(openPR) Dass der Kapitalismus wohl nicht das ultimative Wirtschaftssystem ist, ist nicht mehr nur eine Behauptung von Sozialisten und Kommunisten. Die Erkenntnis, dass irgendetwas schief läuft und der Markt sich eben nicht zur Zufriedenheit aller reguliert, ist auch bei Wirtschaftsexperten angekommen.Das Handelsblatt nennt Das Kapital von Marx gar auf Platz 1 der 50 wichtigsten Wirtschaftsbücher.
Lassen sich kapitalistische Kernwerte wie Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Gewinn überhaupt wirklich mit fundamentalen demokratischen Werten wie Freiheit, Menschenwürde und Gerechtigkeit vereinbaren? Nicht, wenn Freiheit nur Konsumfreiheit meint und das auch nur in dem Maß, wie es für das Individuum möglich ist, frei zu konsumieren, und ihm nicht dazu die finanziellen Mittel fehlen. Wie gewürdigt fühlt sich ein Mensch, der beispielsweise als Zeitarbeiter beschäftigt ist und für die gleiche Arbeit weniger Lohn erhält als seine Kollegen? Wie gerecht ist es, dass eine Friseurin über acht Stunden im Laden steht und teure Haarschnitte macht, jedoch trotzdem in prekären Verhältnissen lebt und zusätzlich Hartz-IV-Aufstockungen benötigt, um ihre Familie durchzubringen.
Das Problem unserer Wirtschaft ist nicht, dass zu wenig Geld vorhanden wäre. Ganz im Gegenteil: Das nötige Geld ist da. Allerdings haben wir ein Werteproblem und auch daraus resultierend eine ungerechte Verteilung des Gesamtvermögens.
Die Belohnung von Werten wie Egoismus, etwa durch übermäßig hohe Boni in der Bankenbranche, auf dem freien Markt führen zu Skrupellosigkeit, Erhöhung der Ungleichheit, Zunahme von Armut und Hunger und Umweltzerstörung. Würden Unternehmen vom Gesetzgeber dafür belohnt, dass sie sich möglichst verantwortlich und gemeinwohlorientiert verhalten, könnte dies einen Anreiz darstellen, nicht mehr nur Kapital um des Kapitals Willen zu häufen, sondern unternehmerisches Handeln mit gesellschaftlichem Engagement zu vereinen.
Und das fängt, wie so vieles, im Kleinen an. Auch mittelständische Unternehmen sollten sich einmal der Frage stellen, für welche Werte sie eigentlich einstehen. Geht es nur darum, möglichst viele Produkte zu einem möglichst profitablen Preis auf dem Markt abzusetzen oder ist es nicht vielleicht möglich, die Möglichkeiten, die sich mit der Führung eines Unternehmens ergeben, auch für die Allgemeinheit einzusetzen?
Doch wie sähe ein solches Engagement aus? Reicht es, wenn man einen Kummerkasten für die Mitarbeiter aufhängt und kommuniziert, dass man umweltfreundliche Rohstoffe einsetzt? Nein, generell geht dieses Verhalten über einzelne Maßnahmen und deren Kommunikation nach außen hinaus. Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen muss in deren Unternehmenskonzept integriert sein und zwar ganzheitlich und nachhaltig. Es beinhaltet alle sozialen, ökologischen und ökonomischen Beiträge, die ein Unternehmen über die gesetzlichen Mindestbestimmungen hinaus erfüllt.
Das heißt auch, dass nicht Werte einem Unternehmen aufgesetzt werden, sondern diese sich in dem Unternehmen entwickeln müssen, um nachhaltig gelebt werden und glaubwürdig kommuniziert werden zu können. Nicht Augenwischerei und einzelne PR-Effekte, sondern das einzelne Unternehmen als verantwortlicher Teil der Gesellschaft, das im Gemeinwohl auch eine Steigerung des eigenen Wohls erkennt, ist das Ziel.








