenen Verfügbarkeit, bei gleichzeitig signifikanter Senkung der Bestandswert (min.35 %), einer fehlerfreien Bestandsführung, sowie einer erheblichen Prozessoptimierung (von der Bedarfsentstehung bis zur konkreten Bedarfsdeckung) auf. Somit wurde ein ganzer Projektzyklus in seinen einzelnen Sequenzen vorgestellt.
Interessant an den Ausführungen war, die iterative Projekt-Vorgehensweise. Diese stellt für jedes entsprechende Projekt die „Blaupause“ dar. Tectrion konnte sicherstellen, dass mit jeder Iterationsstufe ein realisierbarer Nutzen erzielt wurde.
Zentrales methodisches Element war die Kritikalitätsanalyse. Diese setzt einerseits eine analysierbare Stamm- und Bewegungsdaten voraus, andererseits ist sie Ausgangspunkt für eine optimierte Materialwirtschaft.

Björn Schweiger, Fraunhofer-IML, Dortmund, stellte die Frage „Was kostet die Bevorratung?“ in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Hierbei wurden Ergebnisse eines langfristig angelegten Forschungsprojektes aufgezeigt. Auch in diesem Beitrag ist deutlich geworden, dass Senkung von Kapitalbindung und Sicherstellung der Versorgungssicherheit keine Gegensätze sein müssen, sondern sich sogar bedingen können. Hierbei kommt den Stammdaten sowie einer präzisen methodischen Vorgehensweise eine große Bedeutung zu. An verschiedenen Beispielen (z.B. Rollenlager) wurden die in diesem Projekt entwickelten Formeln erläutert. Letztlich galt es, das Ausfallrisiko in Relation zu wirtschaftlich vertretbaren Stillstandskosten zu ermitteln. Diese sind dann Basis für die konkret notwendige Ersatzteilbevorratung.

Ingo Tölke, Projektkoordinator bei der IFCC GmbH stellte den Aufbau und die Optimierung von unternehmensspezifischen Sachmerkmalsleisten vor. Deutlich wurde, dass unternehmensspezifische Sachmerkmals leisten methodisch präzise vorgedacht sein müssen und dass das Anwendungsfeld exakt umrissen sein muss.

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