(openPR) Jahr 2011 wurden in Deutschland 197.030 Menschen Opfer von Gewalttaten. Obwohl das Angebot an Hilfe- und Betreuungsmaßnahmen für die Betroffenen vielfältig ist, ist der Zugang dazu häufig schwer. Opfer von Gewalttaten benötigen unter anderem Unterstützung in den Be-reichen Gesundheit, Sicherheit, Arbeit sowie Opferentschädigung. Das Projekt verfolgt das Ziel, in einer solchen Situation das Selbstmanagement der Opfer zu verbessern. Es soll ihnen so er-möglicht werden, mehr Selbstbestimmung und Eigeninitiative zu erlangen und einen besseren Überblick über ihre Situation und die kommenden Schritte zu erhalten.
„Zunächst ermitteln wir, welche Probleme und Konflikte für die Opfer angesichts der verschiede-nen Hilfesysteme auftreten und wie sich diese auf die Qualität der Hilfe auswirken“, sagt Projekt-leiter Professor Carsten Schultz von der CAU. Mithilfe dieser Ergebnisse entwickelt das Kieler Forschungsteam gemeinsam mit der symeda GmbH ein IT-basiertes Fallmanagement-Werkzeug, um die Prozesse und Netzwerke für eine optimale ganzheitliche Versorgung besser steuern zu können. „Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem Landesamt für soziale Dienste in Schleswig-Holstein werden wir dieses Werkzeug ab Sommer 2013 in der praktischen Opferhilfe erproben. Wir möchten so eine Lösung schaffen, die auch auf andere Träger und Re-gionen übertragbar ist und damit allen Opfern von Gewalttaten zu Gute kommt“, so Schultz weiter.
Alle Forschungserkenntnisse werden genutzt, um den Bedürfnissen von Gewaltopfern gerecht zu werden und die Abstimmung zwischen den verschiedenen Leistungserbringern zu verbessern. Das Projekt zeichnet sich dabei durch einen interdisziplinären Ansatz aus und es ist auf zunächst 29 Monate ausgelegt. Schultz: „Die Projektpartner freuen sich auf eine intensive Zusammenarbeit mit allen Opferhilfe- und Beratungsstellen, Notfalleinrichtungen, Trauma-Therapeuten, Selbsthilfegruppen und anderen Trägern der Opferhilfe“.









