(openPR) Friedrich-List-Institut an der Hochschule Reutlingen unter neuer Leitung
Wer Professor Dr. Dr. Eugen Wendler von seinen Stadtführungen kennt, weiß, dass er einer ist, der sich nicht nur mit der Reutlinger Stadtgeschichte bestens auskennt. Vor allem Friedrich List ist ihm ans Herz gewachsen und so gründete er 1992 das Friedrich-List-Institut.
Jetzt, nach 20 Jahren, war es an der Zeit, einen adäquaten Nachfolger zu finden. Und als Emeritus der Hochschule Reutlingen lag es ihm am Herzen, dass die Hochschule Reutlingen der „genius loci" (wörtl: der Geist des Ortes) für das Friedrich-List-Institut bleibe. Ab sofort leitet Professor Dr. Stephan Seiter von der ESB Business School der Hochschule Reutlingen das Friedrich-List-Institut.
Das offiziell vom Wissenschaftsministerium genehmigte Institut ist an der Hochschule Reutlingen angesiedelt. Bereits bei der Gründung wurde das Friedrich-List-Institut mit dem Untertitel „für historische und aktuelle Wirtschaftsstudien" versehen. Die List-Forschung hat Eugen Wendler bis dato bis ins kleinste Detail betrieben: „Diesen Acker habe ich weitgehend bearbeitet, da gibt es so gut wie keine Terra incognita mehr." Aber unter dem Zusatz „für aktuelle Wirtschaftsstudien" ließen sich eben auch aktuelle Forschungsbemühungen subsumieren.
Das sieht auch Dr. Werner Ströbele so, Kulturamtsleiter der Stadt Reutlingen, und betonte bei der Institutsübergabe: „Wenn an der Reutlinger Hochschule mit seiner wirtschaftswissenschaftlichen Kompetenz die Weiterführung des Friedrich-List-Instituts mit dazu beiträgt, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Theorien des Reutlinger Ökonomen eine Adresse in Reutlingen hat, so wäre das aus meiner Sicht sehr zu begrüßen."
Auf die neue Zusammenarbeit und Herausforderung freut sich nun Professor Dr. Stephan Seiter, habilitierter Volkswirt und Programm Direktor für den MBA-Studiengang International Management an der ESB Business School der Hochschule Reutlingen. In langen persönlichen Gesprächen mit Emeritus Wendler habe er sich immer mehr für die Aufgabe begeistern können: „Ich freue mich auf die neue Aufgabe. Mein ehemaliger Kollege hat einen herausragenden Beitrag zur Friedrich-List-Forschung geleistet und gehört zu den international führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet. Die Arbeiten von Friedrich List sind heute sehr aktuell und die Auseinandersetzung mit seinen Ideen kann die wirtschaftspolitische Diskussion befruchten."
So dürften wir gespannt sein, was im Jahr 2014 – zum 225. Geburtstag des Ökonomen und Eisenbahnpioniers Friedrich List (1789-1846) - an verschiedenen Synergie-Effekten zwischen den vorhandenen Einrichtungen zum Tragen kommen werde und welche neuen Anstöße es für die List-Forschung geben würde, so Dr. Ströbele, denn auf den großen Sohn der Stadt seien die Reutlinger zu Recht sehr stolz: „Friedrich List ist nach wie vor zweifellos der bedeutendste Sohn unserer Stadt. Er hat viel zur Modernisierung Deutschlands beigetragen und seine Ideen wirken bis heute, wie die Rezeptionsgeschichte zeigt." In Reutlingen hat die Beschäftigung mit Friedrich List eine lange Tradition, neben einer List-Gedenkstätte im Museum wird hier insbesondere seit vielen Jahren das List-Archiv mit zahlreichen Manuskripten, Briefen und Dokumenten geführt. „Schon in der Vergangenheit kamen vom Friedrich-List-Institut an der Hochschule sehr wichtige Impulse zur Beschäftigung mit Friedrich List, insbesondere was die Rezeptionsforschung anbelangt", betont der Leiter des Reutlinger Kulturamts.
Mit dem „neuen Vater", Professor Dr. Stephan Seiter, für den Sohn der Stadt, konnte also für alle Beteiligten eine sehr glückliche Nachfolgelösung gefunden werden. Gegenwärtig führen nur zwei akademische Institutionen den Namen von List: die Verkehrswissenschaftliche Fakultät ‚Friedrich List’ der Universität Dresden und die Alumnivereinigung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen, die unter dem Namen „Friedrich-List-Fest" bzw. „Friedrich-List-Stiftung" die jährliche Graduierungsfeier am Ende des Sommer-Semesters ausrichtet.
Umso schöner, dass gerade im Hinblick auf das Jubiläum 2014 die Arbeit am Reutlinger List-Institut aktiv fortgeführt wird und das Jubiläum im Fokus der Arbeiten des Friedrich-List-Instituts stehen wird.












