(openPR) Jede Person hat eigene Vorstellungen von richtigem und falschem Erziehungshandeln. Im Alltag existieren somit unendlich viele Vorstellungen über Erziehung. Die Erziehungswissenschaft hingegen hat es mit nur wenigen Erziehungsmodellen zu tun. Dem Autor Sebastian Müller-Rolli gelingt es in seinem gerade im Verlag Barbara Budrich erschienenen Buch „Erziehung und Kommunikation“, individuelle Erziehungsvorstellungen und allgemeine Erziehungsmodelle miteinander in Beziehung zu setzen. Er untersucht Erziehung als Kommunikationsprozess. Die Untersuchung handelt vom Sprechen in pädagogischen Aktionen und über pädagogische Aktionen. Die Analyse dieses Sprechens geschieht mit Hilfe sprachpraktischer und kommunikationstheoretischer Ansätze. Das Buch liefert einen fundierten wissenschaftsgeschichtlichen und sozialgeschichtlichen Überblick der Erziehungswissenschaft und des deutschen Schulwesens der vergangenen Jahre. Von Rousseau bis heute Sebastian Müller-Rolli untersucht sechs erziehungswissenschaftliche Modelle und Erkenntnisweisen aus den vergangenen 250 Jahren. Rousseau, Trapp oder Mollenhauer – die Erziehungsmodelle dieser Meisterdenker sind noch heute im Alltag, in der pädagogischen Programmatik sowie in erziehungswissenschaftlichen Diskussionen präsent und relevant. Stimmen zum Buch: Die deutsche Pädagogik konzentriert sich theoretisch auf das „Subjekt“. Sebastian Müller-Rolli geht demgegenüber aus von der ökologischen Lern- und Wahrnehmungstheorie Gregory Batesons. Der Gewinn besteht darin, Erziehung als Wechselwirkung zu verstehen, Kontexte zu berücksichtigen und die Interaktion von Entwicklung und Umwelt stark zu machen (Prof. Dr. Jürgen Oelkers, Professor für Allgemeine Pädagogik, Universität Zürich). Erziehungsprozesse als Kommunikationsprozesse, das ist die Grundlage des Ansatzes von Sebastian Müller-Rolli. Er stützt sich dabei auf das Kommunikationsmodell und die Epistemologie von Jürgen Ruesch und Gregory Bateson. Er zeigt, wie tragfähig dieses Modell ist, um die Grenzen des alltäglichen wie des traditionell wissenschaftlichen Denkens über Erziehung zu erkennen und zu überschreiten. Das macht er m. E. als erster in dieser Konsequenz (Prof. Dr. Fritz B. Simon, Universität Witten/Herdecke)











