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Dem Tag mehr Leben abgewinnen

04.12.201214:47 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Mit todkranken Menschen umzugehen ist Alltag für die Allgemeinmedizinerin Katja Sielhorst. Als verantwortliche Ärztin für die Palliativmedizin der Paracelsus-Klinik Hemer kann die Ärztin das Leiden ihrer Patienten eigentlich immer lindern, auch wenn sie gegen die tödliche Krankheit machtlos ist.



Kommen die Menschen zum Sterben zu Ihnen?
Nein, genau das nicht, das unterscheidet uns von einem Hospiz. Zu uns kommen Patienten, die zwar lebensbedrohlich erkrankt sind, die aber noch eine Weile zu leben haben. Und die unter den Symptomen ihrer Krankheit so sehr leiden, dass das noch zu lebende Leben nur sehr schwer erträglich ist.

Was sind das für Symptome?
Schwere Atemnot, Schluckbeschwerden und in der Folge Schwierigkeiten, ausreichend zu essen, Schwindel, permanente Übelkeit, oft gepaart mit sehr starken Ängsten oder Verzweifelung. Also Symptome, die sehr qualvoll sind und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

Was können Sie für diese Menschen tun?
Ich kann aus vollem Herzen sagen: »Wir können helfen«. Da ist zunächst einmal die medizinische Versorgung. Viele Menschen kommen mit akuten Symptomen, wie unerträgliche Schmerzen oder heftigem Brechreiz zu uns. Hier in der Klinik können wir dann sofort professionell reagieren: Wir geben zum Beispiel eine Infusion und lindern damit direkt die Symptome. Am nächsten Tag sitzen die Patienten dann manchmal schon beim Frühstück, obwohl sie vielleicht vorher tagelang kaum gegessen hatten. Das früher oft übliche »Ich kann nichts mehr für Sie tun« ist heutzutage überhaupt nicht mehr angemessen. Ebenso wichtig ist die Zeit, die wir uns für unsere Patienten nehmen können.

Was genau erwartet die Patienten denn bei Ihnen?
Schon das Aufnahmegespräch dauert meist mehr als eine Stunde. Ich setze mich zu den Patienten ans Bett und höre in Ruhe zu. Zunächst einmal möchte ich seine Werte kennen lernen, seine Bedürfnisse erfahren und auch seine Sorgen. Diese Gespräche sind aber nur möglich, wenn ich mich einfühle in den Patienten und das geht nur mit ausreichend Zeit. Anders als auf normalen Krankenhausstationen müssen sich die Patienten bei uns nicht an Stationsabläufe anpassen. Wer morgens nicht sofort frühstücken will, muss das nicht. Wer ausschlafen will, tut das. Manchmal sind es Kleinigkeiten wie besonders flauschige Decken, entspannende Musik, eine bequeme Lagerung oder der Blick in den Garten, die unseren Patienten Erleichterung verschaffen. Auch für die pflegenden Angehörigen ist diese Auszeit vom Alltag zu Hause sehr erleichternd.

Sie haben eben die Angehörigen erwähnt. Welche Rolle spielt die Familie der Patienten?
Eine entscheidende! Die Angehörigen sind es ja meist, die den Patienten zu Hause pflegen und zwar rund um die Uhr. Das strengt an und bringt diese Menschen an den Rand der physischen und seelischen Erschöpfung. Durch unsere Arbeit erhalten die Angehörigen Entlastung. Gleichzeitig ermöglicht die Palliativmedizin den Familien, zusammen harmonische Stunden zu erleben. Oft sitzen Patienten inmitten ihrer Familie hier draußen auf unserer Terrasse und es macht sich eine große Entspannung breit. Auch die Gespräche mit den Angehörigen über die weitere Versorgung zu Hause sind ganz wichtig. Wie gehe ich mit den eigenen Gefühlen, mit der Belastung als Pflegender um? Ist für die letzten Tage ein Aufenthalt in einem Hospiz denkbar? Wo bekomme ich als Angehöriger Unterstützung?

Die Angst vor dem Tod dominiert wahrscheinlich bei vielen Patienten?
Nein, nicht unbedingt. Es steht oft gar nicht die Angst vor dem eigenen Ende im Vordergrund sondern die Sorge, wie es für die Lebenden weitergeht. Wenn zum Beispiel ein Elternteil tödlich erkrankt ist, dann wollen diese Patienten so lange wie möglich leben, um weiter für die Kinder als Mutter oder als Vater da sein zu können. Auch die Sorge um den zurückbleibenden Ehepartner spielt eine Rolle. Oft kommt es hier auf der Station noch zur Versöhnung mit Menschen, mit denen man den Kontakt abgebrochen hatte – all diese sehr emotionalen Situationen gilt es zu begleiten und dafür einen geschützten Raum zu schaffen.

Das ist aber doch für Sie und Ihre Mitarbeiter extrem belastend, oder?
Alle unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten auf eigenen Wunsch hier und sind speziell auf die Pflege sterbenskranker Menschen hin ausgebildet. Und wir holen uns regelmäßig Supervision (Supervision ist eine Form der Beratung für Mitarbeiter in psychosozialen Berufen), um über unsere Arbeit zu reflektieren. Durch einen professionellen Supervisor (Gruppentherapeuten) schaffen wir es, die emotionelle Beteiligung bei der Arbeit mit kritischem Abstand zu betrachten. Wir haben Konzepte zur Trennung der Arbeitswelt vom eigenen Familienalltag erarbeitet.
Aber neben dem Belastenden steht auch eine tiefe Zufriedenheit, die diese Arbeit mit sich bringt. Das ist menschenwürdige Medizin, wie ich sie mir als Ärztin wünsche. Und ich persönlich kann sagen, dass mein familiäres Umfeld mich enorm stabilisiert, das ist sehr wichtig.
Wie kam es, dass sie sich der Palliativmedizin zuwandten?
Als niedergelassene Allgemeinärztin habe ich natürlich auch immer wieder mit Patienten zu tun, die im Sterben liegen. Ein niedergelassener Kollege hat bereits vor einigen Jahren ein palliativmedizinisches Netzwerk hier in der Region gegründet. Wichtiges Thema der Netzwerkschulungen war immer die ärztliche Begleitung der Patienten zu Hause. Und als ich vor Jahren selbst mit meiner Brustkrebserkrankung konfrontiert war, wurde ich hier in Hemer so eine Art Vorbild, wie man positiv mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung umgeht. Als dann auch noch in der Zeitung stand, dass Frau Doktor an einem Marathon teilnimmt, war das für viele offenbar ein Mut machendes Beispiel und es kamen vermehrt Patienten in meine Praxis, die palliativmedizinisch betreut werden mussten. Als vor drei Jahren der damalige Verwaltungsdirektor eine palliativmedizinische Station plante, war ich sofort dabei.

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